Neue Häuser aus alten Brücken

18.2.2021

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Recycling funktioniert nicht nur bei Glas, Papier und Aluminium. Im Hausbau lässt sich rezyklierter Beton ohne Einschränkungen einsetzen. Das spart Energie und schont die begrenzten Kiesvorräte und Deponieräume.

Seit rund 60 Jahren dominiert Beton die Bauwelt. Der Bestand an verbautem Beton beträgt gemäss einer Studie der Empa 1300 Millionen Tonnen. Eine kaum vorstellbare Menge Material. Und jährlich kommen rund 40 Millionen Tonnen dazu. Keine gute Bilanz für die Umwelt: Für die Produktion von Beton braucht es extrem viel natürlichen Rohstoff und Energie.

 

Ressourcen werden knapp

Beton besteht zu 80 Prozent aus Kies und Sand. Zusätzlich braucht es Zement, Wasser und Zusatzmittel. In der Schweiz landet die Hälfte des abgebauten Kieses in einem Betonmischer. Die Kieswerke kommen aber langsam an ihr Limit. Viele Kiesgruben sind bald ausgeschöpft und die Ressourcen neigen sich dem Ende zu. Die Betreibenden der Werke rechnen nur noch mit zehn, höchstens zwanzig Jahren Abbau. Kies ist eine natürliche Ressource. Im Moment gibt es noch Reserven im Boden aber diese sollten dortbleiben. Der Landschafts- und Gewässerschutzes betont, wie wichtig natürlicher Kies für den Boden und die Gewässer sind. Die Schweiz muss ihre Ressourcen schonen und sucht nach Alternativen.

 

Hausbau mit Recyclingbeton

Recyclinggranulat eignet sich gut für die Betonherstellung wie natürlicher Kies. Recyclinggranulat gibt es in verschiedenen Qualitäten. Es wird entweder aus abgebrochenen Betonteilen hergestellt oder aus Mischabbruch, der neben Beton auch Materialien wie Backstein, Plättli oder Verputz enthält. Je nachdem ob reiner oder gemischter Abbruch verwendet wird, lässt sich Recyclingbeton beim Bauen unterschiedlich einsetzen. Es geht dabei um technische Fragen, die Frostbeständigkeit im Brückenbau zum Beispiel. Für die meisten Zwecke komme im Hausbau aber durchaus auch Mischabbruchgranulat in Frage.

 

Ein Imageproblem

Obwohl aus ökologischer Sicht alles für rezyklierten Beton spricht, enthalten in der Schweiz nur rund zehn Prozent der Betonproduktion Recyclingmaterial. Das liegt nicht etwa an der ungeeigneten Qualität des Abbruchmaterials, sondern an der fehlenden Nachfrage. Schuld daran ist nicht der Preis, Beton aus Kies und Granulaten ist praktisch gleich teuer. Der Haken liegt anderswo: Die Leute denken bei Recyclingbeton an Schutt. Um gegen den schlechten Ruf von rezykliertem Beton anzukämpfen, finden im Kieswerk Aebisholz regelmässig Workshops für Architekten, Ingenieure und Baubehörden statt. Als führend bei der Förderung des nachhaltigen Bauens gilt übrigens die Stadt Zürich. Dort muss bei Neubauten nach Möglichkeit die Hälfte des Betons rezykliert sein.

 

 

Lesen Sie den gesamten Bericht und weitere spannende Beiträge im Energiejournal von EnergieSchweiz.


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