Extrablatt-Special: Home smart Home

16.11.2016

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Das intelligente Privathaus ist in aller Munde. Doch wo steht es in der Realität?

Das Smart Home – seine Gebäudetechnik, Haushalt- und Multimediageräte sind mit Sensoren ausgestattet und über eine Zentrale vernetzt und mobil steuerbar – gilt inzwischen als Megatrend. An Bau- und Elektronikmessen sowie in Wohnmagazinen wird das Thema gross gespielt, an Fachveranstaltungen und in Studien über dessen Potenzial sinniert, etablierte Branchenriesen und Start-up-Firmen drängen mit neuen Smart-Home-Produkten auf den Markt.

Klar: Im Rahmen dieses Booms gesellen sich zum klugen Kühlgerät für die Küche, das neuerdings zusätzlich das ganze Familienleben managen soll, weitere technische Spielereien. Etwa Elektrozahnbürsten, die Putzanleitungen und -analysen aufs Handy liefern. In der Überzahl und wirklich relevant sind indessen Systeme für Bereiche wie Heizung, Klima, Sicherheit, Beleuchtung und Beschattung. Sie haben nicht unbedingt das Zeug dazu, im Rampenlicht zu brillieren, dafür das Ziel, den Betrieb eines Hauses nicht nur komfortabler und sicherer, sondern gleichzeitig energieeffizienter und kostengünstiger zu machen.

Verschaffen Sie sich im Extrablatt 2016 auf den Seiten 4 bis 6 einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in Geschäftsbauten sowie im Wohnbereich.

 

Interview: «Smart Homes müssen so einfach sein wie ein Smartphone»

Karin Frick, Forschungsleiterin am Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) und Co-Autorin der Studie «Smart Home 2030» über China als Vorreiter beim Bau intelligenter Gebäude und die fortschreitende Digitalisierung im Wohnbereich.

Frau Frick, Sie bezeichnen die Digitalisierung der Haustechnik als unaufhaltsam. Wann werden Smart Homes in der Schweiz tatsächlich weit verbreitet sein? Die Digitalisierung des Bauens und Wohnens ist bereits heute im Gang. Vor allem bei der Planung sowie bei der Steuerung von Energie-, Klima- und Sicherheitssystemen wird die Entwicklung schnell gehen. Vermutlich wird dieser Aspekt bis in fünf Jahren für alle Neu- und Umbauten zum Standard.

Und wie steht es mit dem «totalen» Smart Home? Dieser Trend steht noch ganz am Anfang. Es wird noch mindestens 50 Jahre dauern, bis die Mehrheit aller Häuser voll automatisiert sind und mit 3-D-Druckern gebaut sowie mit Robotern bewirtschaftet werden.

Wer wird den neuen Technologien zum Durchbruch verhelfen? Trendsetter sind die Chinesen, die neue Städte gewissermassen aus dem Boden stampfen und dafür die neusten Technologien und Verfahren einsetzen. Sie können smarte Städte von Grund auf planen und darum schneller lernen, die neuen Technologien effizient und sinnvoll zu nutzen. In der Schweiz werden tendenziell die Geschäftsimmobilien Vorreiter sein, zum Beispiel Hotels und Pflegeheime.

Weshalb? Durch Smart-Home-Technologie lassen sich nicht zuletzt Energiekosten senken. Das wirkt sich positiv auf den Geschäftserfolg aus. Andere Smart-Home- Elemente wie die Steuerung von Licht und Beschattung steigern das Wohlbefinden der Gäste. In der Pflege sind zudem die Sicherheitsaspekte der neuen Technologien interessant. Skeptiker sagen freilich, Smart Homes seien noch lange nicht genügend benutzerfreundlich, um sich breit durchzusetzen.

Einverstanden? Ja. Ein smartes Haus wird erst massentauglich, wenn es so einfach zu bedienen ist wie ein Smartphone.