Extrablatt-Special: Ins richtige Licht gerückt

2.3.2017

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Geringerer Stromverbrauch und optimal ausgeleuchtete Räume. Die Umstellung auf LED sorgt am Zürcher Pfannenstiel für helle Begeisterung.

Ein milder Sommerabend. Auf der Gartenterrasse des bei Oetwil am See ZH gelegenen Hauses werden Käse, Brot und Wein serviert. Der Blick geht über Wiesen und Felder, am Horizont setzt die Sonne zum Untergang an und taucht die Szenerie in gleissendes Rot – da meint Judith Schröter: «Hier haben wir unseren Traumort gefunden. Einzig die Innenbeleuchtung lässt zu wünschen übrig.»

Was die Bildhauerin damit meint, wird nach dem Eindunkeln während der Hausführung klar. Judith Schröter und die Goldschmiedin Regine Brandt haben das ehemals bäuerliche Gebäude, dessen älteste Teile auf 1680 datieren, vor acht Jahren renoviert, energetisch saniert und ausgebaut. Seither bewohnen sie den grössten Teil der Liegenschaft selber, auch ihre Ateliers sind hier untergebracht. Die Handschrift der beiden Frauen ist bis in jeden Winkel spürbar. Von den Materialien und Farben über die einzelnen Bauteile bis zur Raumanordnung, alles wirkt durchkomponiert. Doch das kommt zur nächtlichen Stunde nicht richtig zur Geltung, obwohl alle Lampen angeknipst sind.

Damals beim Umbau, so Judith Schröter, hätten sie und ihre Partnerin zwar eine genaue Vorstellung gehabt, wo die Beleuchtungskörper platziert werden müssten. «Unser Problem war, die geeigneten Lichtquellen zu finden.» Denn LED steckte noch in den Kinderschuhen. Das Resultat: Die Lichtsituation im Haus fiel unbefriedigend aus. «Wir wollten schon lange etwas daran ändern, aber das hatte irgendwie nicht erste Priorität», sagt Regine Brandt. Tatsächlich wird die Beleuchtung in vielen Haushalten sogar ziemlich stiefmütterlich behandelt. Für ein neues Sofa oder einen noch besseren, effizienteren Fernseher greift man offenbar leichter ins Portemonnaie als für adäquates Licht. Dabei vereint eine stimmige Beleuchtung die Vorzüge von hübschen Möbeln und Top-Heimelektronik in einem: Sie wertet Räume ästhetisch auf, sorgt für ein angenehmes Wohnambiente und hilft dank der LED-Technologie den Energieverbrauch zu senken. Und dies nicht zu knapp: Laut Bundesamt für Energie entfallen in der Schweiz 15 Prozent des Stromkonsums auf die Erzeugung von künstlichem Licht, die Hälfte davon liesse sich durch die verfügbaren Optimierungsmöglichkeiten ohne Komfortverlust einsparen. Das entspricht 1,5 Milliarden Franken.

Was den Unterschied ausmacht, erläutert Marcel Hotz, der an diesem Abend als Experte nach Oetwil gebeten worden ist. Der professionelle Lichtplaner aus Rapperswil SG schöpft bereits im Eingangsflur und der offen daran angeschlossenen Küche aus den Vollen. Denn die dort vor acht Jahren in die Decke integrierten LED-Lampen sind lahme Pfunzeln. «Gleichzeitig ist ihre Farbtemperatur viel zu kalt», urteilt der Fachmann. Genau solche Produkte hätten das Vorurteil zementiert, LED-Beleuchtung sei schwach und vor allem ungemütlich. «Dabei ist diese Technik heute voll ausgereift.» Der Vorschlag von Experte Marcel Hotz: in Flur und Küche die alten Einbau- LED durch Modelle der neusten Generation ersetzen. Bezogen auf die Lichtstärke benötigen sie bis zu 65 Prozent weniger Strom. Und sie haben einen genug grossen Abstrahlwinkel, sodass ihr Licht auch seitlich auf die Wände strahlt. Dort wird es reflektiert und breit verteilt – sprich diffus – zurückgeworfen. «Wäre das Licht nur auf den hier dunklen Boden gerichtet, würde es von diesem verschluckt», erklärt er. Um eine optimale und effiziente Grundausleuchtung zu schaffen, sollte man deshalb zunächst eine Bewertung der vorhandenen Flächen vornehmen, «und nicht einfach möglichst starkes Licht installieren».

» Weitere Tipps des Spezialisten finden Sie im Extrablatt 2016 ab Seite 30.