In Solaranlagen investieren heisst in die Zukunft investieren

12.1.2017

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Seit Juli 2014 ist auf dem Dach der Bäckerei Schwyter in St. Gallen eine Photovoltaik-Anlage mit einer Fläche von über 500 m2 in Betrieb. Ein Interview mit Heinrich Lüthi-Studer, Experte für erneuerbare Energien und Projektleiter bei der Eigentümerin der Anlage, der Genossenschaft Solar St. Gallen.

EnergieSchweiz: Herr Lüthi-Studer, können Sie uns das Solaranlagenprojekt auf dem Dach der Bäckerei Schwyter in St. Gallen kurz beschreiben? Heinrich Lüthi-Studer: Es handelt sich um eine Photovoltaikanlage mit einer Modulfläche von 554 m2 und einer Leistung von 86 kWp. Die Genossenschaft Solar St. Gallen hat das Projekt finanziert und betreibt diese basierend auf einem Dachnutzungsvertrag seit Juli 2014 störungsfrei.

Welche Rendite erzielt diese Anlage für die Mitglieder der Genossenschaft Solar St. Gallen? Die Anlage erzielt eine bescheidene, aber stabile Rendite. Die Genossenschaft verzinst die Anteilscheine gemäss Statuten zu einem Zins 1 Prozentpunkt jenem eines Jugendsparkontos der kreditgebenden Bank. 2015 wurden 2% ausbezahlt, 2016 aufgrund der tieferen Zinsen nur 1,8%; zudem wurden ausserordentliche Abschreibungen getätigt, um für höhere Zinsen oder Unvorhergesehenes in den verbleibenden 23 Jahren gerüstet zu sein.

Welches sind die Herausforderungen bei Planung und Bau solch grosser PV-Anlagen? Die Anlage auf dem Dach der Bäckerei Schwyter konnte ohne grössere Probleme realisiert werden. Dies ist der Erfahrung aus anderen Projekten und den technischen Kompetenzen der Vorstandsmitglieder der Genossenschaft zu verdanken. Allgemein ist es bei der Lancierung von grösseren Projekten schwierig, Gebäudeeigentümer zu finden, die ihr Dach zur Verfügung stellen. Um solche Eigentümer zu überzeugen, hat die Genossenschaft Solar St. Gallen verschiedene Lösungen ausgearbeitet. Eine davon besteht darin, ihnen die Möglichkeit zu bieten, die Anlage nach fünf Jahren zu kaufen. Im Übrigen empfehle ich allen Investoren – Privatpersonen oder Genossenschaften – die grosse Solaranlagen installieren wollen, eine Ausschreibung durchzuführen. Ausserdem ist es ratsam, danach einen unabhängigen Sachverständigen beizuziehen, damit beim Leistungsvergleich alle Parameter berücksichtigt werden.

Welche finanziellen Risiken geht die Genossenschaft Solar St. Gallen mit dem Projekt Schwyter ein? Für den Fall, dass der Eigentümer das Gebäude um eine Etage aufstocken will, wurde vereinbart, dass er mit 8600 Franken (dem Betrag seiner Nutzungsentschädigung) zu den Kosten für die Demontage (und erneute Montage) der Solaranlage beiträgt. Ein allfälliger Mehrbetrag ginge zu Lasten der Genossenschaft. Sollte unerwartet eine Dachsanierung fällig werden, hätte die Genossenschaft sämtliche dieser Kosten zu tragen. Hingegen hat Solar St. Gallen eine Versicherung für Verluste abgeschlossen, die im Zusammenhang mit einer vorzeitigen Materialalterung oder technischen Defekten entstehen könnten. Diese Anlage steht auf der Warteliste für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) und erhält Unterstützung der Sankt Galler Stadtwerke.

Wie hoch ist die Rendite zurzeit? Derzeit weist das Projekt Schwyter eine Rendite von 3 bis 4% (unter Berücksichtigung der Unabwägbarkeiten) und eine Amortisationszeit von 14 Jahren auf. Würden die Sankt Galler Stadtwerke den Strom nicht kostendeckend vergüten, wäre ein Eigenverbrauchsmodell möglich. Mit einem Eigenverbrauchsanteil von rund 97% hätte das Projekt eine Rendite zwischen 2 bis 3% und wäre in rund 16 Jahren amortisiert.

Finanzielle Ergebnisse

Nettobarwert: CHF 34’105
Amortisationszeit: 14 Jahre
Interner Zinsfuss: 4%

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