Überrollen Allradantriebe die Energiezukunft?

17.6.2020

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Die Schweiz auf dem ruhmlosen Spitzenplatz. In keinem anderen europäischen Land stossen Neuwagen so viel CO2 aus. Und das, obwohl die Zahl der Elektroautos einen neuen Rekord erreicht hat.

Seit Jahresbeginn 2020 gelten in der Schweiz verschärfte CO2-Emissionsvorschriften für Neuwagen. Erstmals zum Verkehr in der Schweiz zugelassene Personenwagen dürfen im Durchschnitt maximal 95 Gramm pro Kilometer ausstossen. Der schweizerische Durchschnitt ist davon weit entfernt: Er lag 2018 bei 137,8 Gramm. Im europäischen Vergleich bildet die Schweiz das Schlusslicht. Norwegen fördert die Elektromobilität mit umfassenden Massnahmen und hat mit durchschnittlich 60,3 Gramm pro Kilometer (2019) die Nase vorn.

Emissionen senken

Rund ein Drittel des gesamten CO2-Ausstosses der Schweiz wird durch den Verkehr verursacht. Mit 38 Prozent hat dieser auch den grössten Anteil am Energieverbrauch der Schweiz. Drei Viertel dieses Anteils gehen auf das Konto von Personenwagen. Seit Januar 2020 gilt ein verschärfter Zielwert von 95 Gramm CO² pro Kilometer. Dieser Wert bildet die Grundlage, mit der die individuelle Flottenvorgabe für Importeure ermittelt wird. Überschreitet ein Importeur seine Vorgabe, bezahlt er eine Busse. So sollen Autoimporteure motiviert werden, emissionsarme Fahrzeuge zu fördern. 

Hälfte der Neuwagen haben Allradantrieb

Die von EnergieSchweiz erfassten Markttrends für effiziente Fahrzeuge bestätigen: 2019 hat sich der Anteil von Personenwagen mit alternativem Antrieb an den Neuzulassungen gegenüber 2018 beinahe verdoppelt und beträgt heute rund 13 Prozent. Trotz dieser Zunahme steigen die Treibhausgasemissionen in die Höhe. Ein zentraler Grund ist der stark steigende Anteil von Allradfahrzeugen in der Schweiz. 2019 verfügten rund die Hälfte der Neufahrzeuge über einen 4 × 4-Antrieb. Aber auch der abnehmende Anteil an Dieselfahrzeugen und die auf September 2017 erfolgte Umstellung des Typenprüfverfahrens haben zum statistischen Anstieg der CO2- Emissionen beigetragen. Werden die Fahrzeuge nach WLTP (Worldwide harmonized light vehicles test pocedure) geprüft, liegen die ermittelten Emissionswerte um 5 bis 6 Prozent höher als mit der bisherigen Prüfmethode nach NEFZ (Neuer europäischer Fahrzyklus). Mit dem Prüfverfahren WLTP entsprechen die Messwerte jedoch eher dem realen Verbrauch im Verkehr. Die Werte schlagen sich auch im Energieverbrauch der Fahrzeuge nieder: Der durchschnittliche Energieverbrauch der neuen Personenwagen aller Treibstoffarten lag 2018 bei 6,08 Liter Benzinäquivalent pro 100 Kilometer. Das ist eine Zunahme zum Vorjahr um 3,6 Prozent.

Dieser Beitrag stammt aus dem aktuellen Energiejournal von EnergieSchweiz. 

Im Energiejournal finden Sie weitere spannende Beiträge rund um erneuerbare Energien und Energieeffizienz. 


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