Die grössten Vorurteile zur Solarenergie

Scheint in der Schweiz genug Sonne für Solarenergie? Sind Solaranlagen nicht zu teuer? Auch heute halten sich noch zahlreiche Vorurteile gegenüber der Solarenergie – zu Unrecht.

EnergieSchweiz hat aus diesem Grund gemeinsam mit Swissolar Vorurteile ausgewählt und anhand von ausführlichen Erklärungen und Fakten widerlegt.

So trifft beispielsweise rund 200 Mal mehr Sonneneinstrahlung auf die gesamte Fläche der Schweiz, als im gesamten Land verbraucht wird. Entsprechend hoch ist hier das Produktionspotential auf Dächern und Fassaden: es könnte rund die Hälfte des gesamten Schweizer Stromverbrauchs abdecken. Die Antwort ist also klar: ja, in der Schweiz scheint die Sonne genug für Solarenergie!

 

Die jährliche Einstrahlung in der Schweiz variiert je nach Standort zwischen rund 1’050 und 1‘550 kWh pro Quadratmeter. Das heisst, auf die gesamte Fläche der Schweiz trifft rund 200 Mal mehr Sonneneinstrahlung, als im gesamten Land Energie verbraucht wird.

Das Produktionspotenzial auf Dächern und Fassaden ist hoch: es könnte rund die Hälfte des gesamten Schweizer Stromverbrauchs abdecken. Dieses Potenzial wird noch kaum genutzt: 2016 waren erst auf rund 5% der geeigneten Dach- und Fassadenflächen Photovoltaik-Anlagen installiert. Diese decken gut 2% des Stromverbrauchs ab.

Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft

 

Auch bei der Solarwärme wird das Potenzial noch kaum erschlossen. 2016 wurde erst rund 8% des Produktionspotenzials auf Schweizer Dächern genutzt. Diese decken rund 8% des Energiebedarfs für Warmwasser in Haushalten ab.

Allgemein ist die Einstrahlung in der Schweiz höher als in Dänemark oder England und tiefer als in Spanien, Portugal oder Italien. Einige sehr sonnige Standorte wie Sion oder Samedan aber sind punkto Einstrahlung sogar mit der Toskana oder der Provence vergleichbar.

Die heutige Nutzung der Photovoltaik ist nicht stark von der jeweiligen Intensität der Sonneneinstrahlung abhängig. Zu den Ländern mit der stärksten Nutzung in Europa gehören sowohl südliche Länder wie Griechenland und Italien als auch Länder mit weniger Einstrahlung wie Deutschland, Belgien oder die Tschechische Republik.

Die Installation von Solaranlagen bzw. Photovoltaikanlagen ist weniger teuer, als viele Leute denken. Eine Anlage von rund 30 Quadratmetern (5 kWp) auf einem Einfamilienhaus kostet ca. 15‘000 Fr. Zieht man die finanzielle Förderung des Bundes (Einmalvergütung) von 3‘400 Fr. (Stand: ab 2018) sowie Steuerabzüge von rund 2‘900 Fr. ab, kostet die Anlage nur noch 8’500 Fr. Dabei ist zu beachten, dass für den Erhalt der Einmalvergütung mit einer Wartezeit von mindestens zwei Jahren zu rechnen ist.

Die Herstellungskosten für den selber produzierten Strom liegen bei rund 13 Rp./kWh. Nach Abzug der Förderung und der Steuerersparnis sind es 9.5 Rp./kWh. Das ist deutlich weniger als Haushalte für den Strom aus der Steckdose bezahlen. Ein Schweizer Haushalt zahlt im Durchschnitt 20 Rp./kWh. Somit lohnt es sich, den selbst produzierten Solarstrom direkt selbst zu verbrauchen (Eigenverbrauch).

Die Überschussproduktion, die nicht direkt im Haus gebraucht werden kann, wird ins Stromnetz abgegeben. Dafür erhält man eine Vergütung, den sogenannten Einspeisetarif.

Photovoltaik-Anlagen sind günstiger als gedacht

Bei heute durchschnittlichen Strompreisen und Einspeisetarifen der Stromversorger kann man mit einer solchen Anlage Renditen von knapp 5% auf das durchschnittlich gebundene Kapital erzielen. Das gebundene Kapital ist im genannten Beispiel nur 4'250 Fr., also viel weniger, als die Anlage kostet. Das liegt daran, dass jährlich Erträge zurückfliessen und damit dieses Kapital nicht mehr gebunden ist.

Auf dem Solarrechner von EnergieSchweiz können Interessierte die Rendite einer Anlage auf ihrem Dach berechnen. Dafür braucht es den Stromtarif, der sich auf Stromrechnung ablesen lässt und den Einspeisetarif, der beim Stromversorger oder auf der Website www.pvtarif.ch zu finden ist.

Auch eine Solarwärmeanlage passt in fast jedes Budget: Eine Anlage mit fünf bis sechs Quadratmeter Kollektorfläche deckt 2/3 des Warmwasserbedarfs einer Familie und kostet nach Abzug des kantonalen Förderbeitrags und des Steuerabzugs weniger als CHF 10‘000. Der Solarrechner von EnergieSchweiz erlaubt auch die Berechnung einer solchen Anlage.

Solaranlagen bzw. Photovoltaik-Anlagen produzieren hauptsächlich tagsüber Strom, insbesondere zur Mittagszeit. Auch wenn tagsüber niemand zuhause ist, gibt es einige Geräte wie Kühlschränke, Gefrierfächer oder Steuerungen, die durchgehend Strom verbrauchen.

Weitere laufende Verbraucher können Geräte im Stand-by-Modus sein wie Fernseher, Stereoanlagen, Router, Kaffeemaschinen oder Kopiergeräte. Dieser Strombedarf kann ebenfalls durch die Photovoltaik-Anlage gedeckt werden.

Grosse Stromverbraucher wie Kochherd, Backöfen und Küchengeräte oder IT-Anwendungen werden hauptsächlich am Morgen und Abend genutzt. Je nach Jahreszeit und Wetter können auch sie von der eigenen Anlage gedeckt werden.

Welchen Anteil des produzierten Stroms selbst verbraucht werden kann (Eigenverbrauch), hängt vor allem von der Grösse der Anlage und dem persönlichen Stromverbrauch ab. Bei einer sehr kleinen Anlage von rund 12 Quadratmetern (2 kWp) können 35 bis 50% des produzierten Stroms selber verbraucht werden. Der restliche Teil wird gegen eine Vergütung des Stromversorgers ins Netz gespeist. Ist die Anlage etwas grösser (30 m2, 5 kWp), können nur noch 20 bis 40% des produzierten Stroms selber verbraucht werden.

Der Stromverbrauch eines Haushalts ist davon abhängig, ob es grössere Verbraucher hat, die sich zumindest teilweise steuern lassen. Dazu gehören bspw. Wärmepumpen, Warmwasserboiler oder Elektroauto. Verbrauchen diese Geräte vor allem dann Strom, wenn die Sonne scheint, kann der Eigenverbrauch erhöht werden, auch dann, wenn tagsüber niemand zu Hause ist. Hinweise dazu erhalten Sie hier. Eine weitere Steigerung ist über Batteriespeicher möglich, welche den produzierten Strom aufnehmen und quasi lagern. Wird eine Anlage von rund 30 Quadratmetern (5 kWp) mit einem 5 kWh Batteriespeicher kombiniert, kann sich der Eigenverbrauchsanteil von 30% auf 60% erhöhen, da der Strom nicht direkt verbraucht werden muss, sondern in der Batterie gespeichert wird.

Eine Solarwärmeanlage ist immer mit einem Warmwasserspeicher kombiniert. Bei einer typischen Anlage im Einfamilienhaus hat er ein Speichervolumen von ca. 500 Litern und erlaubt es, die tagsüber produzierte Wärme am Abend oder am folgenden Morgen zu nutzen.

Die heute üblichste Technologie in der Photovoltaik sind kristalline Module, die in Standardgrössen produziert werden und meist blau bis schwarz aussehen. In den letzten Jahren wurden diese jedoch stark weiterentwickelt und es besteht heute eine grosse Bandbreite an Produkten. Dazu gehören Module in anderen Grössen, Formen und Farben.

Bei kristallinen Silizium-Modulen können die einzelnen Zellen anders aneinandergereiht werden und damit mehr Formen bilden als nur die Standard-Rechtecke. Dünnschicht-Module erlauben nochmals viel flexiblere Formen und ermöglichen auch eine Anpassung an eine geschwungene Form.

Die Farbe der Module können mit diversen Technologien verändert werden. Dies ermöglicht eine sehr grosse Bandbreite an Farben, von grün, gelb über rot bis hin zu weiss. Je nach Farbe und Technologie reduziert sich der Wirkungsgrad dabei um weniger als 5 bis 40% (weisse Module).

Kollektoren für Solarwärmeanlagen sind in der Regel unauffällig schwarz. Sie nutzen meist nur einen Teil des Dachs und können deshalb gut und ästhetisch überzeugend mit Photovoltaikanlagen kombiniert werden. Sie können aber auch an der Fassade eingesetzt werden, was einen erhöhten Ertrag im Winter erlaubt – dann wenn die Wärme am meisten benötigt wird. Auch hier sind Farbvarianten möglich.

Beispiele

Auch kleine Solaranlagen können relevante Beiträge an den Strom- und Wärmeverbrauch eines Haushalts leisten. Eine Solaranlage von rund 20 Quadratmeter Dachfläche deckt nämlich 80% des jährlichen Strombedarfs eines durchschnittlichen Einfamilienhauses mit einer vierköpfigen Familie ab. Mit gezielten Massnahmen kann mehr als ein Drittel des von der eigenen Anlage produzierten Stroms zeitgleich selber vom Einfamilienhaus verbraucht werden. Der Rest wird gegen Vergütung ins Netz eingespeist.

Auch bei der Solarwärme leisten kleine Anlagen wichtige Beiträge. Rund vier Quadratmeter Sonnenkollektoren reichen in Kombination mit einem Wasserspeicher aus, um mehr als die Hälfte des jährlichen Warmwasserbedarfs einer vierköpfigen Familie zu decken. Von Mai bis August bereitet die Anlage 70% des Warmwasserbedarfs auf und selbst im Winter zwischen November und Januar kann die Anlage 20% zum Bedarf beisteuern.

Photovoltaik wandelt Sonnenenergie sehr effizient in Strom um. Der Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage, also das Verhältnis des produzierten Stroms zur auf der Fläche eingestrahlten Sonnenenergie, beträgt je nach Technologie zwischen 11% und 20%. Innerhalb der nächsten Jahrzehnte wird sich der durchschnittliche Wirkungsgrad nochmals steigern.

Der Wirkungsgrad anderer Technologien ist sehr unterschiedlich. Fossile Energien wie Kohle oder Benzin basieren ursprünglich auch auf Sonnenenergie. Betrachtet man den gesamten Herstellungszyklus von Photosynthese, Transformation zu fossilen Energien (Kohle, Rohöl, Erdgas) und Verbrennung zur Herstellung von Strom ist der Wirkungsgrad von eingestrahlter Sonnenenergie zu Strom allerdings viel kleiner als 1%, da bereits die Photosynthese nur einen Wirkungsgrad von rund 3% aufweist. Beziehen sich also Photovoltaik und fossile Energien beide auf die Sonneneinstrahlung als Energiequelle, ist der Wirkungsgrad der Photovoltaik in jedem Fall sehr viel höher. Zur Beurteilung der Umwelteffizienz einer Energiequelle ist der Wirkungsgrad jedoch kein geeigneter Indikator. Bessere Indikatoren dafür sind beispielsweise der Verbrauch (nicht erneuerbarer) Primärenergie, oder die Umweltbelastungspunkte über den Lebenszyklus. Eine Bewertung anhand dieser Indikatoren zeigt, dass Photovoltaik die Umwelt viel weniger stark belastet als fossile und nukleare Kraftwerke.

Solarthermische Anlagen haben einen etwa dreimal höheren Wirkungsgrad als Photovoltaikanlagen. Aber sie produzieren weniger hochwertige Wärmeenergie. Der Strom aus einer Photovoltaikanlage ist hochwertiger und kann z.B. mittels einer Wärmepumpe Umgebungswärme in die dreifache Menge Heizenergie umgewandelt werden. Damit liegen die Wirkungsgrade der beiden Technologien in einem vergleichbaren Bereich.

Photovoltaik ist effizienter als Erdöl

Photovoltaik wandelt Sonnenenergie sehr effizient in Strom um, der Gesamtwirkungsgrad beträgt rund 15 Prozent. Der Gesamtwirkungsgrad bei fossilen Energien beträgt hingegen weniger als 1 Prozent, eingerechnet des gesamten Herstellungsprozesses mit Photosynthese, Entstehung von fossilen Energieträgern und anschliessender Umwandlung zu Strom.

Strom aus erneuerbaren Energien wird über die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) und die Einmalvergütung finanziell gefördert. Die Förderung wird von allen Stromkonsumenten über einen Zuschlag auf jede verbrauchte Kilowattstunde Strom finanziert. Der Zuschlag beträgt 2019 2.3 Rp./kWh. Rund die Hälfte der Einnahmen wird für die Photovoltaik eingesetzt. Durchschnittlich verteuert damit die Förderung der Photovoltaik den Strom für Gewerbe und Industrie um knapp 8%.

Wie relevant sich eine solche Erhöhung auf einen Betrieb auswirkt, zeigt die Energiekostenintensität. Diese berechnet sich aus dem Verhältnis zwischen den Energiekosten und der Bruttowertschöpfung. Bei 99% der Schweizer Unternehmen machen die Energiekosten weniger als 0.5% der Bruttowertschöpfung aus. Bei den meisten Unternehmen fallen die Stromkosten also nicht stark ins Gewicht.

Unternehmen mit sehr hohen Stromkosten sind von der Verteuerung des Stroms viel stärker betroffen. Sie können sich jedoch den bezahlten Zuschlag für erneuerbaren Strom zurückerstatten lassen. Eine vollständige Rückerstattung ist für Unternehmen möglich, deren Stromkosten mindestens 10 Prozent der Bruttowertschöpfung ausmachen. Liegt der Anteil bei mindestens fünf Prozent, werden die Kosten teilweise zurückerstattet.

Interessierte Unternehmen finden weitere Informationen bezüglich Zurückerstattung hier.

Eine Solaranlage verbraucht während ihres gesamten Lebenszyklus Energie, so beispielsweise für die Aufbereitung der Materialien, die Herstellung der Module, bzw. der Solarpanels und des Wechselrichters, den Transport und das Recycling am Ende der Lebensdauer. Nach ein bis vier Jahren hat die Anlage durch ihre erneuerbare Stromproduktion diese Energie bereits kompensiert (Vergleich auf Ebene Primärenergie). Sie ist dann also energetisch amortisiert und liefert während über 25 Jahren zusätzlich erneuerbaren Strom.

Experten schätzen, dass diese Amortisationsdauer langfristig nochmals um rund einen Drittel gesenkt werden kann. Dies vor allem aufgrund von diversen Faktoren wie steigende Wirkungsgrade und Lebensdauer, eine effizientere Nutzung der Materialien oder Strommixe mit höherem erneuerbaren Anteil in den Herstellungsländern.

Die energetische Amortisationszeit für eine solarthermische Anlage liegt bei deutlich unter einem Jahr.

Photovoltaikanlagen sind schnell energetisch amortisiert

Nach ein bis vier Jahren hat die Anlage durch ihre erneuerbare Stromproduktion die Energie zu ihrer Herstellung bereits kompensiert.

Photovoltaikanlagen produzieren über Mittag am meisten Strom. Unabhängig von der Jahreszeit verbraucht die Schweiz in den Mittagsstunden sehr viel Strom. Damit produzieren Photovoltaikanlagen im Tagesverlauf grundsätzlich zu einer sehr passenden Zeit Strom. Weniger zum Schweizer Stromverbrauch passt, dass die Photovoltaik beim hohen Stromverbrauch in den Abendstunden und im Winter nur wenig Strom produziert.

Zurzeit spielt dies aber noch gar keine Rolle. Denn in der Schweiz betrug die Produktion der Photovoltaik 2016 gut 2% des Stromverbrauchs. Da der Strom aus Photovoltaik so wenig ausmacht bedeutet das, dass er immer verbraucht werden kann. Erst wenn die Photovoltaik stark ausgebaut wird und einen Anteil von 10-15% der Stromerzeugung ausmacht, würden im Sommer relevante Überschüsse entstehen, die dann entweder exportiert oder gespeichert werden müssten.

Solarstrom passt gut ins Schweizer Stromnetz

2016 betrug die Produktion von Solarstrom 2 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in der Schweiz. Erst wenn der Anteil von Solarstrom im Netz bei 10 bis 15 Prozent sein wird, werden wir zusätzlich Speicher und/oder eine Verstärkung des Stromnetzes nötig haben.

Mit 70 bis teils über 90% ist Glas der Hauptbestandteil aller Module. Durch den sehr hohen Glasanteil sowie einfach trennbare Metalle können rund 80 bis 90% eines Moduls bzw. Solarpanels, bezogen auf seine Masse, wiederverwertet werden. Grundsätzlich werden alte Solarpanels als erstes vom Aluminiumrahmen, Glas, den Kabeln und der Elektronik getrennt. Diese gelangen in Entsorgungskreisläufe wie Altglas, Altmetall und Elektronikschrott. Die Aufbereitung erfolgt in einem ersten Schritt mechanisch. Weitere Trennungs- und Abspaltungsverfahren sind thermochemisch, chemisch oder metallurgisch. So werden potenziell schädliche Substanzen wie z.B. Blei, Cadmium oder Selen entfernt und separat entsorgt. Silber, Tellur oder Indium werden so gut wie möglich und wirtschaftlich zurückgewonnen und können wiederverwendet werden. Mehr als 90% aller Module sind Si-kristallin, eine Modultechnologie, die praktisch keine schädlichen Substanzen enthält (etwas Blei und Silber). Dennoch muss eine Restfraktion von rund 10 bis 20% Gewichtsanteil heute noch verbrannt werden. Dies sind z.B. die Kunststofffolie und schwermetallhaltiges Lot. Durch den hohen Anteil an Glas und Aluminium ist das Recycling von Solarpanels mit dem Fensterrecycling vergleichbar.

In der Schweiz können Solarpanels über die vorgezogene Recyclinggebühr kostenlos am Verkaufsort oder an einer Sammelstelle zurückgegeben werden. Dadurch wird ein fach- und umweltgerechtes Recycling garantiert. Dies wird in der Schweiz von der Stiftung SENS eRecycling organisiert. Das bisher auf freiwilliger Basis aufgebaute System wird nach Anpassung der entsprechenden Verordnung künftig obligatorisch werden.

Photovoltaik-Module können zu 80 bis 90 Prozent rezykliert werden

Sie bestehen zu 78 Prozent aus Glas, zu 7 Prozent aus Aluminium und zu 1 Prozent aus Kupfer. Diese Materialien können alle wiederverwertet werden. Weiter bestehen Module aus 4 Prozent anderen Elementen, die via entsprechende Deponien entsorgt werden. Die restlichen 10 Prozent bestehen aus Kunststoff, der nach der Nutzung verbrannt wird.

Solarthermische Kollektoren bestehen praktisch vollständig aus Kupfer, Aluminium und Glas; Materialen die rezykliert werden können.

Solarmodule stellen im normalen Betrieb für Mensch und Umwelt kein Risiko dar. Alle auf dem Markt gängigen Produkte bestehen zu 75 bis 95% aus Glas. Weitere Hauptbestandteile sind Aluminium (Rahmen), Silizium und Kunststoffe. Potenziell giftige Stoffe wie Blei, Selen, Cadmium, Gallium oder Indium sind in tiefen Konzentrationen enthalten, aber nur (abgesehen von Blei) in Dünnschichtmodulen, die insbesondere in der Schweiz sehr kleine Marktanteile haben. Die meisten dieser Stoffe finden sich beispielsweise auch in Smartphones oder Computern. Die genaue chemische Zusammensetzung der Solarpanels hängt von der jeweiligen Technologie ab. Da die Solarpanels gegenüber Wind und Wetter geschützt sind, können im normalen Betrieb keine Schadstoffe aus ihnen herausgelöst werden. Sie sind für Mensch und Umwelt damit ungefährlich.

Bei den Dünnschichtmodulen entstehen Risiken dann, wenn ein Modul beschädigt wird, z.B. bei einem Brand, bei Transportschäden, Montagefehlern oder bei der Entsorgung. Reagieren beschädigte Module mit Flüssigkeiten, können geringe Mengen an umweltgefährdenden Stoffen austreten und in die Umwelt gelangen. Wichtig ist daher ein professioneller Umgang mit den Solarmodulen.

Die heute üblichste Technologie in der Photovoltaik sind kristalline Module, die auf Siliziumbasis hergestellt werden. Diese bestehen hauptsächlich aus Glas, Aluminium, Silizium und Kunststoffen, deren Verfügbarkeit unbestritten hoch ist. Sie benötigen zusätzlich Silber, das nur begrenzt verfügbar ist. Daher wurde in den letzten Jahren die Menge an benötigtem Silber pro Zelle bereits stark reduziert. Zudem werden Lösungen entwickelt, die Silber mit Kupfer ersetzen. Setzen sich diese wie erwartet durch, besteht bei kristallinen Modulen künftig keine Rohstoff-Knappheit für einen massiven Ausbau, da Kupfer nicht knapp ist.

Zusätzlich relevante Technologien sind Dünnschichtmodule mit Halbleiter aus Cadmium-Tellurid (CdTe) oder Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS). Ein massiver globaler Ausbau der Photovoltaik nur auf der Basis dieser beider Technologien wäre aus heutiger Sicht wegen der Knappheit diverser chemischer Elemente allerdings nicht möglich.

Zusammengefasst sind aber auch bei einem massiven globalen Ausbau keine Produktionsengpässe von Photovoltaikmodulen infolge einer Rohstoffknappheit absehbar. Dies vor allem auch aus den Gründen, dass sich die Effizienz der Module stetig steigert, vermehrte Anstrengungen zum Recycling gemacht werden und nach neuen Technologien geforscht wird.

Photovoltaikanlagen stellen kein grösseres Brandrisiko dar als andere Elektroinstallationen. Ein mehrjähriges Forschungsprojekt in Deutschland hat gezeigt, dass ein Brand in weniger als 0,01% der Anlagen aufgetreten ist. Bei diesen wenigen Fällen beschränkte sich der Brand grösstenteils auf die Anlage und griff nicht auf das Gebäude über. Die Brände entstanden hauptsächlich, weil die Anlagen falsch geplant oder installiert wurden. Überwiegende Fehlerquelle ist demnach der „Faktor Mensch“ und nicht die Anlage selbst. Zur Minimierung des Risikos sollten Photovoltaikanlagen deshalb professionell geplant, installiert und gewartet werden. Wer sich für eine Anlage interessiert, soll sich daher an einen zertifizierten Solarprofi wenden (www.solarprofis.ch).

Risiken von Photovoltaikanlagen bei der Brandbekämpfung

Eine Besonderheit gibt es bei der Brandbekämpfung von Photovoltaikanlagen. Unabhängig von der Ursache eines Brandes führt die Photovoltaik für die Feuerwehr zu spezifischen Risiken. Dazu gehören herabfallende Teile oder ein elektrischer Schlag. Dieser kann selbst dann auftreten, wenn das Haus vom Stromnetz getrennt ist, da ein Teil der Anlage weiter unter Spannung steht, solange Licht auf die Module fällt. Die Einsatzkräfte müssen deshalb dieselbe Sicherheitsmassnahme treffen wie bei anderen elektrischen Anlagen, die unter Spannung stehen: beim Löschen entsprechende Sicherheitsabstände einhalten.

Empfehlungen für Gebäudeeigentümerinnen und -Eigentümer

  • Lassen Sie Ihre Photovoltaikanlage von einem Solarprofi planen, installieren und warten.
  • Kennzeichnen Sie Ihre Anlage beim Netzanschluss/Trennschalter und halten Sie einen Orientierungsplan bereit. Die entsprechenden Aufkleber können Sie im Swissolar Shop kaufen.

Eine Photovoltaikanlage produziert mit ihren Modulen Gleichstrom, der dann in einem sogenannten Wechselrichter zu Wechselstrom umgewandelt wird, damit er im Haushalt genutzt oder ins Netz eingespeist werden kann. Die elektromagnetische Strahlung im Bereich des Gleichstromnetzes ist sehr gering und für den Menschen unkritisch, wenn Plus- und Minus-Leiter wie geplant nahe beieinanderliegen.

Die stärkste Strahlung verursacht der Wechselrichter. Analysen im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt haben gezeigt, dass die Emissionen einer professionell ausgeführten Photovoltaikanlage gering sind und die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschreiten. Nachts wird zudem keine elektromagnetische Strahlung verursacht, weil die Sonne dann nicht scheint und somit kein Strom fliesst.

Typische Haushaltsgeräte erreichen oft ähnliche Immissionen wie Photovoltaikanlagen. Zum Beispiel ist die Strahlung in 30 cm Abstand vom Elektroherd oder in 3 cm Abstand eines Haarföns ähnlich stark wie in 50 cm Abstand eines Wechselrichters. Dazu kommt, dass der Wechselrichter meist nicht im Wohnbereich steht und damit die typische Distanz der Bewohner zum Wechselrichter höher ist als zu anderen Geräten.

Elektrosmog von Photovoltaik? Vergleichbar mit anderen Haushaltsgeräten

Ein Haarfön mit einer typischen Distanz zum Körper von 3 Zentimetern hat eine magnetische Strahlung, also eine Flussdichte von 6 bis 2000 Mikrotesla. Ein Radiowecker mit einer typischen Distanz von 30 Zentimetern hat eine Flussdichte von 0,1 bis 1 Mikrotesla. Ein Elektroherd mit einer typischen Distanz von 30 Zentimetern hat eine Flussdichte von 0,15 bis 8 Mikrotesla. Im Vergleich dazu hat ein Wechselrichter bei einer Distanz von 50 Zentimetern eine Flussdichte von 7 bis 35 Mikrotesla. Bei einer Distanz von 500 Zentimetern sind es weniger als 0,1 Mikrotesla.

Der Bedarf nach Warmwasser – zum Duschen und in der Küche – ist über das Jahr in etwa konstant. Mit einer kleineren Solaranlage kann die Wärme für einen relevanten Teil des Warmwassers durch Sonnenenergie bereitgestellt werden. Im Sommer deckt die Anlage fast den gesamten Bedarf, im Winter nur einen kleinen Anteil. In Mehrfamilienhäusern sind die Nutzungsschwankungen kleiner und die Anlagen typischerweise knapper dimensioniert (weniger Quadratmeter pro Person). Damit erreichen sie Spitzenwerte im nutzbaren Ertrag pro Quadratmeter.

Mit etwas grösseren Anlagen ist es auch möglich, mit der Solarwärme zu heizen. Im Winter leistet sie nur einen kleinen Beitrag an Warmwasser und Heizung, im Herbst und Frühling einen etwas grösseren Teil und im Sommer deckt sie den gesamten Bedarf an Warmwasser ab. Wer beispielsweise mit einer Gas- oder Ölheizung heizt, kann so seinen Brennstoffverbrauch bei älteren Bauten für gewöhnlich um 20-30% senken, bei Neubauten sind Einsparungen bis 50% möglich.

Solarwärme eignet sich ideal, um warmes Wasser zu produzieren

Mit einer Warmwasseranlage wird im Sommer der Bedarf an Warmwasser gedeckt. Mit einer Anlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung wird im Sommer zusätzlich ein Überschuss an Sonnenenergie produziert. Mit einer Pionieranlage mit Speicherlösung wird der Warmwasserbedarf das ganze Jahr gedeckt. Ausserdem ist es möglich, im Winter mit der Solarwärme zu heizen.


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