«MONAMO Gemeinden» – Modelle nachhaltige Mobilität in Gemeinden

Gemeinden spielen bei der Förderung einer energieeffizienten und umweltfreundlichen Mobilität eine zentrale Rolle. Neben dem Vollzug hoheitlicher Aufgaben ist ihr Spielraum zur Umsetzung freiwilliger Massnahmen sehr gross. Im Rahmen von «MONAMO Gemeinden» (Modelle nachhaltige Mobilität in Gemeinden) werden mit Unterstützung von EnergieSchweiz innovative Ansätze für eine nachhaltige Gemeindemobilität entwickelt und erprobt.

Die per Ausschreibung gefundenen Gemeinden (mit rund 8'000 bis max. 50'000 Einwohnenden), werden von EnergieSchweiz über maximal fünf Jahre beratend und finanziell unterstützt (max. CHF 500'000 pro Gemeinde). Während der Projektzeit werden neue Wege ausserhalb bestehender Rahmen und Prozesse beschritten und neue Ansätze in der Praxis getestet. Ein zweistufiges Vorgehen mit einer Initialisierungsphase (ca. 1 Jahr) und einer anschliessenden Umsetzungsphase (bis max. 5 Jahre) erlaubt der Gemeinde den Einstieg in einen ergebnisoffenen Prozess und lässt Zeit und Raum für neue Ideen und Ansätze.

Vorbildgemeinden

Die «MONAMO Gemeinden» sollen zu Vorbildern für andere Gemeinden im Bereich nachhaltiger Mobilität werden und zur Nachahmung anregen. Die gemachten Erfahrungen sollen zudem Hinweise für die Anpassung und Weiterentwicklung der Aktivitäten von EnergieSchweiz sowie der Bundespolitik im Mobilitätsbereich liefern.

Kontakt

Bundesamt für Energie BFE
Sektion Mobilität
Claudia Heer
3003 Bern
Tel. 058 469 18 69
Email: claudia.heer@bfe.admin.ch

Fünf MONAMO-Vorhaben gestartet

Fünf Gemeinden werden in einem ersten Initialisierungsjahr von EnergieSchweiz unterstützt.

 

   

Im Rahmen von «ASHAMO - Aarau, die Sharing-Modellstadt» wirkt die Stadt Aarau auf einen Kulturwandel hin: Teilen soll selbstverständlich und alltäglich werden. Durch das Teilen von Fahrzeugen, Gütern, Raum und Zeit sollen Fahrten gar nicht entstehen und Ressourcen (Energie) eingespart werden. ASHAMO fokussiert auf die Handlungsfelder «Mobilität und Ver-/Entsorgung», «Mobilität und Freizeit» sowie «Mobilität und Arbeit». Die grosse Klammer über die drei Handlungsfelder ist der Sharing-Ansatz. Im Fokus stehen sowohl die Stadtbevölkerung (allgemein und zielgerichtet in den Quartieren) wie auch die Unternehmen (allgemein und zielgerichtet in räumlichen Clustern).

Ziele

  • Förderung einer Kultur des Teilens von Gütern, Zeit und Räumen, so dass insbesondere Fahrten mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) unnötig werden
  • Reduktion und effizientere Abwicklung des Verkehrsaufkommens in der Stadt durch Teilen von Verkehrsmitteln
  • verstärkte Nutzung von öffentlichem Verkehr (ÖV), Velo und zu Fuss gehen
  • effizientere Autonutzung

Massnahmen Initialisierungsjahr

  • Bildung einer Begleitgruppe sowie von Fachgruppen zu den drei Handlungsfeldern Ver-/Entsorgung, Arbeit, Freizeit
  • Durchführung von Workshops zur Ausarbeitung und Verfeinerung des Massnahmenkonzeptes
  • Einbezug der Bevölkerung (Quartiervereine)
  • Gründung einer Trägerschaft zur nachfolgenden Umsetzung der Massnahmen

   

Im Rahmen von «MONAMO Wil - aktiv. smart. geteilt» führt die Stadt Wil bestehende Grundlagen und neue Ideen zum «Smart Mobility Konzept» zusammen. Es baut auf Partizipation und Public Private Partnership auf. Gemeinsam mit der Bevölkerung, Politik, Verwaltung, Unternehmen, Mobilitätsanbietern und weiteren Akteuren soll die Mobilitätszukunft von Wil gestaltet werden. Im Fokus stehen die Handlungsfelder Human Powered Mobility, Shared Mobility, Smart Logistics und E-Mobility. Insgesamt leistet MONAMO Wil der Mobilitätszukunft in einer Kleinstadt Vorschub und wägt einzelne Mobilitätsmassnahmen - ob bewährt, neu entwickelt oder smart kombiniert - mit einem Gesamtblick auf einen attraktiven, ressourcenschonend belebten Stadtraum ab.

Ziele

  • Umsetzung nachhaltiger, klimaneutraler und raumsparender Mobilitätslösungen für Jung und Alt
  • Förderung einer intelligenten Verkehrsmittelwahl in einer Stadt der kurzen Wege
  • Erhöhung der Energieeffizienz und Stärkung der Smart City Bestrebungen für eine 2000-Watt-Gesellschaft
  • Nutzen von Synergien zwischen den verschiedenen (bestehenden) Strategien, Initiativen und Akteuren in der Stadt Wil

Massnahmen Initialisierungsjahr

  • Durchführung der RegioMove Module GO (zur Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema) und START (zur Verfeinerung der Handlungsfelder, Priorisierung der Massnahmenideen)
  • Durchführung eines MONAMO Pitch: Mobilitätsanbieter arbeiten für die Massnahmenideen passende Produkte aus
  • Einbezug einer Early Adopter Group zur Massnahmenentwicklung und Umsetzung
  • Umsetzung erster Massnahmen im Rahmen des «MONAMO Labs»
  • Verdichtung der Erkenntnisse zum «Smart Mobility Konzept Wil» (Detailkonzept)

 

   

Die Gemeinde bezweckt mit ihrem Projekt «Riviera - Commune SLOW» durch eine Reduzierung der Signalisation und Verlangsamung des Temporegimes eine Entschleunigung im Ortsteil Lodrino. Damit einhergehen soll auch eine Reduktion des durch den motorisierten Individualverkehr beanspruchten öffentlichen Raumes. Hierzu soll versuchsweise Tempo 40 auf den Durchgangsstrassen (Kantonsstrassen) und in den Quartieren flächendeckend Tempo 20 eingeführt werden. Bisher werden Tempo 20-Zonen (Begegnungszonen) nur gezielt in Wohnquartieren oder Einkaufszonen umgesetzt und auch Tempo 40 wird auf Durchgangsstrassen (Kantonsstrassen) normalerweise nicht signalisiert. Begleitet wird die Einführung des neuen Tempo-Regimes durch weitere Massnahmen, insbesondere zur Sicherung der Schulwege und Förderung des Veloverkehrs (Radwegnetz). Dadurch soll die Verkehrssicherheit erhöht und die Bevölkerung bestärkt werden, mehr Wege zu Fuss oder mit dem Velo zurückzulegen.

Ziele

  • Entschleunigung des Verkehrs durch eine Reduktion des Geschwindigkeitsregimes
  • Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und Förderung des Zusammenlebens
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit, Förderung der Koexistenz und des gegenseitigen Respekts
  • Reduktion des Energieverbrauchs und Senkung des CO2-Ausstosses durch mehr Fuss- und Veloverkehr

Massnahmen Initialisierungsjahr

  • Ausarbeitung der notwendigen Gutachten und Unterlagen zur Einführung von Tempo 40/20
  • Abklärungen mit den zuständigen Stellen bei Bund, Kantonen und weiteren relevanten Akteuren zum Erhalt der notwendigen Ausnahmebewilligungen
  • Festlegung eines Monitoring-Systems zur Überwachung der Zielerreichung

   

«Martigny Smart Mobility» will in der Gemeinde Martigny und in der Region Unterwallis auf attraktive und nachhaltige Weise Anreize für die kombinierte Mobilität schaffen. Mit diesem Projekt wird innerhalb der Gemeinde ein MaaS-System (Mobility as a Service) eingerichtet, bei dem die Nutzerinnen und Nutzer anhand einer RFID-Karte, einer IT-Anwendung und physischen Mobility-Hubs einfachen Zugang zu den verschiedenen Mobilitätsangeboten erhalten. Auf Basis der aufgebauten Infrastruktur und eines partizipativen Ansatzes wird danach ein Fördersystem für umweltfreundliche und geteilte Mobilität geschaffen. Das Projekt beinhaltet auch eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden der Region und mit Forschungsvorhaben (insbesondere mit der Innovationspartnerschaft EMB I-tinérance).

Ziele

  • Anreize für die kombinierte Mobilität schaffen, Wechsel von Verkehrsmitteln vereinfachen
  • nachhaltige und geteilte Mobilität für die Nutzerinnen und Nutzer attraktiver gestalten
  • ein flexibles System schaffen, in welchem die verschiedenen Mobilitätslösungen zentralisiert werden können, ohne Innovation zu hemmen
  • als Folge sollen energetisch effiziente und nachhaltige Mobilitätsformen stärker genutzt werden

Massnahmen Initialisierungsjahr

  • Analyse der Ist-Situation und Festlegung der für den Projekterfolg notwendigen technischen Besonderheiten der (digitalen und/oder physischen) Infrastruktur
  • Aufbau von Partnerschaften mit den verschiedenen Anbietern
  • Abstimmung mit der Bevölkerung, Zusammenarbeit mit den Gemeinden der Region und den Forschungsvorhaben

 

 

Bülach, Dietikon und Meilen wollen gemeinsam in ihren Gemeinden im Rahmen ihres MONAMO-Pilotprojektes ein Netzwerk aus Mobilitätsstationen errichten. Verschiedene nachhaltige Mobilitätsangebote sollen räumlich und digital zusammengeführt werden und so intermodale Wegketten erleichtern. Diese auf verschiedene Bedürfnisse anpassbaren intermodalen Mobilitätslösungen bieten eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr und können so dessen negative Auswirkungen reduzieren. Im Rahmen des Pilotprojektes soll entwickelt und erprobt werden, welches die für die verschiedenen Standorte (wie Bahnhof, Bus-Haltestelle, Quartier) passende Ausstattung der Mobilitätsstationen ist. Dabei sind nicht nur Mobilitäts- sondern auch weitere Angebote wie z.B. Paketstationen denkbar. Für den Betrieb der Stationen soll ein passendes Kooperationsmodell entwickelt werden.

Ziele

  • Erleichterung intermodaler Wegketten
  • Einsparung von MIV-Fahrten und somit Reduktion der CO2-, Luftschadstoff- und Lärmemissionen
  • Je nach Standort der Mobilitätsstation sind weitere Ziele möglich wie Beschleunigung der Reisezeit, die Verbesserung der Erreichbarkeit oder die Reduktion der Anzahl Dienstwagen von Unternehmen

Massnahmen Initialisierungsjahr

  • Analyse der städtebaulichen und verkehrlichen Ist-Situation in den Gemeinden bezüglich Mobilitätsstationen
  • Ermittlung der Standorte und Festlegung von Ausstattungsmerkmalen der Mobilitätsstationen
  • Identifizierung und Einbezug von Stakeholdern (z.B. Gewerbe, Bevölkerung)
  • Ermittlung möglicher Kooperationsformen und Einigung auf die beste Variante


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