Performance Gap: Verbrauchen Gebäude mehr Energie als sie sollten?

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Wie viel Energie brauchen neue Gebäude in der Schweiz für Raumwärme und Warmwasser? Ist dieser tatsächlich gemessene Energieverbrauch vergleichbar mit dem in der Planung berechneten Wärmebedarf oder gibt es hier Unterschiede? Falls im Gebäude mehr oder weniger Energie verbraucht wird, als vor dem Bau in der Planung berechnet worden ist, spricht man von einem Performance Gap.

In den letzten Jahren sind verschiedene Studien zu diesem Thema erschienen. Diese Resultate wurden nun für Sie zusammengefasst und die zentralen Fragen mit Experten weiter diskutiert.

Performance Gap: Potenziell vier unterschiedliche Komponenten

Es werden vier Komponenten unterschieden, die zu einem Performance Gap beitragen können.

Verhaltens-Gap

    Das reale Nutzerverhalten ist anders als angenommen. Beispiel: man heizt auf 23°C statt gemäss Norm auf 20°C.

Technischer Gap

    Das Gebäude wird nicht nach Plan gebaut und betrieben. Beispiel: Die Wärmepumpe ist schlecht eingestellt und hat darum einen schlechteren Wirkungsgrad.

Klima-Gap

    Das reale Wetter war im betreffenden Jahr anders als das angenommene Klima. Beispiel: Der Herbst und Winter der Messperiode war wärmer als in der Norm hinterlegt.

Modellierungs-Gap

    Das Berechnungstool bildet die Realität nicht perfekt ab.

Der Performance Gap in der Schweiz bei Neubauten: die wichtigsten Ergebnisse

Der Wärmeverbrauch von Mehrfamilienhäusern ist im Durchschnitt höher als der berechnete Bedarf

Aus den Studien lässt sich schlussfolgern, dass der reale Wärmeverbrauch von Wohnbauten im Durchschnitt höher ist als der berechnete Bedarf im Energienachweis für die Baubewilligung. Vergleiche von verschiedenen Studien sind dabei nicht einfach, da teilweise unterschiedliche Methoden und Kennzahlen verwendet worden sind. Gerade bei der Schätzung des Wärmebedarfs werden Annahmen getroffen, wie sich NutzerInnen verhalten. Diese können sich daher von Studie zu Studie unterscheiden.

Der Performance Gap wird auf +10% bis +20% geschätzt.

Experten schätzen den Unterschied zwischen dem gemessenen Wärmeverbrauch und dem berechneten Standard-Wärmebedarf des Schweizer Gebäudeparks auf zwischen 10% und 20%. In einzelnen Gebäuden liegt die gemessene Energiekennzahl jedoch erstaunlich stark unter oder auch stark über dem Grenzwert. Dies zeigt, dass sich von Einzelfällen nicht auf die durchschnittliche Situation in der Schweiz schlussfolgern lässt.

Die Hauptursache des Performance Gaps ist das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer

Verantwortlich für die +10% bis +20% der Abweichung zwischen Bedarf und Verbrauch ist gemäss Experten vor allem der Verhaltens-Gap, also das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer. Hier zeigen Studien, dass Bewohnerinnen und Bewohner von neuen Mehrfamilienhäusern höhere Raumtemperaturen einstellen, die Fenster häufiger öffnen und den Sonnenschutz in der Heizperiode im Winter häufiger nutzen als die SIA-Norm als Standard vorgibt.

Performance Gap richtig einordnen bei energieeffizienten Gebäuden

Vorsicht bei relativen Aussagen! Effiziente Gebäude (z.B. Minergie) schneiden bei einer relativen Betrachtung tendenziell schlechter ab – dennoch sind die Gebäude in absoluten Werten sehr energieeffizient.

Die Angabe von Performance Gaps mit nur relativen Angaben kann also zu falschen Schlussfolgerungen führen. So führt z.B. eine um ein Grad höhere Raumtemperatur und etwas geringere solare Gewinne durch mehr Sonnenschutz bei einem Neubau zu einem absoluten Mehrbedarf an Heizwärme von 13 kWh/m2a.

Ein solcher Mehrbedarf führt bei einem Neubau relativ betrachtet zu einer Zunahme von 87%, beim Altbau zu +11% (siehe Grafik). Je tiefer der Heizwärmebedarf (Neubau, Minergie, Minergie-P) ist, desto stärker zeigt sich dieses Phänomen.

 

Quelle: Studie Immogap, BFE 2018

Die Ausführliche Studie zum Thema Performance Gap

Verbrauchen Gebäude mehr Energie als sie sollten? - White Paper EBP Suisse, 2019

Performance Gap: Verbrauchen Gebäude mehr Energie als sie sollten?

Wie viel Energie brauchen neue Gebäude in der Schweiz für Raumwärme und Warmwasser? Ist dieser tatsächlich gemessene Energieverbrauch vergleichbar mit dem in der Planung berechneten Wärmebedarf oder gibt es hier Unterschiede? Falls im Gebäude mehr oder weniger Energie verbraucht wird, als vor dem Bau in der Planung berechnet worden ist, spricht man von einem Performance Gap.

In den letzten Jahren sind verschiedene Studien zu diesem Thema erschienen. Diese Resultate wurden nun für Sie zusammengefasst und die zentralen Fragen mit Experten weiter diskutiert.

Performance Gap: Potenziell vier unterschiedliche Komponenten

Es werden vier Komponenten unterschieden, die zu einem Performance Gap beitragen können.

Verhaltens-Gap

    Das reale Nutzerverhalten ist anders als angenommen. Beispiel: man heizt auf 23°C statt gemäss Norm auf 20°C.

Technischer Gap

    Das Gebäude wird nicht nach Plan gebaut und betrieben. Beispiel: Die Wärmepumpe ist schlecht eingestellt und hat darum einen schlechteren Wirkungsgrad.

Klima-Gap

    Das reale Wetter war im betreffenden Jahr anders als das angenommene Klima. Beispiel: Der Herbst und Winter der Messperiode war wärmer als in der Norm hinterlegt.

Modellierungs-Gap

    Das Berechnungstool bildet die Realität nicht perfekt ab.

Der Performance Gap in der Schweiz bei Neubauten: die wichtigsten Ergebnisse

Der Wärmeverbrauch von Mehrfamilienhäusern ist im Durchschnitt höher als der berechnete Bedarf

Aus den Studien lässt sich schlussfolgern, dass der reale Wärmeverbrauch von Wohnbauten im Durchschnitt höher ist als der berechnete Bedarf im Energienachweis für die Baubewilligung. Vergleiche von verschiedenen Studien sind dabei nicht einfach, da teilweise unterschiedliche Methoden und Kennzahlen verwendet worden sind. Gerade bei der Schätzung des Wärmebedarfs werden Annahmen getroffen, wie sich NutzerInnen verhalten. Diese können sich daher von Studie zu Studie unterscheiden.

Der Performance Gap wird auf +10% bis +20% geschätzt.

Experten schätzen den Unterschied zwischen dem gemessenen Wärmeverbrauch und dem berechneten Standard-Wärmebedarf des Schweizer Gebäudeparks auf zwischen 10% und 20%. In einzelnen Gebäuden liegt die gemessene Energiekennzahl jedoch erstaunlich stark unter oder auch stark über dem Grenzwert. Dies zeigt, dass sich von Einzelfällen nicht auf die durchschnittliche Situation in der Schweiz schlussfolgern lässt.

Die Hauptursache des Performance Gaps ist das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer

Verantwortlich für die +10% bis +20% der Abweichung zwischen Bedarf und Verbrauch ist gemäss Experten vor allem der Verhaltens-Gap, also das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer. Hier zeigen Studien, dass Bewohnerinnen und Bewohner von neuen Mehrfamilienhäusern höhere Raumtemperaturen einstellen, die Fenster häufiger öffnen und den Sonnenschutz in der Heizperiode im Winter häufiger nutzen als die SIA-Norm als Standard vorgibt.

Performance Gap richtig einordnen bei energieeffizienten Gebäuden

Vorsicht bei relativen Aussagen! Effiziente Gebäude (z.B. Minergie) schneiden bei einer relativen Betrachtung tendenziell schlechter ab – dennoch sind die Gebäude in absoluten Werten sehr energieeffizient.

Die Angabe von Performance Gaps mit nur relativen Angaben kann also zu falschen Schlussfolgerungen führen. So führt z.B. eine um ein Grad höhere Raumtemperatur und etwas geringere solare Gewinne durch mehr Sonnenschutz bei einem Neubau zu einem absoluten Mehrbedarf an Heizwärme von 13 kWh/m2a.

Ein solcher Mehrbedarf führt bei einem Neubau relativ betrachtet zu einer Zunahme von 87%, beim Altbau zu +11% (siehe Grafik). Je tiefer der Heizwärmebedarf (Neubau, Minergie, Minergie-P) ist, desto stärker zeigt sich dieses Phänomen.

 

Quelle: Studie Immogap, BFE 2018

Die Ausführliche Studie zum Thema Performance Gap

Verbrauchen Gebäude mehr Energie als sie sollten? - White Paper EBP Suisse, 2019


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