Solare Architektur – Technologie & Ästhetik verbinden

Die Solartechnologie hat sich durch massive Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen zu einer reifen Technologie entwickelt. Bei der Installation von Photovoltaikanlagen lag der Schwerpunkt bisher auf einer erhöhten Energieeffizienz, die ästhetischen Aspekte blieben oft im Hintergrund. Das muss aber nicht sein: Solarenergie kann effizient sein und schön aussehen. Dank moderner Architektur können effiziente und zugleich architektonisch harmonische Anlagen realisiert werden. Projekte wie das Kraftwerk B in Bennau (Seitenbild) oder das Wohnhaus Solaris in Zürich (unten) zeigen, dass die lokale Energieproduktion an Gebäuden höchsten ästhetischen Ansprüchen gerecht werden kann.

Solare Architektur kann:

  • Gestaltungsmöglichkeiten erweitern
  • Baukosten einsparen, weil Bauteile mit Photovoltaikelementen ersetzt werden können (zB durch Solarziegel)
  • zur Energiegewinnung im Winter und während Morgen- und Abendstunden beitragen (zB durch Solarfassaden)
  • direkt vom Dach das Elektroauto oder –velo laden (zB Carportdach)

Solararchitektur umfasst viele Ausprägungen und Anwendungsmöglichkeiten:

Photovoltaikmodule zur Stromproduktion wie auch Sonnenkollektoren für Warmwasser und/oder Heizungsunterstützung können direkt in die Gebäudehülle eingebaut werden. Die Technik lässt sich dabei bewusst zeigen oder nahezu unsichtbar integrieren. Nebst vielfältiger Gestaltungsmöglichkeiten ermöglicht dieses Vorgehen oftmals auch Einsparungen bei den Baukosten, da Photovoltaikelemente bestimmte Bauteile ersetzen.

Auf der Website von SUPSI, der Fachhochschule der italienischen Schweiz finden Sie Bilder und Informationen zur Integration von Photovoltaikelementen in der Architektur. Inklusive technischer Informationen für Architektinnen und Architekten sowie Fachplanende.

In vielen Fällen werden Solarmodule auf bestehende, intakte Dachflächen montiert. Solardächer können aber auch mit rahmenlosen Modulen (sogenannten Solarziegeln) erstellt werden, welche eine wasserdichte Oberfläche bilden und so die Ziegel ersetzen. Bei einem Neubau oder einer Dachsanierung können dadurch Material und Montagezeit eingespart werden.

Bei Ihren Planungen können Sie einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten und gleichzeitig der Bauträgerschaft einen langfristigen Mehrwert bieten. Ermitteln Sie jetzt das Solarpotenzial Ihrer Liegenschaft auf www.sonnendach.ch.

Solarfassaden bieten die Möglichkeit, die grossen Oberflächen an der Fassade energetisch zu nutzen. Stark geneigte oder senkrechte Flächen haben vor allem den Vorteil, gerade im Winter mehr Energie zu erzeugen – also in einer Jahreszeit, in der auch der Verbrauch höher ist. Weiter erzeugen Anlagen an den Ost- und Westfassaden in den frühen Morgen- und späten Abendstunden am meisten Energie und gleichen somit die Ertragskurve aus.

Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Solarmodule sind grundsätzlich ein mineralischer Baustoff und bieten die selben ästhetischen Anwendungsmöglichkeiten wie gefärbte Glasplatten und andere mineralische Platten. Damit können Solarmodule bestens und vielseitig an der Fassade verwendet werden.

Zurückhaltende schwarze Module (oben das Mehrfamilienhaus Casa Solara in Laax) sind ebenso möglich wie Module mit farbigen Zellen oder gefärbten und strukturierten Deckgläsern (unten das Mehrfamilienhaus Palazzo Positivo in Chiasso mit roten Modulen).

Auch bei bestehenden Gebäuden lässt sich oft eine geeignete Fassaden¬fläche finden, welche mit Solarmodulen bestückt werden kann. Unten: Wohnhochhaus an der Kasperstrasse in Bern mit schwarzen Photovoltaikmodulen links der gelben Sonnenstoren.

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Balkonbrüstungen

Balkonbrüstungen bieten oft grössere Flächen, als man denkt. Mit einem 1 Meter hohen und 5 Meter langen Geländer können etwa 25 Prozent des Stromverbrauchs einer Familie erzeugt werden. Ein solches System kann besonders einfach an einem bestehenden Haus angebracht werden. Für eine rentable Installation sollte eine Oberfläche mindestens 10 Quadratmetern installiert werden.

 

   

Solaraktive Schiebeläden

Auch Fensterläden lassen sich für die Produktion von solarer Wärme oder Elektrizität nutzen. Die Läden erfüllen dabei zwei Funktionen gleichzeitig: Die Abschirmung von Innenräumen vor Wärme und Licht sowie die Energieproduktion.

Bild: solaraktive Schiebeläden für MFH Wiesenstrasse, Küsnacht (Architektur: Vera Gloor AG, Zürich / Fachpartner Photovoltaik: Leutenegger Energie Control, Küsnacht)

 

   

Carport

Überdachungen für Autoparkplätze oder Velounterstände sind ideal für den Einsatz von Solarmodulen. Der produzierte Strom lässt sich gleich vor Ort für das Laden von Elektroautos oder -velos nutzen.

Bild: Parkplatz für Elektroautos mit flexiblen Solarmodulen auf dem EKZ-Areal in Ohringen (Produkt: Flisom AG, Niederhasli)

 

   

Lichtsteuerung des Innenraums (Semi- bis hochtransparente Module

Die (Semi-)Transparenz der Glas-Glas-Module kann genutzt werden, um Licht in ein Gebäude zu lassen.

Bild: Lichtsteuerung des Innenraums der Bibliothek Stuttgart mit PV-Modulen auf dem Dach (Architektur: Eun Young Yi, Köln/Seoul)

 

«Passive» Solarhäuser sind so konzipiert, dass die Sonnenenergie für die natürliche Beleuchtung, die Beheizung und/oder die Kühlung der Räume optimal genutzt wird. Bei der Planung muss besonders auf die Materialauswahl, die Ausrichtung des Hauses und die Lage der Fensterflächen geachtet werden. Dabei bietet es den Bewohnenden gleichzeitig grossen Komfort.

Das Prinzip der passiven Solarhäuser beruht nebst der Nutzung der Sonnenenergie auf verschiedenen Ansätzen wie der Isolation von Mauern und Fensterverstärkung, der Reduktion von Wärmeverlusten über Wärmebrücken oder der Optimierung der Lüftung. In der Schweiz beinhaltet das Minergie-P-Label die Ziele des Passivhauses.

Erfahren Sie mehr über die Pioniere des Passivhauses:

Zahlreiche Informationen zu gestalterischen Aspekten der Solararchitektur finden Sie auch auf www.solarchitecture.ch. Unsere akademische Partnerin SUPSI, Swissolar und die ETH Zürich schufen diese Plattform mit Unterstützung von EnergieSchweiz. Auch die Aspekte Technologie, Konstruktion, Ökonomie und Ökologie werden dort thematisiert.

Diverse Publikationen zeigen durch schöne Bilder und umfassende Informationen zu Technik, Gestaltung und Architektur die vielseitigen Möglichkeiten der solaren Architektur:

In Zusammenarbeit mit der Architekturzeitschrift Hochparterre ist die Heftreihe für Solararchitektur „Solaris“ entstanden:

  • Solaris #1 – «Niemand muss wissen, dass es ein Solarhaus ist»
  • Solaris #2 – «Technik und Architektur sind nicht zu trennen»
  • Solaris #3 – «Alles soll sich zu einem Ganzen fügen»

Wie weiter? Wollen Sie an Ihrem eigenen Gebäude eine Solaranlage realisieren, dann finden Sie unter Meine Solaranlage eine Checkliste für das Vorgehen.


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