Fahr mit dem Strom

Ferien mit dem E-Auto

Wer an lange Strecken mit dem Elektroauto denkt, grübelt schnell mal über die Reichweite nach. Der Gedanke, mit leerer Elektroautobatterie plötzlich irgendwo festzusitzen, sorgt wohl am häufigsten für Kopfzerbrechen bei E-Auto-Neulingen. Beim Benziner hat man das beruhigende Gefühl: Alle paar Kilometer kommt eine Tankstelle. Beim E-Auto muss man sich im Vorfeld einfach ein wenig informieren. Die gute Nachricht: Mit unseren Tipps fahren Sie entspannt in die Ferien!

Es ist normal, dass Sie sich anfangs denken: Komme ich von A nach B? Reicht die Ladung, wenn spontan noch C dazukommt? Und wo lade ich, falls es doch knapp wird? Wer schon etwas Erfahrung mit Elektroautos hat, merkt schnell: Diese Bedenken kommen aus purer Unwissenheit. Fazit nach einigen Wochen E-Auto-Erfahrung: völlig unnötige Gedanken-Energie investiert! Es gibt hervorragende Apps, die Ladesäulen in der Nähe anzeigen. Das E-Auto-Navi zeigt Ihnen direkt an, wie viel Batterie für die Strecke benötigt wird. Selbst ein Kleinwagen mit einer eher geringen Reichweite bringt Sie heute überall hin und zurück, ohne Probleme. Wer es einmal ausprobiert hat, möchte nicht mehr zurück. Ein lustiger Effekt dabei: Wenn der Benziner halb voll ist, denkt man: «Ah, easy, reicht noch ewig.» Beim E-Auto bei 50 % Ladung? «Uiiiuiui, nur noch 50 %!» Aber auch dieses Gefühl legt sich schnell, sobald man Routine und Vertrauen aufgebaut hat.

Vom 1. Mai bis 31. Juli 2026 haben Sie die einmalige Chance, ein Elektroauto für längere Zeit auszuprobieren – zum Beispiel in den Ferien. Dank unseren 15 Elektroauto-Partnern können Sie aus mehr als 15 Marken wählen – hier geht’s zu den Angeboten.

1. Route und Ladepausen spontan planen

Wer hat schon Lust, zu planen, was mit dem herkömmlichen Auto gar nicht nötig war? Die Erfahrung zeigt, dass Reisen oftmals anders verlaufen als geplant. Mal muss man auf die Toilette, mal rufen Hunger und Durst nach einer Pause. Also lädt man einfach dort, wo man gerade ohnehin anhalten möchte. Wenn Sie mit einem modernen Elektroauto auf der Autobahn bei 130 km/h in die Ferien unterwegs sind, reicht in der Regel alle zwei bis drei Stunden Fahrt eine Pause von 15 bis 30 Minuten. Heute ist es mit vielen E-Auto-Modellen durchaus möglich, mehrere hundert Kilometer mit nur einer einzigen Pause zurückzulegen. Sie müssen also nicht akribisch planen. Verschaffen Sie sich am Vortag einen Überblick über Route und Lademöglichkeiten – Ihr Bordcomputer oder eine App erledigt den Rest für Sie. Machen Sie Ihre Fahrzeit zur Ferienzeit. Anstatt nur schnell von A nach B zu kommen, entdecken Sie die schönsten Orte auf Ihrer Route. So wird Ihre Reise zum Erlebnis.

2. Nutzen Sie über 1 Million Ladepunkte in Europa

Schaffen Sie sich vor Ihrer Reise 1–3 internationale Roaming-Karten an. Mit der Octopus Electroverse Ladekarte und App oder der Shell Ladekarte ist Laden so einfach wie Tanken: Sie haben Zugang zu einer Million Ladepunkten und mehr in 22 Ländern. Auch die Swisscharge Ladekarte und App machen das Laden im In- und Ausland leicht. Die Abrechnung erfolgt dann bequem gesammelt am Monatsende. Tipp: Wenn Sie regelmässig am selben Ort laden, kann es sinnvoll sein, beim lokalen Anbieter eine Ladekarte abzuschliessen. Zudem bieten die meisten Ladestationen, insbesondere Schnellladestationen, die direkte Bezahlung per Kredit- oder Debitkarte an – genau wie Sie es an Tankstellen gewohnt sind.

3. Mit 1 App alle Ladepreise in Europa vergleichen

Die App Chargeprice hilft Ihnen, die Preise für das Laden von Elektroautos in ganz Europa zu vergleichen. Die App vergleicht Hunderte Tarife für Schnellladestationen und herkömmliche Ladestationen von verschiedenen Anbietern. Speziell für die Schweiz: Die Preiskarte von Swiss eMobility nutzt die Daten von Chargeprice und gibt Ihnen einen einfachen Überblick über die Ladekosten in der Schweiz.

4. Öfter und kürzer laden spart Zeit

Denn ab 80 % nimmt die Ladegeschwindigkeit spürbar ab. Das Laden der letzten 20 % dauert vergleichsweise lange. Laden Sie unterwegs lieber öfter und kürzer. Bis auf 100 % können Sie die Batterie zum Beispiel über Nacht oder während einer mehrstündigen Pause an einer langsamen Ladestation (AC) laden. Wenn der Ladestand auf rund 15 % sinkt, ist es an der Zeit, eine Ladepause in den nächsten 30 bis 50 km einzuplanen.

5. Auch Menschen müssen aufladen

Zwei Stunden Fahrt, gefolgt von 20–30 Minuten Pause zum Laden ergibt einen guten Rhythmus. Kurze Pausen sind so oder so wichtig, um auf der Strasse aufmerksam zu bleiben und um auch die eigene Batterie aufzuladen. Gerade, wenn Sie mit Familie oder Freunden unterwegs sind, hat immer mal jemand ein dringendes Bedürfnis. Sei es nur mal kurz die Beine zu vertreten, frische Luft zu schnappen oder einen Kaffee zu trinken.

6. Fahren Sie nicht in einem Kühlschrank

Die Klimaanlage verbraucht Energie aus der Elektroautobatterie. Um mehr Energie fürs Fahren zu haben, lohnt es sich, die Klimaanlage nur moderat einzusetzen. Fahren Sie auf der Autobahn locker und klimatisieren Sie nicht immer auf 18 °C – das ist besser für die Umwelt, den Geldbeutel und die Reichweite.

7. Machen Sie Probereisen in der Schweiz

Sie sind das erste Mal mit einem Elektroauto unterwegs oder laden normalerweise zu Hause an der eigenen Ladestation? Machen Sie sich vor Ihrer Reise mit dem Suchen, Finden und Laden an öffentlichen Ladestationen in der Schweiz vertraut.

8. Reifendruck für mehr Reichweite

Ein korrekt eingestellter Reifendruck reduziert den Rollwiderstand und damit den Energieverbrauch. So können Sie auf langen Strecken einige Kilometer mehr Reichweite herausholen. Prüfen Sie den Reifendruck am besten einmal im Monat an kalten Reifen und halten Sie sich an die Herstellerempfehlungen. Ist der Pneu bei der Kontrolle warm, zum Beispiel nach einer längeren Fahrt in den Ferien, können Sie den empfohlenen Druck beim Nachfüllen als Faustregel um 0,2 bis 0,3 bar erhöhen.

9. Entdecken Sie opportunistisches Bibbern

Noch nie gehört? Sie können auch «Laden in der Freizeit» sagen, d. h.: Wann immer Sie unterwegs eine Lademöglichkeit zum langsamen Laden finden, nutzen Sie diese, auch wenn die Elektroautobatterie noch nicht leer ist. Zum Beispiel während eines Stadtbummels, eines Besuchs in einem Museum, des Einkaufs, eines Restaurantbesuchs, einer Wanderung oder eines Strandbesuchs. So ersparen Sie sich später die aktive Suche nach einer Ladestation. Die Karte am Bordcomputer des Autos zeigt überraschend oft kleine, günstige Ladestationen an, die weniger als 300 Meter vom Zielort entfernt sind – vor allem in Städten und touristischen Gegenden.

10. Wie viel Energie fressen Dachbox, Veloträger und Wohnwagen?

Wie auch bei herkömmlichen Autos gilt beim Elektroauto: Der Energieverbrauch steigt, wenn Sie Velos oder eine Transportbox auf dem Autodach transportieren. Durch den Aufbau erhöht sich nämlich der Luftwiderstand. Einige Hersteller bieten deshalb neuerdings auch Heckboxen und Heckveloträger an, die sich sicher am Heck montieren lassen. Der ADAC hat den Mehrverbrauch durch Dachboxen und Veloträger gemessen. Als Fahrzeug wurde beispielhaft ein zugkräftiger KIA EV 6 eingesetzt. Dabei hat sich der Energieverbrauch mit zwei Velos auf dem Dach auf der Autobahn bei 120 km/h um etwa ein Drittel erhöht. Fahrräder am Heck erhöhen den Mehrverbrauch lediglich um weniger als zehn Prozent. Und wie sieht es mit Wohnwägen aus? Mit einem grossen Wohnanhänger verdoppelt sich der Energieverbrauch bei 100 km/h. Hier gibt’s die Details zum ADAC-Test. Hier gibt’s die Details zum ADAC-Test.

Stromverbrauch mit An-/Aufbauten in Prozent

Stromverbrauch mit An-/Aufbauten in Prozent

11. Reisen Sie ausserhalb des Hauptreiseverkehrs

An Tagen mit sehr hohem Verkehrsaufkommen kann es auf den Strassen, aber auch an den Zapfsäulen und Ladestationen zu Staus und Wartezeiten kommen. Wenn Sie Schulkinder haben, kommen Sie um den Ferienreiseverkehr nicht herum. Versuchen Sie, Wochentage und Uhrzeiten zu wählen, an denen weniger los ist auf den Strassen. Tipp: Sollten die Ladestationen an der Autobahn überlastet sein, zeigt die Erfahrung, dass Schnellladestationen ausserhalb des Autobahnnetzes fast immer weitgehend ungenutzt bleiben. Manchmal sind diese nur wenige hundert Meter von einer Autobahnausfahrt entfernt. Ihr Bordcomputer oder die App weist Ihnen den Weg.

Was, wenn mir unterwegs der Strom ausgeht?

Ihr E-Auto lässt Sie nicht im Stich. Elektroautos haben nämlich ein dreistufiges Warnsystem, das Sie vor leergefahrenen Batterien schützt:

  1. Warnung ab 15–20 % Akkustand: Genügend Zeit, um eine Ladestation in der Nähe (rund 50 km) zu finden.

  2. Das E-Auto warnt nun energischer: Manche Modelle schlagen jetzt Energiesparmassnahmen vor.

  3. Das E-Auto drosselt die Leistung: Sinkt der Ladestand in den einstelligen Bereich, wird das Auto sehr langsam.

Und was passiert bei 0 % auf der Anzeige?

Eine Notreserve ermöglicht meist noch ca. 15 km Weiterfahrt, bevor das Auto endgültig stehenbleibt. Diese Reserve ist ein absoluter Notnagel und kann bei Kälte, Alterung der Batterie oder Steigungen deutlich geringer ausfallen und je nach Modell variieren – verlassen Sie sich nicht darauf.

Und falls doch einmal der Worst Case eintritt?

Rufen Sie den Abschleppdienst! Elektroautos dürfen Sie in der Regel nicht auf eigenen Rädern abschleppen, weil sonst der Elektromotor Spannung erzeugen und dadurch die Elektrik zerstören könnte. Mehr Tipps und Infos dazu finden Sie im Testbericht des ADAC.

Fazit: Laden Sie lieber einmal mehr und nutzen Sie bei niedriger Restreichweite Energiesparmassnahmen wie Eco-Modus, Klimaanlage runter, vorausschauend fahren. Mit den weiterführenden Tipps für Elektroautos von EcoDrive sparen Sie beim Fahren Energie und sorgen somit für mehr Reichweite auf Ihrer Reise. Hier kurze Videos anschauen. Effizientes Fahren kann bis zu 10 % Energie sparen und so die Reichweite erhöhen. Das zeigt diese Studie.

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