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Stefano Mauri Project Manager – Elettromobilità AEM smauri@aemsa.ch
Das Ladeprojekt von Aziende Industriali di Lugano (AIL) zeigt, wie Elektroautos in Mietobjekten sicher, flexibel und wirtschaftlich geladen werden können – mit dynamischem Lastmanagement, PV-Anbindung und transparenter Abrechnung.

Die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen erfordert wirksame Lösungen für das Laden in Mietobjekten. Ein konkretes Beispiel ist ein Mehrparteiengebäude in Lugano, in der die AIL eine umfassende Lösung geplant und umgesetzt hat, welche dynamisches Lastmanagement, eine transparente Abrechnung und eine Photovoltaikanlage miteinander kombiniert. Dieses Projekt zeigt, wie das Laden von Elektrofahrzeugen auch in komplexen Wohnsituationen sicher, flexibel und wirtschaftlich nachhaltig gestaltet werden kann.
Es geht um ein Mehrparteiengebäude mit sechs Mietwohnungen, ausgestattet mit einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 29,9 kWp. Für das Energiemanagement wurde ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV/RCP) eingerichtet, der die Wohnungen, die Photovoltaikanlage, den Hauptzähler sowie einen separaten Zähler für die Ladestationen umfasst.
Alle Ladestationen sind an diesen gemeinsamen Zähler angeschlossen, was eine einfache und transparente Erfassung der mit dem Laden von Elektrofahrzeugen verbundenen Verbräuche ermöglicht.
In der Tiefgarage wurde eine SIA-2060-konforme Lösung mit einem durchgehenden Flachkabel installiert, die einen einfachen späteren Ausbau erlaubt. Aktuell sind drei dedizierte Easee-Ladestationen in Betrieb, die über Wi-Fi verbunden sind und mit einem dynamischen Lastmanagement arbeiten, um die verfügbare Leistung effizient und ohne Überlastungen zu verteilen.
Die Abrechnung erfolgt über die Elektromobilitätslösung YourCharge. Die Nutzerinnen und Nutzer bezahlen einen Zuschlag von 42 Rappen/kWh sowie eine monatliche Servicegebühr, während der mit der Photovoltaikanlage produzierte Strom der Eigentümerschaft zugutekommt
Das dynamische Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung in Echtzeit auf alle Ladestationen und passt sich an den aktuellen Verbrauch des Gebäudes sowie an die Produktion der Photovoltaikanlage an. Dadurch werden Überlastungen vermieden und die verfügbare Energie optimal genutzt, was ein effizienteres Laden ermöglicht.
Im Gegensatz zum statischen Lastmanagement, bei dem jeder Ladestation ein fixer Leistungswert unabhängig vom Gesamtverbrauch zugewiesen wird, regelt das dynamische System die Leistung nach der tatsächlichen Nachfrage. Dies bietet eine höhere Flexibilität und mehr Sicherheit für alle Nutzerinnen und Nutzer.
Die Ladestationen sind an die Photovoltaikanlage des Gebäudes angeschlossen, sodass der produzierte Solarstrom direkt genutzt werden kann. Dies senkt nicht nur die Energiekosten, sondern erhöht auch die Gesamteffizienz des Gebäudes, indem lokale und nachhaltige Energie optimal verwertet wird.
Die Praxiserfahrung zeigt einige wiederkehrende Herausforderungen:
Erreichen der Mehrheit der Stockwerkeigentümer- oder Mieterschaft für die Installation.
Verständnis für Funktionsweise und Notwendigkeit der Ladeinfrastruktur.
Bereits individuell installierte Ladestationen.
Begrenzte verfügbare Anschlussleistung.
Fehlender Platz für zusätzliche Zähler oder für die Hardware des dynamischen Lastmanagements.
Aus dem Projekt in Lugano lassen sich mehrere bewährte Vorgehensweisen ableiten:
Vorausschauende Planung: Vorbereitung von Verkabelung und dedizierten Zählern bereits in der Bau- oder Sanierungsphase.
Wahl des Lastmanagements: Abhängig von Nutzerzahl und verfügbarer Leistung zwischen statischem und dynamischem System entscheiden.
Klare und transparente Tarife: Verständliche und nachhaltige Abrechnungsregeln für alle Nutzerinnen und Nutzer festlegen.
PV-Integration: Die Photovoltaikproduktion gezielt nutzen, um Kosten zu senken und den Eigenverbrauch zu fördern.
Unterlagen Präsentation auf Italienisch Fachtreffen mit dem gesamten Foliensatz auf Italienisch
Stefano Mauri Project Manager – Elettromobilità AEM smauri@aemsa.ch