Meier Tobler AG – Ladeinfrastruktur am Firmenstandort

Die Fahrzeugflotte von Meier Tobler hat im Jahr 2023 80% der betrieblichen CO-Emissionen verursacht. Für den Schweizer Haustechnik-Anbieter war das ein Grund, auf E-Mobilität umzusteigen. Ein Erfahrungsbericht über den Weg zur E-Flotte.

image

Meier Tobler hat sich das Ziel gesetzt, bis im Jahr 2050 die eigene Flotte vollständig auf elektrische Antriebe umzustellen. Schnelle Erfolge hat das Unternehmen bei den Personenwagen erzielt – per Ende 2024 waren 40% der Pkw-Flotte elektrifiziert. Grossen Nachholbedarf sieht das Unternehmen bei den leichten Nutzfahrzeugen und Lastwagen. Der Aufbau der Ladeinfrastruktur und die gesammelten Erfahrungswerte sind jedoch ein wichtiges Sprungbrett, um auch in diesen Fahrzeugkategorien die Transformation zu schaffen.

Erste Schritte zur E-Mobilität

In einem ersten Schritt Richtung E-Mobilität prüfte der Haustechnik-Anbieter zunächst die relevanten Fahrzeugtypen und Nutzergruppen. Das Projektteam setzte dabei den Fokus zunächst auf Personenwagen. Anschliessend startete Meier Tobler ein Pilotprojekt mit 10 interessierten Mitarbeitenden. Nach positiven Erfahrungen begann das Unternehmen mit der Skalierung der Flottenelektrifizierung und dem Aufbau der Ladeinfrastruktur.

Abrechnung und Betrieb

Die Ladeinfrastruktur entstand an firmeneigenen Standorten und wurde durch einen zentralen externen Dienstleister begleitet. Sowohl die Basisinfrastruktur als auch die Ladestationen gehören der Meier Tobler, während ein externer Anbieter den Betrieb sowie die Abrechnung regelt. Damit entspricht das Betreibermodell der Variante 2 im Merkblatt «Betreibermodelle und Ausbauvarianten».

image
Ein offener Dialog mit den Mitarbeitenden hilft, Hindernisse frühzeitig zu erkennen und anzugehen.
Dario Mele, Fachverantwortlicher Flottenmanagement Meier Tobler AG

Für Mitarbeitende mit einem elektrisch betriebenen Geschäftsfahrzeug übernimmt Meier Tobler die Kosten für eine Ladestation, die in das Eigentum der Mitarbeitenden übergeht und auch privat genutzt werden darf. Damit fördert das Unternehmen nachhaltige Mobilität und steigert gleichzeitig die Attraktivität von Meier Tobler als Arbeitgeber.

«Besonders herausfordernd war die Abrechnung der Ladevorgänge von Flottenfahrzeugen, die Mitarbeitende zu Hause laden», sagt Dario Mele, Fachverantwortlicher Flottenmanagement. «Am Anfang haben wir diese Ladevorgänge eigenständig abgerechnet. Doch mit der wachsenden Elektrifizierung der Flotte und dem steigenden Ladevolumen wurde der Aufwand zu gross.» Deshalb entschied sich Meier Tobler, einen externen Dienstleister einzusetzen, der die Ladevorgänge automatisch abrechnet und vergütet.

Neue Parkregeln eingeführt

Es kann herausfordernd sein, allen Nutzergruppen einen Zugang zur Ladeinfrastruktur zu ermöglichen. So stehen die AC-Ladestationen (11 kW) für die Flotte auch den privaten Fahrzeugen der Mitarbeitenden und Gästen offen. Dafür erhalten Mitarbeitende und Besuchende eine Ladekarte. Diese kombinierte Nutzung der Ladestationen brachte aber einige Probleme mit sich. «Damit die Flottenfahrzeuge immer freie Ladeplätze finden, führten wir neue Parkregeln ein. Mitarbeitende müssen ihr privates Auto nach dem Laden wieder umparken», so Mele. «Damit das reibungslos funktioniert, führten wir neue Abläufe ein und die Mitarbeitenden mussten umdenken.»

Partizipation als Erfolgsfaktor

Entscheidend für den erfolgreichen Aufbau der Ladeinfrastruktur und die Integration in den Betriebsalltag war, die Belegschaft während des ganzen Prozesses eng einzubinden. «Durch den Dialog mit den Mitarbeitenden lassen sich Hindernisse und Handlungsbedarf frühzeitig erkennen und angehen», hält Mele fest. Auf Grundlage der guten Erfahrungen stehen nun die nächsten Schritte an. Seit Anfang 2025 laufen erste Versuche mit leichten E-Nutzfahrzeugen, womit auch die restliche Flotte den Weg zur nachhaltigen Mobilität einschlägt.

Fakten zum Projekt

Zeitraum des Projekts

2022 bis laufend

Ort/Region

Schweizweit

Kosten und Finanzierung

Ca. 350'000 CHF bisher

Involvierte Akteure

  • Eigentümer

  • Verwalter

  • Mitarbeiter

  • Elektroinstallateure

  • Dienstleister Ladeinfrastruktur

  • Facilitymanagement

Tipps und Tricks

  • Frühzeitige Bedarfsanalyse verhindert Fehlinvestitionen und stellt sicher, dass die Infrastruktur mit den Bedürfnissen des Unternehmens mitwachsen kann.

  • Abrechnungen auslagern bei grösserem Ladeaufkommen

  • Einbettung in Nachhaltigkeitsstrategie kann zusätzliche Motivation und Verbindlichkeit schaffen

  • Ladeinfrastruktur an Verweildauer anpassen

  • Positive Kommunikationsstrategie gegenüber den Stakeholdern

Zielgruppen

Sprachen
Socialmedia
bundesbanner de