Umweltrechner Verkehr

Wie fahre ich nachhaltig in die Ferien?

Familienferien auf Elba, ein Paarwochenende in London oder ein Trip mit Freunden nach Barcelona: Welches Verkehrsmittel ist dabei am klimafreundlichsten? Mit dem Umweltrechner Verkehr kann man über 200 Verkehrsmittel vergleichen und so fundierte Entscheidungen treffen.

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Im Jahr 2024 unternahm jede in der Schweiz wohnhafte Person durchschnittlich 2,9 Reisen mit Übernachtungen, mehr als die Hälfte davon ins Ausland (Quelle: BFS). Viele Menschen möchten möglichst umweltfreundlich reisen. Doch die Wahl des idealen Verkehrsmittels ist manchmal gar nicht so einfach. Das zeigen drei konkrete Szenarien.

Bern–Elba mit 4 Personen

Eine Familie fährt in den Urlaub nach Portoferraio auf der Insel Elba. Die Eltern überlegen sich, wie sie die Strecke am nachhaltigsten, aber auch komfortabelsten zurücklegen. Dafür vergleichen sie Flug, Zug und Auto. Sie besitzen ein benzinbetriebenes Auto und wohnen in der Stadt Bern. Beim Berechnen der Umweltauswirkungen der Fähre zwischen Piombino und Portoferraio für die Auto- und Zugreise merken sie, dass deren Emissionen für die Gesamtstrecke vernachlässigbar sind. Ebenfalls fällt ihnen auf: Bei der Zugfahrt sind die Werte je nach Land sehr unterschiedlich. Der Strommix in der Schweiz ist deutlich nachhaltiger als in Italien, wo die Hälfte des Stroms aus importiertem Erdgas gewonnen wird.

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Sie errechnen folgende Werte: Bei einem Flug fallen 162 kg an CO2-Äquivalente pro Person an. Mit dem Zug sind es 40 kg, mit dem Benzinauto 51 kg. Aus Interesse schauen sie auch die Werte für ein E-Auto an: Damit würden nur 25 kg anfallen. Das E-Auto schneidet im Vergleich zum Zug besser ab, da vier Personen mit dem Fahrzeug unterwegs sind. Würde eine Person alleine reisen, wäre der Zug deutlich nachhaltiger. Da die Eltern schon länger mit dem Gedanken spielen, auf ein E-Auto umzusteigen, mieten sie nun bei ihrer Garage für drei Monate eines zum Testen – und fahren damit nach Elba. So sind sie zudem vor Ort flexibler, können unkompliziert Tagesauflüge unternehmen und das Gepäck bequem transportieren.

Zürich–London mit 2 Personen

Ein Paar möchte ein paar Tage in London verbringen. Die beiden wohnen in der Stadt Zürich und besitzen ein E-Auto. Sie vergleichen die Emissionen für eine Reise per Flug, Zug und E-Auto. Mit dem Flugzeug fallen 247 kg CO2-Äquivalente pro Person an. Mit dem Zug sind es 18 kg und mit dem E-Auto 71 kg. Das E-Auto ist hier weniger umweltfreundlich, weil nur zwei Personen mitfahren (die gesamten Emissionen werden durch die Anzahl Personen geteilt).

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Das Paar zögert kurz, weil die Nettoflugzeit von Zürich nach London nur 1 Stunden 50 Minuten beträgt. Mit dem Zug dauert die Reise 8 Stunden 30 Minuten. Mit dem E-Auto wären sie rund 11 Stunden unterwegs, zudem müsste immer jemand konzentriert am Steuer sitzen. Hingegen brauchen auch die Anreise an den Flughafen sowie der Check-in Zeit, nebst der Flugzeit. Preislich ist ein Retourflug oft attraktiv: Die Zugtickets können je nach Buchungszeitpunkt rund viermal so teuer sein. Dem Paar ist es aber wichtig, die Umweltbelastung möglichst klein zu halten. Sie wollen ihren Teil zur Lösung des Klimaproblems beitragen und mit ihrem Entscheid die Nachfrage nach Zugtickets stärken. Auch planen sie früh und finden preislich für sie stimmige Tickets. Also buchen sie den Zug: So können sie auf dem Rückweg erst noch eine Freundin in Paris besuchen.

Basel–Barcelona mit 6 Personen

Sechs Freunde wollen gemeinsam ihre Studienzeit wiederaufleben lassen und dazu eine Reise nach Barcelona unternehmen. Sie wohnen alle im Umkreis von Basel, zwei von ihnen besitzen ein Auto mit fünf Plätzen. Sie treffen sich im Vorfeld und vergleichen die Reise mit dem Flugzeug, zwei Autos mit je drei Personen und dem Fernbus. Die Flugreise verursacht 256 kg CO2-Äquivalente pro Person, die Autoreise 104 kg und die Reise mit dem Fernbus 48 kg.

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Der Flug dauert 1 Stunde 45 Minuten, mit dem Auto wären sie etwas über 10 Stunden unterwegs, mit dem Car dauert die Fahrt rund 16 Stunden. Für die Carreise finden sie verschiedene Varianten: mal mit Umsteigen, mal mit komfortablen Liegesitzen, aber dafür kostspieliger. Keine Variante stellt sie ganz zufrieden. Da schlägt einer der Freunde vor, die Reise insgesamt von vier auf zehn Tage zu verlängern und einen Roadtrip daraus zu machen. So können sie mehr Zeit zusammen verbringen und weitere Destinationen in Frankreich ansteuern. Also beschliessen sie, mit zwei Autos zu fahren.

Nicht immer offensichtlich

Die Wahl des passenden Verkehrsmittels ist manchmal nicht auf den ersten Blick ersichtlich: Neben der Ökobilanz beeinflussen immer auch Faktoren wie Reisezeit, Aufenthaltsdauer, Komfort und Preis die Entscheidung. So spielt etwa bei Zugfahrten der Strommix eine wichtige Rolle: In der Schweiz ist dieser deutlich umweltfreundlicher als in Italien oder Deutschland. Und ein E-Auto kann bei Familien- oder Gruppenreisen nachhaltiger sein als der Zug, da mehrere Personen im selben Fahrzeug unterwegs sind und die Emissionen pro Person so geringer werden. Die Berechnungen mit dem Umweltrechner Verkehr können einen wertvollen Beitrag zu fundierten Entscheidungen leisten. So dass der Genuss dann in den Ferien selber umso grösser ist.

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