Die Energie-Region Sarganserland-Werdenberg untersuchte die Potenziale grosser Energiespeicher für Strom und Wärme. Ziel war es, bestehende Anlagen zu erfassen, zukünftige Bedarfe zu identifizieren und Handlungsfelder zu definieren, um die regionale Versorgungssicherheit und Flexibilität mit erneuerbaren Energien langfristig zu stärken.

Mit dem Energiekonzept 2021 der Region Sarganserland-Werdenberg wurde die Basis für eine gemeinsame Energie- und Klimastrategie gelegt. Aufbauend darauf sollte dieses Projekt klären, welche Energiespeichertechnologien regional vorhanden, nutzbar oder ausbaubar sind und wie sie zur Dekarbonisierung beitragen können. Ziel war es, ein gemeinsames Verständnis von Speichertechnologien und Einsatzbereichen zu schaffen und geeignete Handlungsfelder für Gemeinden, Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreibende zu definieren.
Die Umsetzung erfolgte in mehreren Schritten:
Erhebung der Ausgangslage Alle relevanten Energieakteure (Energieversorgungsunternehmen, Netzbetreiber, Wärmeverbünde, Industriebetriebe) wurden befragt. Bestehende und geplante Speicheranlagen – von Batterien und Wasserkraftpumpspeichern bis zu thermischen Speichern und Biomasseanlagen – wurden erfasst, quantifiziert und in GIS-Karten visualisiert. Die Datenbasis umfasste auch Open-Data-Quellen wie Sonnendach.ch, LadenPunkt.ch sowie kantonale Kartenportale.
Workshop 1 – Strategische Ausrichtung Dabei wurden Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen der Energiespeicherung in der Region diskutiert und prioritäre Fragestellungen definiert.
Vertiefungsphase Die Workshop-Ergebnisse wurden analysiert und in Zusammenarbeit mit dem Amt für Energie (AREG SG) vertieft. Besonders untersucht wurden Bewilligungsvoraussetzungen für Erdbeckenspeicher und die rechtlichen Rahmenbedingungen grosser thermischer Speicher.
Workshop 2 – Handlungsempfehlungen Der zweite Workshop diente der Ableitung konkreter Massnahmen. Die Resultate wurden in einem Projektbericht zusammengefasst und allen Beteiligten zugänglich gemacht.
Das Projekt wurde eng durch die Fachgruppe Energie RSW begleitet und an deren Sitzungen regelmässig reflektiert.
Das Projekt lieferte eine regionale Übersicht über vorhandene und potenzielle Energiespeicher und stellte damit erstmals eine Datengrundlage für zukünftige Investitionen bereit.
Strom: Dank des Mantelerlasses bestehen neue Möglichkeiten, Flexibilitäten im Stromnetz zu nutzen. Diskutiert wurden u. a. Quartierspeicher und Tarifsysteme zur besseren Netzstabilisierung.
Wärme: Besonders thermische Grossspeicher bieten ein grosses Potenzial, saisonale Schwankungen zu überbrücken und die Winterstromproblematik zu entschärfen.
Kooperation: Die gute Beteiligung (über 30 Personen pro Workshop) führte zu einem regen Austausch zwischen Energieversorgungsunternehmen, Netzbetreibende, dem AREG, dem Energiepool RiiSeez Power sowie der Fachstelle Energie Liechtenstein.
Vernetzung: Das Projekt schuf erstmals eine Plattform für den regionalen Dialog über Speichertechnologien und Flexibilitäten.
Ganzheitlicher Fokus: Eine zentrale Herausforderung war, das Thema breit zu denken und nicht auf einzelne Speicherprojekte (z. B. Batterien) zu reduzieren.
Datenheterogenität: Unterschiedliche Datenformate und Informationsstände erschwerten die einheitliche Erfassung der Anlagen.
Koordination: Die Vielzahl beteiligter Akteure erforderte eine präzise Organisation und Moderation.
Lösungsansatz: Die Workshops schufen transparente Diskussionsräume, in denen Fachfragen, Missverständnisse und Vorbehalte offen angesprochen werden konnten. Dadurch entstanden neue Kooperationen und bilaterale Folgeprojekte ausserhalb des Programms.
Ganzheitliche Erhebung und GIS-Kartierung von Speicheranlagen in der Region
Hohe Beteiligung und aktive Diskussionen in zwei Workshops
Regionale Vernetzung von Energieversorgungsunternehmen, Netzbetreibende und Fachstellen
Verankerung des Themas Energiespeicherung in den Fachgremien der Region
Bewusstseinsschärfung bei Entscheidungsträgern und Unternehmen
Das Projekt hat die Basis für künftige Speicherprojekte gelegt. Geplant ist der regelmässige Austausch der Wärmenetzbetreiber im Kanton St. Gallen, bei dem das Thema Energiespeicherung weiterhin eine zentrale Rolle spielt.
Stromversorgungsunternehmen wollen künftig verstärkt Tarifmodelle für Flexibilitäten nutzen, während Gemeinden und Unternehmen neue Projekte zu thermischen Speichern und Quartierspeichern prüfen.
Kosten und Finanzierung | Gesamtkosten rund 67'000 CHF |
Zeitdauer | 2024-2025 |
Involvierte Akteure | Energie-Region Sarganserland-Werdenberg, Fachgruppe Energie RSW, Gemeinden, Energieversorgungsunternehmen, Netzbetreibende, AREG SG, Energieagentur St.Gallen, Energiepool RiiSeez Power, Fachstelle Energie Liechtenstein |
Interkommunale Zusammenarbeit | Kooperation innerhalb der Fachgruppe Energie; enge Abstimmung mit der Energie-Region Zürichsee-Linth |
Erfolge | Regionale Datengrundlage, Vernetzung, Workshops, politische Sensibilisierung |
Herausforderungen | Datenvielfalt, thematische Breite, komplexe Abstimmungsprozesse |
Regionale Bedeutung | Beitrag zur Versorgungssicherheit und Energiezukunft auf regionaler Ebene |
Nachhaltige Perspektive | Langfristiger Beitrag zur Versorgungssicherheit, Integration erneuerbarer Energien und Förderung sektorübergreifender Speichertechnologien |
Energie-Region Sarganserland-Werdenberg c/o Herr Daniel Wittenwiler d.wittenwiler@energieagentur-sg.ch 058 228 71 72
