Gemeinsam mit Gemeinden und regionalen Akteuren hat die Energie-Region Biel-Seeland eine Energie- und Klimastrategie erarbeitet – als Beitrag zur Energiestrategie des Bundes und zum Pariser Klimaabkommen. Mit konkreten Mass-nahmen in den Bereichen Wärme, Strom und Mobilität zeigt die Region, wie Klimaschutz vor Ort wirksam wird.
Im Zentrum der Strategie steht eine klare Vision: "Die Energie-Region und ihre Gemeinden überzeugen durch Handeln für die Energiewende und die Klimaneutralität. Sie setzen Wissen, Werkzeuge und professionelle Expertise gezielt dafür ein." Zur Erreichung der Vision sollen Gemeinden und regionale Akteure Aktivitäten mit gezielten Massnahmen in den Sektoren Wärme, Strom und Mobilität umsetzen.
Für den Zeitraum 2025 bis 2028 wurde ein erstes Massnahmenpaket geschnürt. Dieses umfasst sieben zentrale Massnahmen:
Aufbau und Betrieb eines Energie- und Klima-Cockpits
Veröffentlichung gelungener Praxisbeispiele als Inspiration
Entwicklung eines Werkzeugkastens zum Thema «kommunale Wärme»
Unterstützung von Gemeinden bei der Initiierung klimapolitischer Massnahmen
Zusammenarbeit mit den Energieversorgungsunternehmen intensivieren
Ausbau des regionalen Beratungs- und Unterstützungsangebot
Prüfen des Aufbaus einer (oder mehrerer) Energiefachstellen zur Bündelung von Ressourcen.
Die Umsetzung der Massnahmen wird alle zwei Jahre mit einem Statusbericht evaluiert. Ergänzend liefert das öffentlich zugängliche Energie- und Klima-Cockpit laufend aktuelle Daten zu Emissionen und Fortschritt. Die Umsetzung der Massnahmen 1-3 erfolgte parallel zur Erarbeitung der Strategie. Die Webplattform der Energie-Region Biel-Seeland mit dem Cockpit, der Sammlung von Good-Practice Beispielen und dem Werkzeugkasten ist nun online verfügbar.
Die Strategie entstand nicht im luftleeren Raum. Sie baut auf bestehenden Grundlagen des Bundes, des Kantons Bern und der Region seeland.biel/bienne auf. Eine umfassende Analyse sorgte dafür, dass Synergien genutzt und Doppelspurigkeiten vermieden wurden. Zusätzlich bildet die Energie- und Klimabilanz 2022 eine fundierte Ausgangslage. Sie zeigt: Die Region hat bereits etwas tiefere Pro-Kopf-Emissionen als der Kanton – allerdings könnten strukturelle Gegebenheiten eine Rolle spielen.
Eine SWOT-Analyse, basierend auf einer Umfrage mit den Gemeinden, brachte wichtige Erkenntnisse: Viele Gemeinden und Akteure sind bereits aktiv, es gibt finanzielle Unterstützung von Kanton und Region – doch personelle und finanzielle Engpässe sowie mangelnde Kooperation mit Energieversorgern bremsen den Fortschritt. Diese Einsichten flossen direkt in die Strategie ein und helfen, gezielt anzusetzen.
Kosten und Finanzierung | Die Kosten zur Erarbeitung der Strategie und zur Umsetzung der Massnahmen 1-3 betrugen insgesamt CHF 185'000. Davon wurden CHF 60'000 durch zwei laufende Projekte des Förderprogramms Energie-Region des BFE gedeckt. Die übrigen Kosten wurden durch einen Förderbeitrag des Kantons Bern (Amt für Umwelt und Energie) in der Höhe von CHF 60'000 sowie eines Beitrags von seeland.biel/bienne in der Höhe von CHF 65'000 sichergestellt. Die Kosten zur Umsetzung der weiteren Massnahmen im Massnahmenpaket 2025-2028 belaufen sich auf CHF 370'000. Weitere Projekteingaben im Förderprogramm Energie-Region des BFE sind vorgesehen. |
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Zeitdauer | Die Umsetzung des ersten Massnahmenpakets erfolgt im Zeitraum 2025-2028. Weitere Massnahmenpakete zur Umsetzung der Strategie sind vorgesehen. |
Involvierte Akteure | Region (seeland.biel/bienne, öffentliche Energieberatung Seeland), Gemeinden und je nach Massnahme weitere Stakeholder aus der Region (z.B. Energieversorgungsunternehmen); EBP als externe fachliche Beratung zur Erarbeitung der Energie- und Klimastrategie. |
Interkommunale Zusammenarbeit/Beitrag der Gemeinde | Die Region seeland.biel/bienne stärkt als Energie-Region die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den 61 Gemeinden und weiteren Stakeholdern durch die Erarbeitung der Strategie und die Umsetzung der Massnahmen, insbesondere der Massnahmen 5-7. |
Erfolge | Starkes Engagement im Projektausschuss bei der Strategieerarbeitung. Hohe Beteiligung der Gemeinden und regionalen Stakeholdern an den Workshops zur Erarbeitung der Strategie. Einladung, am Netto Null Forum vom 13.11.2024 die Arbeiten zur Strategieerarbeitung als Good Practice Beispiel präsentieren zu dürfen. |
Herausforderungen | Zielführender Einbezug der regionalen Stakeholder bei der Massnahmen-Umsetzung Heterogene Ausgangslagen der Gemeinden und Erwartungsmanagement kleine, mittlere und grössere Gemeinden sowie Regionale Stakeholder Knappe personelle und finanzielle Ressourcen der Gemeinden |
Regionale Bedeutung | Gemeinsame Strategie als erster Schritt für Entwicklung der Energie-Region und Voraussetzung für wirkungsvolles Agieren auf regionaler Ebene Massnahmenpaket 2025-2028 als Chance für besseres Ineinandergreifen der Aktivitäten auf regionaler Ebene sowie zwischen Kanton, Region und Gemeinde |
Nachhaltige Perspektive | Gemeinsame langfristige Zielrichtung durch Vision festgelegt Monitoring der Umsetzung der Strategie durch Cockpit Energie-Region, Statusberichte im Rhythmus von zwei Jahren und Massnahmenpakete im Rhythmus von vier Jahren sichergestellt. |
Tipps und Tricks | Sammeln von Good Practice und mehr Transparenz als Ansporn für aktive Gemeinden Ressourcen der Gemeinden kennen als Grundlage für Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit Durch den frühzeitigen Einbezug nicht-staatlicher regionaler Akteure die Hebelwirkung der Energie-Region verbessern |