Die Stadt Freiburg möchte ihre Energiezukunft beschleunigen und Personen, die nicht wissen, wie sie dazu beitragen können, die Möglichkeit geben, sich konkret daran zu beteiligen. Zu diesem Zweck bietet sie seit Ende 2023 die Plattform Particip.ch an, die es der Bevölkerung und den Unternehmen der Stadt Freiburg ermöglicht, Solaranlagen, auch mit kleinen Beträgen zu finanzieren. Diese Plattform ist Teil der Strategie der Stadt, die darauf abzielt, den Anteil der lokal produzierten und erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von 13 % im Jahr 2018 auf 36 % im Jahr 2035 zu erhöhen.
Die diesem Zweck von der Stadt Freiburg gegründete Firma Particip SA befindet sich vollständig im Besitz der öffentlichen Hand. Sie bietet die Möglichkeit, sich an der Finanzierung der lokalen Energiezukunft zu beteiligen, indem man Beträge ab 100 Franken investiert und dabei einer attraktiven Verzinsung profitiert. Kurz gesagt, die Plattform Particip ermöglicht die Finanzierung der Energiezukunft in kurzen Zyklen zu finanzieren, indem der Mehrwert lokal und nach einem inklusiven Modell geteilt wird.
Um die lokale Verankerung zu erhalten, die Möglichkeit zu bieten, in Photovoltaik zu investieren, auch ohne eigenes Dach oder eigene Fassade, und eine interessante Investitionsrendite zu ermöglichen, steht die Investition in erster Linie der Bevölkerung und den auf dem Gemeindegebiet ansässigen Unternehmen offen. Die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt können sich nach ihren Möglichkeiten beteiligen, je nach Projekt mit einem Beitrag zwischen 100 und 100'000 Franken, mit je nach Laufzeit variablen Zinssätzen, bei den ersten Projekten aber über 1,5 % lagen.
Die erste Gruppe der finanzierten Projekte konzentriert sich auf Solaranlagen: 21 Projekte an 10 Standorten werden in den nächsten Jahren finanziert. Bei den ersten drei Projekten wurden fast 2000 m2 Solarpanels für 605'000 CHF installiert. Die Kapitalbeschaffung wurde in 1 Stunde 50 Minuten, 7 Tagen und ... 13 Minuten abgeschlossen! Es wurde angemerkt, dass es schwieriger sei, in Particip zu investieren, als Eintrittskarten für das Musikfestival Paléo zu kaufen.
Die derzeit geplanten Projekte belaufen sich noch auf 4'900'000 CHF, die von der Freiburger Bevölkerung und den Unternehmen finanziert werden können und eine jährliche Produktion von 2'600 MWh ermöglichen.
Indem die Stadt nicht selbst investiert, vermeidet sie die Überschreitung ihrer Verschuldungsgrenze und bindet gleichzeitig ihre Bevölkerung an die Energiezukunft.
Kosten und Finanzierung | Investition von 4,9 Millionen CHF für eine Produktion von rund 2'600 MWh pro Jahr. Die Kosten für die Entwicklung und Umsetzung der Plattform wurden von der Stadt finanziert, die Investition wird jedoch von der Bevölkerung und den lokalen Unternehmen getragen, wodurch die Stadt die Überschreitung ihrer Verschuldungsgrenze vermeiden konnte. |
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Zeitdauer | Das erste Projekt wurde im Herbst 2023 finanziert, und die Einbindung der Bevölkerung ist ein dauerhaftes Projekt. Die Plattform ist aktiv: Zahlreiche Projekte sind geplant und neue werden hinzukommen. |
Involvierte Akteure | Particip SA Stadt Freiburg Bevölkerung und Unternehmen, die in der Stadt Freiburg ansässig sind |
Erfolge | Drei finanzierte PV-Projekte im ersten Betriebsjahr 605'000 CHF für 425 MWh Jahresproduktion erneuerbarer Energie eingesammelt. 21 derzeit geplante Projekte an 10 Standorten, 2'600 MWh Jahresproduktion für 4'900'000 CHF, die investiert werden müssen. |
Herausforderungen | Kommunizieren und das Projekt bekannt machen Entwicklung des rechtlichen Modells und der technischen Plattform |
Nachhaltige Perspektive | Particip ist Teil der Energieziele der Stadt Freiburg. In den Begleitmassnahmen zum kommunalen Energieplan ist das Ziel verankert, bis 2035 50% des tatsächlichen Solarpotenzials der Stadt zu erreichen, was einer Steigerung um den Faktor 7,5 entspricht. Umsetzung der städtischen Klimaziele und Beitrag zu den nationalen und kantonalen Zielen. Modellcharakter für andere Gemeinden Einbindung der Unternehmen und der Bevölkerung der Stadt. Möglichkeit, sein Geld lokal und nachhaltig anzulegen und genau zu wissen, in welches Projekt das Geld fliesst (im Gegensatz zu sonstigen „grünen“ Anlagen). |
Dominique Riedo Sektorleiter | Sektor ökologischer Übergang dominique.riedo@ville-fr.ch Nachhaltigkeit Stadt Freiburg