Burgdorf entwickelt aus seiner Klimavision eine konkrete Klimaschutz-Strategie. Gleichzeitig setzt die Stadt drei innovative Projekte um: Flächendeckende Fernwärme, smarte Abfallentsorgung mit Internet of Things (IoT) und hindernisfreie Velo-Routen.

Die Stadt Burgdorf mit ihren rund 17'000 Einwohnenden hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Mit der «KlimaVision30» will sie bis 2030 Netto-Null erreichen. Doch abstrakte Ziele allein reichen nicht. Burgdorf nutzt das Front-Runner-Projekt, um konkrete Massnahmen zu entwickeln und Klimaschutz in der Verwaltung zu verankern.
Ursprünglich wollte Burgdorf eine Smart-City-Strategie erarbeiten. Im Projektverlauf stellt die Gemeinde fest: Das bringt wenig Wirkung. Denn sie verfügt bereits über eine Strategie digitale Transformation und die «KlimaVision30». Die Vision enthält zwar Teilziele, aber keine konkreten Massnahmen. Zudem haben nicht alle Verwaltungseinheiten das Netto-Null-Ziel verinnerlicht. Burgdorf beschliesst deshalb, eine neue Klimaschutz-Strategie zu entwickeln. Diese verbindet Klimavision und digitale Transformation mit konkreten Netto-Null-Massnahmen.
Die Politik hat die «KlimaVision30» erarbeitet. Die Gemeindeverwaltung erhält den Auftrag, daraus eine Klimaschutz-Strategie zu entwickeln. Burgdorf stellt ein bereichsübergreifendes Strategieteam auf. Beteiligt sind Personen aus den Abteilungen Immobilien und Hochbau, digitale Transformation, Stadtentwicklung, Mobilität und Fernwärme. Auch die Projektleitenden der drei Umsetzungsprojekte wirken mit. Als externe Fachpersonen zieht die Gemeinde den lokale Energieversorgungsunternehmen Localnet AG, die regionale Energieberatung und das TecLab der Fachhochschule Bern bei. Die Gemeinde erarbeitet die Strategie weitgehend ohne externe Projektunterstützung, was beachtliche Personalressourcen bindet.
Die Front-Runner-Finanzierung hat den Schub gegeben, aus abstrakten Zielen konkrete Massnahmen zu erarbeiten. Die verschiedenen Bereiche tauschen sich stärker zu Klimaschutzthemen aus. Sie sind sich bewusster, wie wichtig gegenseitige Absprachen sind. In der Stadtverwaltung kommt ein kultureller Wandel in Gang. Konkrete Massnahmen, die für alle Abteilungen verbindlich sind, unterstützen diesen Wandel.
Dank Front Runner werden in Burgdorf aus abstrakten Zielen konkrete Massnahmen.
Burgdorf baut das bestehende Fernwärmenetz bis 2030 flächendeckend aus. Damit können künftig alle Liegenschaften mit Wärme aus erneuerbaren Quellen versorgt werden. Die Stadt nutzt dafür lokale Ressourcen wie Holz und Abwärme. Das Projekt ist ein zentraler Baustein, um das Netto-Null-Ziel 2030 zu erreichen. Der Ausbau erfolgt in mehreren Etappen und wird eng mit der Stadtentwicklung koordiniert.
In einer Pilotphase prüft Burgdorf, wie sich der Ressourceneinsatz bei der Abfallentsorgung mit dem Internet of Things (IoT) optimieren lässt. Sensoren in Abfallcontainern messen den Füllstand in Echtzeit. So können Sammeltouren effizienter geplant werden. Das spart Treibstoff, reduziert CO₂-Emissionen und senkt Kosten. Die Stadt verbindet damit Digitalisierung und Klimaschutz auf innovative Weise. Bei Erfolg lässt sich das System auf weitere Bereiche ausweiten.
Burgdorf will den Fuss- und Veloverkehr attraktiver machen. Die Stadt identifiziert systematisch Hindernisse und beseitigt diese gezielt. Dazu gehören bauliche Massnahmen wie bessere Übergänge, klarere Markierungen und sichere Abstellplätze. Ziel ist ein durchgängiges Netz für den Langsamverkehr. Das macht nachhaltige Mobilität im Alltag einfacher und fördert den Umstieg vom Auto auf Velo und zu Fuss gehen.
Die bisherigen Front-Runner-Gemeinden geben ihre wichtigsten Erkenntnisse weiter.
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