Thalwil denkt Energie vernetzt: Wärme, Strom und Mobilität greifen ineinander. Mit smarten Ansätzen zur Lastverschiebung zeigt die Gemeinde, wie Effizienz und Versorgungssicherheit zusammenspielen – und wie eine Flussbatterie dabei helfen kann.

Die Gemeinde Thalwil mit rund 18’000 Einwohnenden im Kanton Zürich widmet sich gezielt den Potenzialen für Energiesparen und sektorübergreifende Lastverschiebungen. Durch die enge Verknüpfung von Wärme-, Strom- und Mobilitätssektor entwickelt die Gemeinde praxisnahe Lösungen, um Effizienz und Versorgungssicherheit zur Stärkung lokaler Eigenverbrauchsmodelle zu fördern.
Thalwil steht vor der Herausforderung, unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden und Lasten gezielt zu verschieben – insbesondere in den Wintermonaten, wenn der Energiebedarf steigt und die Stromproduktion aus Photovoltaik sinkt. In diesem Kontext können Speicherlösungen Abhilfe schaffen, indem sie Energie zwischenspeichern und bei Bedarf wieder zur Verfügung stellen.
Die Gemeinde Thalwil denkt Energie vernetzt und entwickelt gezielt Lösungen zur sektorübergreifenden Lastverschiebung. Wärme-, Strom- und E-Mobilitätssektor werden eng miteinander verknüpft, etwa durch smarte Steuerungen von Heizungen, einen effizienten Einsatz von Wärmepumpen sowie durch die Nutzung von Stromnetz-Kapazitäten für das Laden von Elektrofahrzeugen.
Im Rahmen des Front Runner Programms von EnergieSchweiz macht die Gemeinde die Potenziale für Energiesparen, Lastverschiebung und Dekarbonisierung sichtbar und greifbar. Sie identifiziert konkrete Handlungsspielräume – von der Gebäudewärme über das Ladeverhalten bis hin zu Stromproduktion, Stromspeicherung und Stromverbrauch und testet innovative technologische Ansätze in der Praxis.
Mit smarten Ansätzen zur Lastverschiebung und innovativen Speicherlösungen will Thalwil aufzeigen, wie Effizienz und Versorgungssicherheit zusammenspielen können. So entstehen praxisnahe, übertragbare Lösungen, die insbesondere in energieintensiven Wintermonaten zur Stabilisierung des Energiesystems beitragen.
Als Gemeindeverwaltung sollten wir bei Klimaschutz und erneuerbaren Energien ein Vorbild sein.
Der Energieverbrauch von Gebäuden im Winter bleibt hoch, vor allem bei älteren Bauten, bei denen sich Sanierungsmassnahmen nur begrenzt umsetzen lassen. Thalwil will hier ansetzen und für Entlastung sorgen.
Die Gemeinde möchte smarte Einzelraumregelungen mit digitalem Lastmanagement im Wärmeverbund kombinieren. Ergänzend dazu kommen Schulungen zu technischen und verhaltensbezogenen Massnahmen für mehr Energieeffizienz.
Das Projektteam testet diese Ansätze in verschiedenen kommunalen Liegenschaften und Gebäudetypen. Dafür misst es die Einsparpotenziale und analysiert die sektorübergreifenden Wechselwirkungen. Die Ergebnisse fliessen in einen praxisnahen Kurzleitfaden ein, der auch anderen Gemeinden als Orientierung dienen kann.
Bild: Gemeinde Thalwil
Erneuerbare Energie entsteht oft nicht dann, wenn sie auch gebraucht wird. Das Umsetzungsprojekt will zeigen, wie ein innovativer Quartierspeicher für lokal produzierten Solarstrom dieses Problem löst.
Der Speicher basiert auf einer neuartigen, membranlosen Flussbatterie eines Thalwiler Start-ups. Die Gemeinde plant, ihn auf einer gemeindeeigenen Liegenschaft zu installieren. Dort soll er einen heterogenen Verbraucherverbund mit Strom versorgen, den Eigenverbrauch erhöhen, Einspeisespitzen reduzieren und die Lastverschiebung im Areal unterstützen.
Bild: Gemeinde Thalwil
Die bisherigen Front-Runner-Gemeinden geben ihre wichtigsten Erkenntnisse weiter.
Entdecken Sie, was Front-Runner-Gemeinden konkret umsetzen. Lassen Sie sich von erfolgreichen Energie-Projekten anderer Gemeinden inspirieren: Front Runner


