Die Kleintransporter von smargo sind kompakt, wendig und vollelektrisch – ideal für Kurzstreckentransporte in der Stadt. Mit smargo – «shared micro cargo» können Städte eine nachhaltige Lösung für den gewerblichen und privaten Güterverkehr anbieten. Bern, Basel, Lausanne, Luzern, Schaffhausen und Zürich setzen die Kleintransporter bereits ein.

Der Güterverkehr nimmt stetig zu, doch der Platz in den Städten bleibt knapp. Gleichzeitig verzichten viele Haushalte auf ein eigenes Fahrzeug und auch Gewerbebetriebe besitzen nicht alle einen eigenen Lieferwagen – die Nachfrage nach Sharing-Angeboten steigt. Hier setzen die Kleintransporter von smargo an: Stundenweise können Private und das Gewerbe die Kleintransporter bei Bedarf für Umzüge, Entsorgungen oder Warenlieferungen mieten. Wendig und kompakt sind die Kleintransporter wie für den urbanen Raum geschaffen und transportieren die Waren erst noch CO2-frei.
In der Pilotphase des Projekts standen den Nutzenden drei verschiedene elektrische Nutzfahrzeuge zur Verfügung: Eine Transport-Rikscha, ein Cargoscooter und ein elektrischer Kleintransporter. Mit Hilfe des Piloten wollte die Mobilitätsakademie gemeinsam mit dem TCS herausfinden, welche weiteren nachhaltigen Mobilitätsformen – neben dem Cargobike – zukunftsfähig sind. Denn obwohl die Cargobikes rege genutzt werden, können sie nicht alle Transportbedürfnisse abdecken: Die Grösse der Lieferung ist beschränkt, bei Stop-and-Go-Fahrten ist das Cargobike zu instabil und der Transport von Erwachsenen ist ausgeschlossen. In der 1-jährigen Pilotphase wurde der Kleintransporter mit Abstand am häufigsten gebucht und genutzt. Mit nur 1.30 m Breite, 1 Tonne Ladekapazität und einer Reichweite von 100 km bringt der Kleintransporter ideale Voraussetzungen für die Stadt mit. «Ein voll beladenes Cargobike zu fahren, bei dem die Lasten nicht gleich verteilt sind, erfordert schon sehr viel Übung. Der Kleintransporter lässt sich auch mit ungleich verteilten Lasten ohne weitere Kenntnisse fahren», erklärt Mirjam Stawicki, Leiterin Carvelo.
Mittlerweile können die Kleintransporter in sechs Städten genutzt werden. Während zwei von drei Fahrten für gewerbliche Zwecke durchgeführt werden, stammt sogar 80% des Umsatzes aus gewerblicher Nutzung. Denn Private buchen die Kleintransporter gezielter und nur für die Dauer des Transports. Das Gewerbe hingegen nutzt die Transporter regelmässiger und über einen längeren Zeitraum, z. B. für Lieferfahrten, Entsorgung und Versorgung, Veranstaltungslogistik oder Grosseinkäufe. Bei den Privaten steht der Transport von grösseren Möbeln im Vordergrund, gefolgt von Umzügen oder Entsorgungen. Je grösser die Städte, desto grösser ist auch das Interesse am Kleintransporter – denn gerade hier verzichten die Menschen häufig auf ein eigenes Fahrzeug und haben nur enge Strassen und wenig Platz zur Verfügung.
Wer ein smargo buchen möchte, muss sich einmalig auf der App carvelo registrieren und seinen Fahrausweis hinterlegen. Nach der Validierung können die Fahrzeuge einfach über das System stundenweise gebucht werden. Die Schlüssel erhalten die Nutzenden von sogenannten Hosts. Das sind idealerweise Geschäfte in der Nachbarschaft mit langen Öffnungszeiten. «Die Hosts dürfen im Gegenzug die Fahrzeuge für 25 h pro Monat gratis nutzen. Durch die Eigennutzung kennen sich die Hosts auch etwas mit den Fahrzeugen aus und können bei kleineren Fragen direkt helfen. So profitieren im Idealfall alle. Einzig die Installation des Parkplatzes mitsamt Ladestation ist aufwändig», räumt Mirjam Stawicki ein.
Für einige ist der Kleintransporter das, worauf sie schon lange gewartet haben. Andere wollen etwas für die Umwelt tun und Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb testen. «Für viele ist es auch einfach praktisch. Wenn der Transporter in der Nachbarschaft steht, nutzen ihn auch Personen, die sich sonst nicht so für Nachhaltigkeit interessieren. Sharing-affine Menschen nutzen das Angebot aber sicher öfter», erklärt Mirjam Stawicki, Leiterin carvelo. Carvelo baut das Angebot mit interessierten Städten Schritt für Schritt weiter aus.
Kosten und Finanzierung | Pilotphase Gesamtkosten: 220 000 CHF Anteil KOMO: 76 000 CHF |
Zeitdauer | Pilotphase Mai 2021 – Mai 2022 |
Involvierte Akteure | TCS Schweiz Mobilitätsakademie Städte: Basel, Bern, Lausanne, Luzern, Schaffhausen, Zürich Lokale Firmen |
Erfolge | Hohe Auslastung der Kleintransporter Positive Wahrnehmung der Nutzenden Selbsttragend |
Herausforderungen | Ressourcenaufwändig Parkplatz mit Ladestation muss installiert werden Fahrzeuge sehr teuer (da bisher noch nicht in Serienproduktion) |
Nachhaltige Perspektive | Kleintransporter werden 100 % elektrisch betrieben smargo Fahrten ersetzen Fahrten von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor |
Tipps und Tricks | Standorte dort wählen, wo die Bevölkerungsdichte besonders hoch ist Hosts mit langen Öffnungszeiten für das Projekt gewinnen Passende Partner zur Finanzierung der Transporter suchen |
Mirjam Stawicki Leiterin carvelo info@carvelo.ch
