Regionaler Naturpark Gruyère Pays-d'Enhaut – Globale Vision der nachhaltigen Mobilität

Der Regionale Naturpark Gruyère Pays-d'Enhaut umfasst 17 Gemeinden und erstreckt sich über die drei Kantone Waadt, Freiburg und Bern. Zur Gewährleistung und Förderung einer nachhaltigen Mobilität auf seinem Gebiet bedarf es einer globalen Vision der Mobilität, die gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort entwickelt wird. Dazu führt der Regionale Naturpark Gruyère Pays-d'Enhaut eine Studie zur Dekarbonisierung der Mobilität durch, bevor im Rahmen eines partizipativen Prozesses die Akteurinnen und Akteure vor Ort eingebunden werden.

image

Der Regionale Naturpark Gruyère Pays-d'Enhaut verfolgt drei Hauptaufgaben, unterteilt in verschiedene Projekte und Aktionen: Erhaltung und Aufwertung der Kultur- und Naturlandschaft, Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft in der Region sowie Bildung und Sensibilisierung der Bevölkerung für Umweltfragen. Dafür soll auf dem sich über drei Kantone erstreckenden Gebiet ein koordinierter und attraktiver Ausbau der nachhaltigen Mobilität gewährleistet und aktiv gefördert werden.

Zur Stärkung seiner Rolle als Projektkoordinator und -begleiter, führt der Park eine Studie zur Dekarbonisierung von Alltagsmobilität und Freizeitaktivitäten durch. Diese soll ein besseres Verständnis der mobilitätsbedingten Herausforderungen auf seinem Gebiet bringen und die Umsetzung der Strategien und Planungen durch die betroffenen Akteurinnen und Akteure erleichtern. Das Projekt gliedert sich in drei Phasen:

  • Phase 1: Erfassung und Analyse der aktuellen Daten sowie der bestehenden Strategien und Planungen.

  • Phase 2: Partizipativer Prozess (Diagnose und Festlegung von Prioritäten zur Unterstützung der Initiativen).

  • Phase 3: Zusammenfassung der Daten, Massnahmen- und Aktionsvorschläge, Monitoring und Handlungsermutigung durch Verweis auf erfolgreiche Projekte.

Entwicklung einer Internetplattform

In Phase 1 des Projekts wurden aktuelle Daten zu kantonalen Strategien und Planungen erfasst und analysiert. Zudem wurde im Juni 2023 in Zusammenarbeit mit der HES-SO-Valais-Wallis eine auf Swisscom-Nutzerdaten basierende Internetplattform eingerichtet. «Diese Internetplattform gibt uns dank der Anzahl der Daten, der Präzision und der gestellten Anfragen ein sehr genaues Bild der Mobilitätsnutzung auf unserem Gebiet», freut sich Yves Baechler, Projektleiter Energie und Mobilität im Regionalen Naturpark Gruyère Pays-d'Enhaut. «Aktuell zeigt uns die Analyse der Programme zur Unterstützung der sanften Mobilität und der öffentlichen Verkehrsmittel, dass zwischen den Kantonen, den Gemeinden und dem Park bereits eine gute Koordination und Komplementarität besteht», präzisiert Yves Baechler.

Sensibilisierung im Vorfeld des partizipativen Prozesses

Die nächste Projektetappe wurde gestartet. Ein partizipativer Prozess zusammen mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort, zur Erfassung der Vorstellungen und Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer. Das Büro Geografe Sàrl unterstützt dabei den Naturpark. «Wir haben festgestellt, dass das Thema der Dekarbonisierung der Mobilität auf kommunaler Ebene und bei der Bevölkerung noch nicht besonders präsent ist. Daher ist vorab eine Sensibilisierung erforderlich», erklärt Yves Baechler. Dazu wurde zwecks Information der Teilnehmenden und Sammlung qualitativer Daten eine Online-Umfrage zur Mobilität im Park durchgeführt und ein Informationsstand am Markt in Grandvillard organisiert. Im Laufe dieses Jahres werden partizipative Workshops für die Bevölkerung mit Naturparkvertreter sowie Entscheider-Workshops anlässlich des Forums der Parkgemeinden veranstaltet. Ziel ist die Ausarbeitung eines Aktionsplans für das Parkgebiet mit Aktionen für den nächsten Bewirtschaftungsplan des Parks 2025 bis 2028.

Ansatz zeigt erste Erfolge

Seit Beginn dieses Projekts entwickelten sich mit Unterstützung des Parks und auf seinem Gebiet bereits verschiedene Alternativen zur individuellen Mobilität:

  • Seit 2022 gibt es ein Bus-alpin-Angebot auf Rufbusbasis für den Bereich Gros Mont, im Sommer 2023 wurde die neue Postauto-Linie Saanen – Mittelberg – Jaun am Südhang in Betrieb genommen. Diese beiden Verkehrslinien sind erste Schritte hin zu einem nachhaltigeren Zugang zu den Touristenzielen wie beispielsweise den Gastlosen. Ein ähnliches Vorhaben wird derzeit in der Gemeinde Saanen erforscht und sollte sich in den kommenden Jahren konkretisieren.

  • Das Projekt «Fahrradtourismus in der Region Greyerz» und der Ausbau von Mountainbike-Routen im Kanton Freiburg werden gleichzeitig durchgeführt, um Alternativen für den Sanften Tourismus zu bieten. Der Park ist in die Überlegungen für Routen auf seinem Gebiet eingebunden.

  • Ein erster Mobility-Carsharing-Parkplatz wurde in Château-d’Oex eingerichtet und das Mitfahrerprojekt «J’te pouce» im April 2024 ins Leben gerufen. Letzteres soll auch im Pays-d’Enhaut und anderen Gemeinden des Naturparks eingeführt werden.

  • Eine Studie zur touristischen Nutzung der Mobilitäts-Hubs im Kanton Freiburg läuft derzeit. Ziel ist die Förderung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel mittels touristischer Informationen und Dienstleistungen an den Drehscheiben des öffentlichen Verkehrs. Der Park nimmt an der Arbeitsgruppe unter Leitung des Freiburger Tourismusverbands teil.

All diese Massnahmen zeigen, dass die Rahmenbedingungen für eine kurz- bis mittelfristige Veränderung im Mobilitätsverhalten auf dem Gebiet des Regionalen Naturparks Gruyère Pays-d'Enhaut gegeben sind.

Das Projekt im Überblick

Kosten und Finanzierung

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf CHF 87'960. Finanzierung durch EnergieSchweiz für die Gemeinden max. 40 %: CHF 35'184

Zeitdauer

2022–2024

Involvierte Akteurinnen und Akteure

Energie-Region Park Gruyère Pays-d'Enhaut: 3 Kantone (VD, FR, BE), Val-de-Charmey, Châtel-sur-Montsalvens, Crésuz, Jaun, Abländschen (Saanen), Greyerz, Bas-Intyamon, Grandvillard, Haut-Intyamon, Château-d’Œx, Ormont-Dessous, Rossinière, Rougemont, Corbeyrier, Montreux, Veytaux, Villeneuve

Interkommunale Zusammenarbeit/Beitrag der Gemeinde

Das Projekt wird unter Beteiligung von 17 Gemeinden durchgeführt.

Erfolge

Einrichtung eines Web-Tools zur Analyse der Mobilitätsdaten im Parkgebiet (in Zusammenarbeit mit der HES-SO Valais-Wallis).

Die Bedeutung der Dekarbonisierung der Mobilität auf dem Gebiet des Naturparks ist im Bewusstsein von Bevölkerung und Behörden verankert.

Die kantonalen Planungsdaten für das Gebiet sind bekannt.

Der Park übernimmt eine Vorbildfunktion im Hinblick auf die Kenntnis der Mobilität auf seinem Gebiet.

Die Akteurinnen und Akteure vor Ort werden darin bestärkt, die für die Dekarbonisierung der Mobilität erforderlichen Veränderungen einzuleiten (Workshops, Kommunikation, Optik).

Herausforderungen

Die Sensibilisierung der Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie der Bevölkerung für die Auswirkungen der Mobilität stellt eine Herausforderung dar. Sich über das eigene Verhalten bewusst zu werden und Veränderungen einzuleiten, erfordert Zeit. Es ist wichtig, Mobilität als ein Handeln zu begreifen, das sich auf alle auswirkt. Das Logo des Naturparks, das für die künftige Kommunikation zu diesem Thema gewählt wurde, bringt die Herausforderung auf den Punkt: «Ma mobilité, notre avenir» (Meine Mobilität, unsere Zukunft).

Regionale Bedeutung

Im Rahmen der Energie-Region nehmen 17 Gemeinden, die sich über 3 Kantone (Waadt, Freiburg und Bern) erstrecken und insgesamt rund 16'000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen, an diesem Projekt teil.

Zielgruppen

Sprachen
Socialmedia
bundesbanner de