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Zürich – Optimierte Mobilität im «Hunziker Areal»

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Das von der Baugenossenschaft «mehr als wohnen» realisierte «Hunziker Areal» in Zürich-Leutschenbach war zum Zeitpunkt seiner Entstehung (Erstbezug 2015) die grösste autoarme Siedlung mit Wohn- und Gewerbenutzung der Schweiz. Insgesamt wohnen und arbeiten rund 1'200 Personen auf dem Areal. Das beispielhafte Projekt ist im Rahmen der 100-Jahr-Feiern der städtischen Wohnbaupolitik als Initiative der Stadt Zürich, von 30 Genossenschaften sowie weiterer beteiligter Institutionen entstanden. Die Abgabe des Grundstücks erfolgte im Baurecht. Gesichert wurde die Reduktion der Parkplätze mittels bindendem Mobilitätskonzept. Damit übernahm die Stadt Zürich in der Schweiz eine Pionierrolle.

Nach der Inbetriebnahme des Areals bestanden verschiedene Verkehrsprobleme wie unerwünschtes Befahren der Siedlungswege durch Unbefugte, Sicherheitsprobleme im Bereich der Hauseingänge oder zu schneller Verkehr im Bereich der Besuchendenparkfelder. Diese Probleme konnten mehrheitlich mit einem Signaletik- und Signalisationskonzept sowie Umsetzungen von gestalterischen und baulichen Massnahmen gelöst werden. In der Betriebsphase zeigen sich Anforderungen, welche nicht hundertprozentig antizipiert werden können. Eine aktuelle Aufgabe für die Baugenossenschaft ist es, das Angebot der siedlungseigenen Mobilitätsstation den Bedürfnissen der Bewohnenden und Gewerbetreibenden anzupassen oder das Veoabstell-Angebot zu optimieren.

Wie können Gemeinden das parkplatzreduzierte Bauen unterstützten?

Die Gemeinden können bei Sondernutzungsplanungen Vorgaben erlassen, die entsprechende parkplatzreduzierte Projekte begünstigen – wie die Stadt Zürich dies beim «Hunziker Areal» getan hat. Die frühzeitige Verankerung des Mobilitätsmanagements mit einer reduzierten Parkplatzzahl ermöglicht es den Gemeinden, ihre verkehrsplanerischen und energetischen Ziele zu erreichen. Das Mobilitätsmanagement kann bereits bei Studienaufträgen, Testplanungen und Wettbewerben thematisiert und in einer stufengerechten Weiterentwicklung – zusammen mit Eigentümer- und Bauherrschaft – grundeigentümerverbindlich im Sondernutzungsplan verankert werden.

Stöbern Sie durch Hilfsmittel zum Thema Mobilitätsmanagement in Planungsprozessen von neuen Arealen.

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Das Projekt im Überblick

Kosten und Finanzierung

Für die Begleitung des Projekts durch die Plattform Immobilien und Mobilität: Aufbereitung des Beispiels «Hunziker Areal» als Best practice, Fachseminar im «Hunziker Areal» (2015), Optimierungsprojekt Kosten: Circa CHF 20‘000.— Finanzierung: Bund, VCS Verkehrs-Club der Schweiz, Baugenossenschaft mehr als wohnen (u.a. mit nicht-monetären Eigenleistungen)

Zeitdauer

2014 – 2021 (Best Practice, Fachseminar, Optimierungsprojekt)

Involvierte Akteure

Mitarbeitende Baugenossenschaft mehr als wohnen, Beratungsteam «Plattform Immobilien und Mobilität»

Erfolge

Multiplikationswirkung von Beispielen wie dem «Hunziker Areal»: parkplatzreduziertes Planen und Bauen boomt!

Mit den grösser werdenden Erfahrungen können Projekte optimiert und neue Areale besser geplant werden.

Herausforderungen

Das vorhandene Potential für parkplatzreduzierte Projekte wird noch zu wenig genutzt. Die Gründe hierfür liegen vor allem im fehlenden Praxiswissen.

Regionale Bedeutung

Der Leuchtturmcharakter des beispielhaften «Hunziker Areals» strahlt weit über die Grenzen Zürichs hinaus. Aufgabe der «Plattform Immobilien und Mobilität» und des Beratungsteams ist es, interessierte Kreise an den Erfahrungen mit solchen Best Practice-Beispielen teilhaben zu lassen. Gemeinden können bei der Kommunikation viel zur weiteren Verbreitung beitragen.

Nachhaltige Perspektive

Die Verknappung des Parkplatz-Angebots im Verbund mit Massnahmen, welche die ÖV-Nutzung, das Velofahren und zu Fuss gehen fördern, ist einer der Haupthebel zur Senkung des Gesamtenergieverbrauchs einer Siedlung und auf dem Weg Richtung Netto-Null. Das Weglassen von Parkplätzen und die damit verbundenen Kosteneinsparungen schaffen Handlungsspielräume für mehr Gemeinschaft sowie für mehr Frei- und Grünräume in den Siedlungen. Auto-reduzierte Siedlungen sind zudem sicherer – beispielsweise für spielende Kinder und sie schonen das Portemonnaie ihrer Bewohner und Bewohnerinnen.

Tipps und Tricks

Für autoreduziert geplante Siedlungen lohnt es sich, Fachexperten oder Fachexpertinnen beizuziehen. Jeder eingesparte Parkplatz senkt die Kosten und erhöht den Handlungsspielraum in der Planung des Projekts. Mögliche Themen für eine Beratung:

Welche Parkplatzreduktion ist am Standort XY realistisch?

Welche Mobilitätsangebote sind notwendig und sinnvoll?

Wie ist die Parkplatzreduktion rechtlich zu sichern?

Welche Chancen und Risiken liegen in der Realisierung?

Kontakt

Samuel Bernhard c/o bernhard Umwelt • Verkehr • Beratung Projektleitung «Plattform Immobilien und Mobilität» info@wohnbau-mobilitaet.ch

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