Die Stadt Romanshorn will bis 2050 die Wärmeversorgung sowohl für private als auch für öffentliche Einrichtungen vollständig dekarbonisieren. Ein zentraler Bestandteil dieser Initiative ist der Aufbau eines Seewasser-Fernwärmenetzes. Dadurch soll der CO2-Ausstoss um 50 % sinken.
Romanshorn plant ein Seewasser-Fernwärmenetz. Die Nutzung von Seethermie wird der Stadt eine jährliche Einsparung von über 8'000 Tonnen CO2 ermöglichen. Rund ein Drittel der dafür benötigten Anschlüsse ans Fernwärmenetz betrifft Grossverbraucher. Wenn sich diese beteiligen, kann Romanshorn den CO2-Ausstoss um 5300 Tonnen pro Jahr verringern.
Um weitere Grundeigentümerinnen und -eigentümer zur Teilnahme zu motivieren, führt Romanshorn im Rahmen des Seethermie-Projekts eine Mobilisierungsaktion durch. Ein wichtiger Teil davon ist die Visualisierung des zukünftigen Fernwärmenetzes in einer Desktop-Anwendung. Dort kann die Bevölkerung nachsehen, wie es um die Anschlussdichte in ihrer Strasse und die anfallenden Kosten steht. Zudem können Interessierte einen Letter of Intent (LOI) unterzeichnen, um die Teilnahme am Netzwerk zu bestätigen.
EnergieSchweiz für Gemeinden unterstützt das Projekt finanziell, da es eine nachhaltige kommunale Wärmeversorgung fördert und der Bevölkerung den Anschluss an das Fernwärmenetz erleichtert. Die gewonnenen Erfahrungen aus der Mobilisierungsaktion und der Nutzung der mobilen Anwendung werden wertvolle Erkenntnisse für andere Städte und Gemeinden bieten, die ähnliche Projekte in Betracht ziehen.
Lesen Sie mehr zum Projekt auf der Website von Romatherm des Seewasser-Wärmeverbund Romanshorn.
Kosten und Finanzierung | Gesamtkosten CHF 54'000, EnergieSchweiz für Gemeinden beteiligt sich mit CHF 21‘000 an den Projektkosten |
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Zeitdauer | 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024 |
Erfolge | Die Bevölkerung befürwortet das Gesamtprojekt «Seewasser-Wärmeverbund Romanshorn». 76 % stimmten im Juni 2024 für einen entsprechenden Projektierungskredit für die Grundlagenerarbeitung. |
Herausforderungen | Ursprünglich plante Romanshorn die Entwicklung einer App anstelle einer Desktop-Anwendung. Technologisch erwies sich dies jedoch als unrealistisch, da die Reichweite der App zu klein gewesen wäre. Google und Apple hätten die App nicht in ihren Stores aufgenommen. |
Nikos Karathanasis Geschäftsführer Romatherm AG nikos.karathanasis@romatherm.ch 071 466 80 07 Marco Bertschinger Projektleiter Bau und Umwelt Stadt Romanshorn Bau, Umwelt und Verkehr 058 346 83 05