Die Plattform walkable bietet Zufussgehenden die Möglichkeit, Mängel und Gefahrenstellen auf ihren Alltagswegen zu melden und zu teilen. Partnerstädte und -gemeinden profitieren von den gesammelten Informationen, da sie so den Handlungsbedarf schneller erkennen und passende Lösungen realisieren können. Die Plattform findet Anklang: bereits 17 Partnerstädte und -gemeinden sind dabei.
Zufussgehen ist die natürlichste und ressourcenschonendste Mobilität überhaupt – und dennoch gehen die Zufussgehenden manchmal vergessen. Hier setzt die Plattform walkable an. Seit Mai 2024 kann jeder und jede auf der Plattform sein einzigartiges Wissen über potenzielle Gefahrenstellen, mangelhafte Gehwege, aber auch Lieblings-plätze melden. Damit fördert walkable das Bewusstsein der Bevölkerung, was eine gute Infrastruktur ausmacht und wie einfach es sein kann, im öffentlichen Raum zur Verbesserung der Lebensqualität beizutragen. Davon profitieren gerade Kinder, ältere Menschen oder Personen mit Behinderungen, denn sie sind auf Gehen als Basismobili-tät angewiesen.
Grundsätzlich kann jeder und jede eine Meldung für einen beliebigen Ort in der Schweiz erfassen. Befindet sich die gemeldete Stelle in einer Partnerstadt oder -gemeinde von walkable, wird die entsprechende Fachstelle direkt darüber informiert. Interessierte können den Meldungen durch Voten zusätzliches Gewicht verleihen. «Bei ausreichender Beteiligung der Bevölkerung ergibt sich rasch ein Bild über Mängel und vorhandene Qualitäten vor Ort», erklärt Hannes Heller, Geschäftsführer und Gründer von walkable. Partnerstädte und -gemeinden erkennen so schneller, wo der Schuh drückt, und können massgeschneiderte Lösungen umsetzen. Fachpersonen können die Meldungen auf der Plattform ebenfalls kommentieren und so die Bevölkerung direkt über die nächsten Schritte informieren.
«Eine gute Begleitkommunikation ist wichtig, damit die Bevölkerung die Plattform kennt und nutzt. Auch die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern kann hilfreich sein.», rät Hannes Heller. Nach der Einführung ist der Aufwand für die Gemeinden gering und abhängig von der Anzahl Meldungen. Hannes Heller empfiehlt, sich für die Meldungen Zeit zu nehmen: «Die Meisten sind froh, wenn sie ihr Anliegen an der richtigen Stelle platzieren können. Niemand erwartet, dass ein Mangel sofort behoben wird.»
Saint-Blaise führte die Plattform im Rahmen einer Schwachstellenanalyse ein und nutzte sie als Arbeitsinstrument. Nach einer Kick-off Veranstaltung forderte die Gemeinde die Bevölkerung von Saint-Blaise auf, Schwachstellen und Lieblingsorte zu melden. Damit wollte sie sicherstellen, dass bei der Analyse keine «blinden Flecken» entstehen. Ein Grossteil der Meldungen deckte sich dann auch mit den Resultaten der weiteren Analyseschritte. Zwei Bereiche nimmt die Gemeinde nun konkret in Angriff und setzt erste Massnahmen um.
Hannes Heller ist mit der Lancierung von walkable zufrieden: «Schon vor dem Start im Mai 2024 hatten wir über ein Dutzend Partnergemeinden – seitdem sind noch einige dazugekommen. Ein Grossteil befindet sich aktuell in der Ost- und Innerschweiz, insbesondere im Kanton St. Gallen, wo die Gemeinden dank der Unterstützung des Kantons kostenlos teilnehmen können.» Doch auch in der Romandie ist walkable gut angelaufen. Von den bisher knapp 600 Meldungen, konnten 5% bereits gelöst werden. Insgesamt ist die Qualität der Meldungen hoch und der Austausch auf der Plattform konstruktiv. «Durch den Austausch mit Fachpersonen und anderen Betroffenen entsteht eine Community, die gezielt Ideen für eine nachhaltige Mobilität sammelt», freut sich Hannes Heller. Er hofft, dass sich noch viele Städte und Gemeinden für eine Partnerschaft entscheiden und so die Infrastruktur in den Schweizer Städten langfristig und nachhaltig verbessert wird.
Kosten und Finanzierung | Gesamtkosten 350'000 CHF KOMO: 140'000 CHF, davon 31'000 CHF Eigenmittel Abokosten für Gemeinden: ab 990 CHF/jährlich |
Zeitdauer | Pilotphase: Mai – Dezember 2024 |
Involvierte Akteure | Fachverband Fussverkehr Schweiz, Verein moveable |
Erfolge | Bereits 17 Partnergemeinden aus der gesamten Schweiz sind in der Pilotphase mit dabei: Walkable Partner Partnergemeinden übernahmen aktiv einen Teil der Kommunikation und konnten so die Erwartungen steuern Hohe Qualität der Meldungen Konstruktive Diskussionen auf der Plattform |
Herausforderungen | Schwierigkeit Zufussgehende zu erreichen, da hier meist nur eine geringe Identifikation besteht |
Regionale Bedeutung | Partnergemeinden aus der gesamten Schweiz sind mit dabei, mit Schwerpunkt in der Ost- und Innerschweiz (Stand Ende Pilotphase) |
Nachhaltige Perspektive | Zu-Fuss-Gehen ist die natürlichste und ressourcenschonendste Form des Verkehrs überhaupt Breite Gehwege in einem guten Zustand mit guter Beleuchtung sorgen dafür, dass Menschen öfter zu Fuss gehen |
Tipps und Tricks | Partnergemeinden sollten beim Einführen der Plattform: Frühzeitig die Kommunikation mitdenken und regionale Medien miteinbeziehen Mit regionalen Partnern zusammenarbeiten, die in dem Bereich schon ein Netzwerk besitzen |
Hannes Heller Geschäftsführer und Gründer von moveable info@walkable.ch