Licht steht für Entwicklung und Sicherheit. Licht hat aber auch viele negative Auswirkungen, die zunehmend erkannt werden. Die Frage der öffentlichen Beleuchtung wird sehr regelmässig angesprochen. In den verschiedenen Gemeinden wurden Sanierungsmassnahmen durchgeführt, wobei je nach Gebiet unterschiedliche Ansätze, Partner und Ambitionen verfolgt wurden. Die Gemeinden der Region Martigny wollten einen Schritt weiter gehen und sich an einem umfassenderen Ansatz zur Nachtabschaltung beteiligen.

Ziel des Projekts war es, den Gemeinden die Informationen zu liefern, die sie benötigen, um ihre Strassenbeleuchtung zu planen und zu optimieren. Der Ansatz bestand darin, in einem ersten Schritt den Dialog mit den Schlüsselpartnern zu öffnen. Es handelt sich dabei um kantonale Instanzen, die für das Strassenbeleuchtungsnetz verantwortlich sind. MYénergie hat einen Leitfaden erstellt, der es den Gemeinden ermöglicht, ein Projekt zur Nachtabschaltung einfach umzusetzen. Die Nachtabschaltung kann jährlich, saisonal, monatlich bis hin zu vielleicht täglich erfolgen. Die verschiedenen Schritte haben es ermöglicht, eine Verbindung zu den Bürgerinnen und Unternehmen herzustellen, Lösungen anzubieten und jeden Akteur bei dieser Veränderung zu begleiten.
Kosten und Finanzierung | Für das Projekt war ein Budget von 42’440 CHF vorgesehen, wovon etwa 28 % durch das Programm Energie-Region subventioniert wurden. |
Zeitdauer | Q2 2022 - Q3 2023 |
Involvierte Akteure | Die an diesem Projekt beteiligten Akteure sind : Die Gemeindebehörden des Bezirks Martigny Die Gemeindeämter des Bezirks Martigny Die Behörden des Kantons Wallis Die für das Stromnetz zuständigen Unternehmen Bürgerinnen und Bürger der beteiligten Gemeinden Experten, die mit der öffentlichen Beleuchtung zu tun haben. |
Interkommunale Zusammenarbeit/ Beitrag der Gemeinde | Ein Workshop richtete sich an die politischen als auch an die technischen Verantwortlichen der elf Gemeinden der Energie-Region MYénergie. Dieser interaktive Workshop ermöglichte es, die verschiedenen Sichtweisen auf die öffentliche Beleuchtung und deren Herausforderungenzu konfrontieren. Es wurden auch Treffen zum Erfahrungsaustausch mit Gemeinden, die seit vielen Jahren eine Nachtabschaltung eingeführt haben (Akteure aus Genf) organisiert. |
Erfolge | Für die Gemeinden des Bezirks Martigny ist eine Nachtabschaltung zielführend, um: den Energieverbrauch zu senken, die Lichtverschmutzung und ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die biologische Vielfalt zu reduzieren, die Akteure des Gebiets zu sensibilisieren, um ihren eigenen Energieverbrauch und die damit verbundene Lichtverschmutzung (Schilder, Gebäudebeleuchtung usw.) zu begrenzen. Die Beleuchtung macht 12 % des nationalen Stromverbrauchs aus (einschliesslich der Innenbeleuchtung). Die Strassenbeleuchtung macht rund 0,7 % des nationalen Stromverbrauchs aus, was etwa 320 GWh entspricht, und zwischen 5 % und 15 % des kommunalen Haushalts. Die Ausschaltung der Strassenbeleuchtung einmal im Jahr wird nicht zu grossen Energieeinsparungen und einer Verringerung der Auswirkungen führen, aber die Kommunikation im Zusammenhang mit diesen Veranstaltungen wird nach und nach dazu führen, dass bestimmte Bereiche/Viertel der Gemeinden ausgeschaltet werden und Unternehmen ermutigt werden, effiziente Beleuchtungen zu wählen und ihre Schilder zu reduzieren oder einen Teil der Nacht auszuschalten. |
Herausforderungen | Analysen der Genfer Kantonspolizei zeigen, dass sich die Bevölkerung eine Verbesserung der öffentlichen Beleuchtung wünschen würde, um das Sicherheitsgefühl zu verbessern. Eine Verbesserung der Beleuchtung bedeutet jedoch nicht unbedingt, mehr zu beleuchten, sondern richtig und effizient zu beleuchten. Um möglichst viele Gemeinden dazu zu bewegen, Abschaltprojekte umzusetzen, musste die gesamte Unterstützung in einer effizienten und nützlichen Form bereitgestellt werden, die die Entscheidungsfindung der Gemeinden erleichtert. |
Regionale Bedeutung | Dieses Projekt bot den Walliser Gemeinden die Möglichkeit, sich stärker für die Reduzierung der Lichtverschmutzung und desEnergieverbrauchs einzusetzen. Durch die Entschärfung der regulatorischen und technischen Barrieren konnte die Verbindung zur Bevölkerung und zu den Unternehmen hergestellt werden. |
Tipps und Tricks | Ein an die Gemeinden gerichteter Workshop diente der Information, der Konfrontation mit gängigen Vorstellungen und der Vermittlung unterschiedlicher Perspektiven auf die Frage der öffentlichen Beleuchtung. Auf dieser Grundlage konnten die Gemeinden ihre Vision in einem Beleuchtungsplan festlegen. Die Zusammenfassung dieses Austausches kann über diesen Link heruntergeladen werden. Ein Jurist analysierte die Rechte und Pflichten der Gemeinden in Bezug auf die öffentliche Beleuchtung und erstellte ein Rechtsgutachten, das die kommunalen Pflichten präzisiert. Der Verband der Walliser Gemeinden stellte einen formellen Antrag an den Kanton zur Revision seines Strassengesetzes. Es wurde eine Vorgehensweise für die Umsetzung einer Nachtabschaltung sowie Begleitmassnahmen (Kommunikation, Aktivitäten, Sicherheit, etc.) festgelegt. Diese Vorgehensweise kann im Bezirk angewendet und über das Netzwerk «Antenne Région Valais romand» an alle Walliser Gemeinden weitergegeben werden. |
MYénergie 10 communes du district de Martigny myenergie.ch m.plomb@regionvalaisromand.ch