Ladeinfrastruktur

Livit – standardisierte Prozesse bei E-Ladestationen

Livit hat das Installieren und Betreiben von Ladeinfrastruktur seit 2018 immer weiter vereinheitlicht und standardisiert. Die Vorteile zeigen sich deutlich bei einem Neubauprojekt in Massagno (TI).

Livit – Aussenansicht einer modernen Wohnsiedlung in Massagno

Livit verwaltet schweizweit rund 2500 Liegenschaften. 300 davon sind mit Ladestationen ausgerüstet, und es werden jeden Monat mehr: Wünscht eine Mieterin oder ein Mieter eine Lademöglichkeit, richtet Livit diese ein, sofern die Gegebenheiten dies ermöglichen. Um den Ausbau speditiv abzuwickeln, setzt die Immobilienverwaltung auf Standardisierung in allen Phasen: Planung, Installation, Betrieb und Abrechnung.

Lange Lieferzeiten, fehlende Erfahrung

Im Tessin setzte Livit im Jahr 2024 ein Neubauprojekt mit standardisiertem Prozess um: «Damals war ein Boom an Ladestations-Installationen zu spüren», sagt Sophia Summer, Fachspezialistin Nachhaltigkeit Immobilien bei Livit. Die Firma hat im Tessin weniger Liegenschaften, und E-Mobilitätsprojekte waren zu dem Zeitpunkt dort noch seltener. Mit dem Neubau in Massagno setzte Livit in der Südschweiz erstmals ein Projekt mit mehr als einer Ladestation um. Der Immobilienverwaltung war es daher wichtig, ihr standardisiertes Vorgehen anzuwenden. «Die Elektroinstallationsfirma war bezüglich unseres Standards noch unerfahren und die Prozesse waren noch nicht etabliert», erinnert sich Sophia Summer. So dauerte es rund ein Jahr, bis die drei Wohngebäude mit einer Ladeinfrastruktur ausgerüstet waren und alles betriebsbereit war. 24 von 120 Parkplätzen in der Tiefgarage erhielten eine Ladestation.

Eingespielte Partnerschaften, bessere Ergebnisse

Seither haben sich die standardisierten Prozesse etabliert. Livit sei nun auch im Tessin viel schneller geworden, berichtet Sophia Summer: «Wir benötigen für die Installation nur noch zwei bis drei Monate.» Möglich sei dies dank eingespielten, stabilen Partnerschaften: Bei Livit bauen stets dieselben routinierten Firmen die Ladestationen ein. Damit Letztere kompatibel und skalierbar sind, bestellt die Immobilienfirma immer bei denselben zwei Produktanbietern, Zaptec Pro und easee charge core. Die Abrechnung läuft überall gleich, über Swisscharge: «Wir sind rundum zufrieden», sagt Sophia Summer.

Sophia Summer, Fachspezialistin Nachhaltigkeit Immobilien bei Livit
Dank fixen Produkten und Partnern erfüllen wir die Wünsche von Mieterinnen und Mietern rascher.
Sophia Summer, Fachspezialistin Nachhaltigkeit Immobilien bei Livit

Gut vorbereitet sein, um schnell zu reagieren

Standardisiert ist auch die Art, wie Livit auf Anfragen von Mieterinnen und Mietern reagiert: Diese gelangen an die Bewirtschafterin oder den Bewirtschafter einer Liegenschaft. Sie oder er kontaktiert das Elektrounternehmen, holt Offerten ein und gibt den Ausbau in Auftrag. Bei Fragen rund um die Installation steht das Nachhaltigkeitsteam zur Seite, dem Sophia Summer angehört: Es hilft zum Beispiel beim Auswerten von Umfragen bei Mieterinnen und Mieter, beim Beurteilen von Offerten oder beim Planen des Ausbaus: «Oft bauen wir zusätzlich zur gewünschten Ladestation eine weitere oder installieren bereits Rückplatten», sagt Sophia Summer. Dieses Vorgehen erlaube es, bei Bedarf schnell auf neue Anfragen zu reagieren.

«Viel positives Feedback»

Die Mieterinnen und Mieter mit E-Fahrzeug bezahlen eine Pauschale für die Abrechnungsdienstleistung sowie einen Aufpreis auf ihre Parkplatzmiete. Kosten entstehen also nur denjenigen, welche die Ladeinfrastruktur nutzen, und zwar unabhängig von der Wohnungsmiete. In Massagno funktioniert das gut: «Wir erhalten viel positives Feedback», sagt Sophia Summer.

Ihrer Ansicht nach ist die Standardisierung nicht nur für grosse Verwaltungen der Königsweg, sondern auch für kleine: «Fixe Produkte und Partnerschaften erleichtern das Installieren, Bewirtschaften und Erweitern der Infrastruktur. Die Wünsche der Mieterinnen und Mieter erfüllen sich dadurch rascher.»

Häufige Fragen

Ist es klug, Ladestationen auch ohne Nachfrage einzubauen, um beispielsweise den Wert der Immobilie zu steigern? Wie orientieren sich Immobilienfirmen in der Förderlandschaft? Sophia Summer teilt ihre Erfahrungen.

Fakten zum Projekt

Zeitraum des Projekts

2024 bis 2025

Ort / Region

Massagno (TI)

Kosten und Finanzierung

100 000 CHF für etwa 20 Ladestationen

Involvierte Akteure

Burkhalter (Elektriker) bzw. dessen Partnerbetriebe im Tessin

Tipps und Tricks

Bildquelle: Livit

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