Zeitraum des Projekts
Start: Mai 2021
RUAG treibt die Elektrifizierung ihrer Flotte voran mit einer eigenen Ladeinfrastruktur für ihre Pool-Fahrzeuge. Dabei überwindet sie Hindernisse und nutzt wertvolle Praxiserfahrungen für den weiteren Ausbau.

RUAG ist ein technologiegetriebenes Schweizer Unternehmen. Die Analyse zeigt klar: Für eine zukunftsfähige und nachhaltige Flotte führt kein Weg an der Elektromobilität vorbei. Die grosse Fahrzeugflotte umfasst leichte Nutzfahrzeuge und Personenwagen, die als Poolfahrzeuge dienen. Im Jahr 2021 fiel die Entscheidung, erste elektrisch Poolfahrzeuge zu beschaffen und eine passende Ladeinfrastruktur aufzubauen.
Wer Grosses vor hat, fängt am besten klein an: RUAG startete an ihrem Standort in Emmen ein Pilotprojekt und richtete 10 Ladepunkte für E-Poolfahrzeuge ein. Danach plante das Unternehmen, die Lademöglichkeiten auf alle firmeneigenen Standorte auszuweiten und ermittelte die Anzahl E-Poolfahrzeuge pro Standort. Eine Option war aber schnell vom Tisch: halbprivate oder allgemein zugängliche Ladestandorte. Was dagegen sprach sind die komplexen Zugangsbeschränkungen zu den Arealen.
RUAG wollte alle Ladestandorte auf den eigenen Arealen realisieren. Deshalb beschloss sie, die vollständige Ladeinfrastruktur selbst zu finanzieren. Der Betrieb wird dabei über ein offline Kartensystem geregelt. Damit können auch Gäste laden. RUAG betreibt dieses System selbstständig, um die Komplexität tief zu halten. Gemäss den Betreibermodellen aus dem Merkblatt «Betreibermodelle und Ausbauvarianten» entspricht dies der Variante 1. Die firmeneigenen Poolfahrzeuge können zusätzlich mit der Ladekarte an allgemein zugänglichen Ladestationen laden. Verrechnet werden nur diese externen Ladevorgänge.
Knifflig war die Standortfindung der Ladeplätze. Die Kosten für die Netzerschliessung variierten je nach Standort stark.
RUAG plante und setzte die Ladeinfrastruktur so um, dass sie die schrittweise Elektrifizierung der Flotte optimal unterstützte. Das Projektteam bestimmte pro Areal, wo der Ausbau technisch machbar und sinnvoll ist. Dabei spielten Kriterien wie die vorhandene Netzkapazität, die Distanz zu bestehenden Stromanschlüssen und die Skalierbarkeit eine Rolle. «Die Standortfindung der Ladeplätze stellte sich als komplex heraus», sagt Thomas Bucher, Flottenmanager der RUAG. «Je nach Standort wäre die Netzerschliessung sehr teuer gewesen.» Bei der Standortfindung kooperierte RUAG mit anderen Firmen auf dem Areal, um die Leistung an den Ladestandorten ausreichend sicherzustellen.
Für den ersten Ausbau der Ladeinfrastruktur bevorzugte RUAG eigene Firmenstandorte und Areale. Doch Lademöglichkeiten benötigte das Unternehmen auch bei eingemieteten Standorten. «Um dort die Ladeinfrastruktur rechtzeitig umzusetzen, gingen wir auf die Verantwortlichen der Bewirtschaftung zu», so Bucher. Zuerst teilte RUAG die eigenen Bedürfnisse mit. Danach fand man gemeinsam eine Ladelösung, die allen beteiligten Parteien gerecht wurde. Ein Beispiel: So entstand ausserhalb des Areals ein öffentlich zugänglicher Ladestandort mit unterschiedlichen Tarifen für Mietende und die Öffentlichkeit. RUAG und andere Unternehmen können zu einem attraktiven Tarif laden.
«Unbedingt relevante Stakeholder frühzeitig einbinden für einen erfolgreichen Aufbau der Ladeinfrastruktur. Wichtig ist auch, den Betrieb regelmässig mit den Mitarbeitenden zu evaluieren», sagt Bucher. So liessen sich Stolpersteine früh erkennen und Prozesse verbessern. Dieser partizipative Ansatz sorge dafür, dass viele die Massnahmen mittragen und der Ausbau der Ladeinfrastruktur reibungsloser verläuft.
Start: Mai 2021
Emmen, Zentralschweiz
60'000 CHF für die ersten 5 Doppelladestationen. (10 Parkplätze)
Energie 360° für Ladestationen und RUAG Real Estate AG als Immobilienbewirtschafter der RUAG AG
Eine konsequente, durchgängige Planung, bei der alle relevanten Stakeholder von Anfang an einbezogen werden, erleichtert den ersten Schritt erheblich.
Thomas Bucher, Fleet Manager +41 58 483 76 79 thomas.bucher@ruag.ch
