Antriebssysteme optimieren: Aluminium Laufen AG Liesberg spart Strom und Kosten

Bei der Aluminium Laufen AG Liesberg zeigte eine Analyse elektrischer Antriebssysteme, wo Maschinen im Leerlauf unnötig Strom verbrauchen – und wie sich das ändern lässt.

Mitarbeitender überwacht den Druckgussprozess in der Aluminiumgießerei von Aluminium Laufen.

Grosse Anlagen, grosser Strombedarf

In Liesberg im Kanton Baselland produziert die Aluminium Laufen AG Aluminium-Komponenten für anspruchsvolle Anwendungen – unter anderem für die Medizin- und Automobilbranche. Rund 250 Mitarbeitende arbeiten im Betrieb. Der jährliche Energieverbrauch entspricht etwa dem Verbrauch einer Kleinstadt mit 10'000 Haushalten.

Ein grosser Teil davon entfällt auf die Produktion: Mehr als die Hälfte des Energiebedarfs beanspruchen drei Strangpressanlagen mit tausenden Tonnen Presskraft. Gerade bei solchen Anlagen lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Wir wollten wissen, ob unsere Motoren technisch optimal ausgelegt sind und nur die erforderliche Leistung erbringen.
Markus Fischer, Leiter Umweltmanagement

Die Analyse zeigt unnötige Leerlaufverluste

Elektrische Motoren und Antriebssysteme verursachen in Industrieanlagen einen grossen Teil des Stromverbrauchs. Innerhalb einzelner Betriebe kann ihr Anteil bis zu 80 % betragen. Gleichzeitig steckt in diesen Anlagen oft ein erhebliches Einsparpotenzial.

Bei Aluminium Laufen zeigte die Detailanalyse: Einige Maschinen verbrauchten Strom, obwohl sie gerade nicht produzierten. Solche Leerlaufverluste fallen im Alltag oft kaum auf. Über das Jahr gerechnet können sie jedoch hohe Kosten verursachen.

Durch Anpassungen an der Steuerung und dem Soft-Starter sowie durch das Abschalten von Pumpen in Leerlaufphasen konnte Aluminium Laufen gezielt Strom sparen.

Bis zu 10 kW geringerer Leistungsbedarf bei einzelnen Prozessschritten

Die Wirkung war deutlich: Bei gewissen Prozessen konnte die Leistung um bis zu 10 kW reduziert werden. Das spart dem Unternehmen jedes Jahr mehrere 10'000 CHF.

Für Markus Fischer hat sich die Analyse gelohnt: Die Massnahmen senken nicht nur die Stromkosten, sondern verbessern auch den Betrieb der Anlagen.

Auch Simone Marchesi, Fachexperte Stromeffizienz beim Bundesamt für Energie (BFE), kennt dieses Potenzial: «Viele Unternehmen haben historisch gewachsene Anlagen. Oft wurden Motoren und Antriebssysteme aus damaligen Sicherheitsüberlegungen überdimensioniert.»

Eine Analyse hilft, solche Situationen sichtbar zu machen – und die Anlagen effizienter auszulegen.

Von der Grobanalyse zur konkreten Massnahme

Energieberatende können Unternehmen mit einer klar strukturierten Analyse unterstützen. In einem ersten Schritt werden jene Komponenten identifiziert, bei denen sich ein genauerer Blick lohnt. Danach zeigt eine Feinanalyse auf, welche Massnahmen technisch sinnvoll und wirtschaftlich interessant sind.

Unternehmen, die jetzt eine Analyse durchführen, werden finanziell stark entlastet: Regulär werden bis zu 40 % der Kosten (maximal 15'000 CHF) übernommen – bis April 2027 erhöht sich dieser Fördersatz sogar auf 50 %. Für die darauffolgende Umsetzung der konkreten Effizienzmassnahmen gibt es zudem weitere Unterstützung, beispielsweise durch das Bundesprogramm ProKilowatt.

Der nächste Schritt: Potenzial abschätzen

Die Aluminium Laufen AG hat gezeigt: Wer elektrische Antriebssysteme systematisch prüft, kann unnötige Verluste erkennen und Stromkosten dauerhaft senken.

Möchten Sie wissen, welches Potenzial in den Antriebssystemen Ihres Unternehmens steckt? Nutzen Sie die Analyse für elektrische Antriebssysteme von EnergieSchweiz. Damit können Sie erste Einsparpotenziale abschätzen und den nächsten Schritt planen.

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