Gemeinden fördern erneuerbares Heizen

Wie erreichen Gemeinden ihre Bevölkerung beim Heizungsersatz? Beispiele aus Vétroz, Cureglia und Glarus zeigen, wie Information, Beratung und gezielte Ansprache den Umstieg auf erneuerbare Energien beschleunigen.

Luft-Wasser-Wärmepumpe im Garten eines Hauses

In der Schweiz sind noch immer rund 900’000 fossile und über 100’000 sehr ineffiziente Elektroheizungen im Einsatz. Um die Energie- und Klimaziele im Gebäudebereich zu erreichen, müssen diese Heizungen bis 2050 durch erneuerbare Systeme ersetzt werden. Trotzdem werden alte Anlagen oft erneut durch fossile Heizungen ersetzt, ohne Alternativen zu prüfen.

Hier können Gemeinden ansetzen. Sie informieren frühzeitig, zeigen konkrete Lösungen auf und begleiten ihre Bevölkerung bei einem komplexen Entscheid. Auf energieschweiz.ch werden insbesondere die Besitzerinnen und Besitzer von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer über die Möglichkeiten von erneuerbaren Heizsystemen umfassend informiert. EnergieSchweiz unterstützt die Gemeinden fachlich und finanziell bei der Durchführung von Veranstaltungen.

Für Gemeinden ergeben sich daraus mehrere Vorteile:

  • Sie unterstützen ihre Bevölkerung bei wichtigen Investitionsentscheidungen.

  • Sie reduzieren CO₂-Emissionen im Gebäudebereich.

  • Sie stärken die Nutzung lokaler Energiequellen.

Vétroz zeigte konkrete Lösungen

Die Gemeinde Vétroz organisierte mit Unterstützung von EnergieSchweiz den «Salon der Energiewende». Die Veranstaltung richtete sich zunächst an Fachleute und Politik, später auch an die breite Bevölkerung. Ziel war es, konkrete Lösungen aufzuzeigen und den Zugang zu Fördermitteln verständlich zu machen. «Bei der Organisation und Durchführung konnte die Gemeinde auf verschiedene Partner und Freiwillige zählen, um einen qualitativ hochwertigen Salon anbieten zu können», erklärt Fabien Papilloud, Vizepräsident der Gemeinde Vétroz. So konnte die Gemeinde umfassend über die Möglichkeiten von erneuerbaren Heizsystemen informieren.

Fabien Papilloud
Für Privatpersonen ist es oft schwierig zu wissen, wie sie eine Gebäudesanierung planen sollen. Unser Ziel ist es, ihnen bei diesem Schritt zu helfen und ihnen den Zugang zu kommunalen und kantonalen Fördermitteln zu erläutern.
Fabien Papilloud, Vizepräsident der Gemeinde Vétroz

Cureglia setzte auf direkte Ansprache

Die Gemeinde Cureglia im Kanton Tessin ging einen anderen Weg. Sie identifizierte gezielt Eigentümerinnen und Eigentümer mit älteren Heizsystemen und lud sie mit einem persönlichen Schreiben zu Veranstaltungen ein.

Diese Veranstaltungen waren Teil eines übergeordneten Kommunikationsplans zur Sensibilisierung der Bevölkerung für den Heizungsersatz. Da es beim Heizungsersatz auch um eine Veränderung von Gewohnheiten und Denkweisen geht, erachtete die Gemeinde Sensibilisierungsmassnahmen als besonders wichtig. Organisiert und koordiniert wurden die Veranstaltungen vom Energiebüro der Stadtverwaltung.

Glarus berät und informiert proaktiv

Im Kanton Glarus sind fossile Heizungen in Neubauten und beim Ersatz nicht mehr erlaubt. Grundlage dafür ist der Entscheid der Landsgemeinde vom September 2021. Vor diesem Hintergrund erachtet Christoph Zwicky, Fachstellenleiter Umwelt und Energie der Gemeinde Glarus, die Beratung der Bevölkerung als besonders wichtig:

Christoph Zwicky
Die Bevölkerung möchte nach dem Landsgemeindeentscheid wissen, wie es weitergeht und welche Möglichkeiten sie hat.
Christoph Zwicky, Fachstellenleiter Umwelt und Energie

An Veranstaltungen informiert die Gemeinde deshalb proaktiv über Alternativen und bietet konkrete Orientierung. Mit der proaktiven Information möchte die Gemeinde auch «Panik-Installationen» von fossilen Heizsystemen verhindern. Der Landsgemeindeentscheid sowie die aktive Sensibilisierung der Bevölkerung zeigen Wirkung: «Die Gesuche für Wärmepumpen haben sich mehr als vervierfacht. Wurden 2020 und 2021 zwischen 20 und 30 Wärmepumpen bewilligt, sind im Jahr 2022 bereits bis August über 70 Gesuche für Wärmepumpen eingegangen.», sagt Christoph Zwicky.

Grosses Interesse der Gemeinden

Das Interesse ist gross: Bereits 120 Gemeinden haben mit Unterstützung von EnergieSchweiz Informationsveranstaltungen geplant oder umgesetzt. Sie profitieren dabei von einem Angebot, das auf die Bedürfnisse von Gemeinden und Regionen zugeschnitten ist. Das zeigt, dass Gemeinden eine zentrale Rolle beim Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme übernehmen können und diesen aktiv gestalten.

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