Am 3. Dezember 2025 lud die Fachstelle «Nachhaltige Mobilität in Unternehmen» von EnergieSchweiz 15 Führungskräfte zu einem Roundtable in den Swiss Bike Park in Oberried ein. Ziel war ein offener Austausch darüber, wo Unternehmen beim Thema nachhaltige Mobilität konkret stehen und welche Hürden noch bestehen.
Die Anreise war bereits ein Zeichen: Mit dem Zug bis Thörishaus und anschliessend mit dem E-Bike von Twinner hinauf zum Swiss Bike Park wurde nachhaltige Mobilität direkt erlebbar.
Nach einem spannenden Einblick in das Areal des Swiss Bike Parks diskutierten die Führungspersonen in einer informellen Gesprächsrunde die zentralen Fragen:
Welche Bedürfnisse bestehen im Unternehmen im Zusammenhang mit nachhaltiger Mobilität?
Wo liegen die grössten Herausforderungen?
Was braucht es, um diese erfolgreich zu überwinden?
Die Vielfalt der Teilnehmenden – von Industrie über Eventwirtschaft bis zu Gesundheitsdienstleistungen – zeigte, dass die Ausgangslagen je nach Branche unterschiedlich sind. Während Bürobetriebe flexibler agieren können, stehen etwa handwerkliche Betriebe vor spezifischen Herausforderungen.
Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehörten:
Es fehlen oft belastbare Kennzahlen und «Hard Facts», die das Thema auf strategischer Ebene greifbar machen.
Nachhaltige Mobilität soll als Chance wahrgenommen werden, nicht als Einschränkung oder Pflicht.
Führungspersonen müssen klare Rahmenbedingungen setzen und gleichzeitig als Vorbilder auftreten.
Das Thema braucht mehr emotionale Ansprache und positive Visionen statt Verzichtsrhetorik.
Gesundheitliche Aspekte wie weniger Krankheitstage durch aktive Mobilität, bieten grosses Argumentationspotenzial.
Jüngere Generationen stehen dem Thema meistens offener gegenüber als ältere Mitarbeitende und Führungskräfte.
Nachhaltige Mobilität sollte unternehmerisch und lösungsorientiert diskutiert werden – nicht politisch.
Der Roundtable zeigte: Das Bewusstsein ist vorhanden – doch es braucht neue Zugänge, um vom Problembewusstsein ins Handeln zu kommen.
Coolness, Spass, Gesundheit und Lifestyle gezielt für die nachhaltige Mobilität nutzen.
Neben den inhaltlichen Impulsen stand auch die Vernetzung im Mittelpunkt. Beim gemeinsamen Abendessen wurden Gespräche vertieft, Kontakte geknüpft und neue Perspektiven entwickelt.
Nachhaltige Mobilität ist mehr als ein CO₂-Thema – sie ist Chance, Innovation und Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die heute aktiv gestalten, profitieren von gesünderen Mitarbeitenden, höherer Arbeitgeberattraktivität, effizienteren Abläufen und je nachdem sogar tieferen Kosten.
Wie lässt sich das Thema im Betrieb erfolgreich vorantreiben?
Vision zeigen und Verantwortung übernehmen: Zukunftsfähige Mobilität braucht Leadership. Wenn die Geschäftsleitung klare, positive Zielbilder formuliert und das Thema sichtbar vorlebt, entsteht Orientierung.
Emotionen wecken: Mobilität ist Teil der Unternehmenskultur. Statt nur mit Richtlinien oder Kennzahlen zu argumentieren, sollte mit Storytelling und visuellen Elementen Begeisterung erzeugt werden.
Chancen statt Einschränkungen kommunizieren: Statt das Thema als Pflicht darzustellen, sollte der Fokus auf den Vorteilen liegen – wie gesündere Mitarbeitende, stressfreie Arbeitswege und eine starke Arbeitgebermarke.
Realistische und branchengerechte Lösungen entwickeln: Die Herausforderungen variieren je nach Branche. Flexibilität und praxisnahe Lösungen, die auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt sind, sind entscheidend.
Die junge Generation als Treiber nutzen: Jüngere Mitarbeitende sind oft besonders aufgeschlossen für nachhaltige Mobilität. Unternehmen können dieses Potenzial aktiv nutzen – etwa indem sie junge Talente in die Entwicklung von Mobilitätskonzepten einbeziehen oder als interne Botschafterinnen und Botschafter einsetzen.
Wissen stärken und Vorurteile abbauen: Fehlende Fakten und hartnäckige Annahmen bremsen Entscheidungen. Transparente Kennzahlen, praxisnahe Beispiele und klare Informationen helfen, Wissenslücken zu schliessen und eine sachliche Grundlage für Entscheidungen zu schaffen.
Pragmatisch und lösungsorientiert handeln: Nachhaltige Mobilität ist in erster Linie ein unternehmerisches Thema. Wer es politisch neutral, pragmatisch und wirkungsorientiert angeht, vermeidet Polarisierung und stärkt die interne Akzeptanz. Im Fokus stehen Effizienz, Gesundheit, Wettbewerbsfähigkeit und langfristige Standortqualität.
Angebote wie Mitarbeiterparkplätze reduzieren und dafür attraktive Alternativen anbieten wie zum Beispiel E-Bikes, Mobilitätsbeiträge für den ÖV oder Mobility-Standorte.
Nachhaltige Mobilität entsteht dort, wo Unternehmen bewusst gestalten, motivieren und umsetzen – mit klaren Zielen, Vorbildern, greifbaren Lösungen und einer positiven Kommunikation. Jede Massnahme – vom Mobilitätsbudget bis zu Bike-to-Work-Programmen – kann Wirkung zeigen, wenn sie emotional und praktisch umgesetzt wird.
EnergieSchweiz und das Programm RideSmart der Stiftung Swiss Bike Park haben im 2025 eine Kooperation gestartet mit dem Ziel, nachhaltige Mobilität stärker im Unternehmensumfeld zu verankern. Wer Veloförderung im Unternehmen voranbringen will, findet mehr Informationen auf swissbikepark.ch.


