Energieeffiziente Gebäudesanierung mit wirksamen kommunalen Instrumenten fördern

Wie können Gemeinden Gebäudeeigentümer und -eigentümerinnen gezielt zur Sanierung motivieren? Das Projekt MYénergie analysierte Regulation, Fördermittel und Kommunikation, um wirksame Ansätze zu identifizieren und praxisnahe Empfehlungen auf Datenbasis zu entwickeln.

Drei MYénergie-Broschüren nebeneinander mit Fotos von Solarpanels, einer Luftaufnahme und einer Windkraftanlage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kombination aus Regulierung, Fördermitteln und Kommunikation ist entscheidend.

  • Fördermittel wirken auch als Sensibilisierungs- und Unterstützungsinstrument.

  • ​Lokale Kommunikation ist ein zentraler Erfolgsfaktor.

  • ​Ergebnisse variieren stark je nach lokalen Rahmenbedingungen.

  • Gemeinden stehen konkrete, direkt nutzbare Instrumente zur Verfügung. ​

Verstehen, was wirklich funktioniert

Angesichts der zentralen Herausforderung der energetischen Sanierung des privaten Gebäudeparks hat die Energie-Region MYénergie einen praxisorientierten Ansatz gewählt: Bestehende Instrumente wurden analysiert und ihre tatsächliche Wirkung im kommunalen Umfeld untersucht. Im Fokus standen drei Hebel: Regulierung, Fördermittel, Kommunikation.

Ziel war es, nicht nur Lösungen zu identifizieren, sondern konkrete Erkenntnisse aus bestehenden kommunalen Praktiken abzuleiten.

Regulierung: Massnahmen strukturiert verankern

Im Rahmen des Projekts wurden Musterreglemente entwickelt, die energetische Anforderungen und teilweise auch Biodiversitätsaspekte integrieren. Diese wurden von Fachpersonen validiert und durch den Kanton offiziell verbreitet. Sie bieten heute eine direkt anwendbare Grundlage für Gemeinden, die ihre Reglemente überarbeiten.

Mehr Informationen: www.vs.ch

Fördermittel: Mehr als finanzielle Anreize

Die Analyse von Daten aus dem Gebäudeprogramm sowie weiterer kommunaler Indikatoren zeigt: Es besteht keine klare Korrelation zwischen einzelnen Massnahmen und der Anzahl Fördergesuche. Vielmehr beeinflussen zahlreiche Faktoren die Entwicklung, darunter:  

  • Gemeinde mit dem Label «Energiestadt»

  • Energiebeauftragte

  • Fördermittel für Sanierungen

  • Alter der Bevölkerung

  • Baujahr der Gebäude

  • Durchschnittseinkommen

Einige Gemeinden investieren stark, ohne dass dies sichtbare Auswirkungen hat, während andere mit begrenzteren Mitteln Ergebnisse erzielen. Diese Erkenntnisse zeigen, dass Fördermittel in erster Linie als Hebel für die Kommunikation und Sensibilisierung der Bevölkerung dienen, aber auch zur Begleitung, Kontrolle und Nachverfolgung beitragen.

Kommunikation als entscheidender Erfolgsfaktor

Anhand von Interviews mit Energieverantwortlichen aus über 20 Gemeinden, konnten die Kommunikationspraktiken und deren Wirksamkeit analysiert werden.     Die Formate sind vielfältig – Informationsveranstaltungen, partizipative Workshops, lokale Kampagnen –, doch ihre Wirkung hängt vor allem davon ab, inwieweit es gelingt, ein Vertrauensverhältnis zur Bevölkerung aufzubauen. Im Rahmen des Projekts konnten bewährte Praktiken, aber auch Fallstricke, die es zu vermeiden gilt, identifiziert werden.

Konkrete Ergebnisse für Gemeinden

Im Rahmen des Projekts wurden Merkblätter und Empfehlungen erstellt, die von den Gemeinden direkt genutzt werden können. Diese Instrumente wurden gemeinsam mit Gemeinden entwickelt und sind auf unterschiedliche lokale Gegebenheiten übertragbar.     Die zentrale Erkenntnis: Wirksam ist eine kombinierte Strategie aus klaren regulatorischen Vorgaben, zielgerichteten finanziellen Anreizen sowie aktiver und zielgruppenspezifischer Kommunikation.

Empfehlungen für andere Regionen

Für Gemeinden und Regionen lassen sich folgende Empfehlungen ableiten:  

  • Fördermittel auch als Kommunikationsinstrument verstehen.

  • Energieaspekte frühzeitig in Reglemente integrieren. 

  • Kommunikationsstrategien lokal anpassen.  

  • Akzeptieren, dass Sanierungsdynamiken von vielen Faktoren abhängen.​

Das Projekt im Überblick

Kosten und Finanzierung

​​Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 88'000 CHF, davon 30'000 CHF Unterstützung durch das Programm Energie-Region​

Zeitdauer

​Anfang 2024 bis Ende 2025

Involvierte Akteure

​Energie-Region MYénergie: 10 Gemeinden im Bezirk Martigny​

Erfolge

​​Entwicklung und Verbreitung von Musterreglementen, Identifikation von Best Practices sowie Bereitstellung praxisnaher Instrumente für Gemeinden​

Herausforderungen

​​Fehlende eindeutige Zusammenhänge zwischen Fördermassnahmen und Sanierungsaktivität sowie begrenzte Messbarkeit der Wirkung einzelner Massnahmen​

Nachhaltige Perspektive

​​Stärkung kommunaler Sanierungsstrategien durch einen integrierten, übertragbaren Ansatz​

Hinweise / Besonderheiten

​​Enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Kanton, Fachpersonen und weiteren Akteuren im Energiebereich​

Kontakt

Martine Plomb, Projektleiterin Antenne Région Valais romand Centre de développement régional Rue du Léman 19, 1920 Martigny 027 720 59 17 m.plomb@regionvalaisromand.ch www.regionvalaisromand.ch

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