Eine Lüftung, die jeden Tag viel leisten muss
In einem Lebensmittelbetrieb sind Lüftungsanlagen zentral. Sie sorgen für die richtigen Bedingungen in sensiblen Bereichen, halten Prozesse stabil und unterstützen die Anforderungen an Hygiene und Produktion.
Auch bei Micarna SA in Bazenheid im Kanton St. Gallen laufen solche Anlagen täglich. Besonders relevant sind die Lüftungen im Reinraumbereich, im Umkleidebereich sowie bei Zutritts- und Materialschleusen.
Diese Anlagen waren seit 2004 in Betrieb. Sie arbeiteten mit grossen Radialventilatoren, Flachriemenantrieb, IE2-Motoren und Frequenzumrichtern. Die Technik funktionierte – verbrauchte aber mehr Strom als nötig.
Als sie uns die 40 % Einsparpotenzial auf den Tisch gelegt haben, war ich schon skeptisch. Aber es war definitiv möglich.
40 % Einsparpotenzial? Zuerst war Skepsis da.
Als die Analyse der elektrischen Antriebssysteme ein grosses Einsparpotenzial zeigte, war Marc Gantenbein, Technischer Projektleiter Infrastruktur bei Micarna in Bazenheid, zunächst zurückhaltend: «Als sie uns die 40 % Einsparpotenzial auf den Tisch gelegt haben, war ich schon skeptisch. Aber es war definitiv möglich.»
Die Analyse zeigte, dass sich die bestehenden Monoblocks weiter nutzen lassen. Dadurch mussten nicht ganze Anlagen ersetzt werden. Stattdessen konnten die Ventilatoren innerhalb der bestehenden Struktur modernisiert werden.
Neue Ventilatoren in bestehenden Monoblocks
Micarna ersetzte die alten Ventilatoren durch moderne Freiläuferventilatoren. Diese nutzen hocheffiziente Rotorblätter, EC-Motoren der höchsten Wirkungsgradklasse IE5 und eine integrierte Drehzahlregelung.
Der Vorteil: Die neuen Ventilatoren brauchen deutlich weniger Strom und sind weitgehend wartungsfrei. Gleichzeitig konnten die Investitionskosten tief gehalten werden, weil die bestehenden Monoblocks weiterverwendet wurden.
Das zeigt: Energieeffizienz muss nicht immer bedeuten, dass eine ganze Anlage ersetzt wird. Oft liegt der Schlüssel in der gezielten Erneuerung einzelner Komponenten.
495'322 kWh weniger Strom pro Jahr
Das Ergebnis ist deutlich. Der Stromverbrauch der betroffenen Lüftungsanlagen sank um 57 %. Pro Jahr spart Micarna dadurch 495'322 kWh Strom.
Auch finanziell wirkt die Massnahme stark: Die jährliche Kosteneinsparung liegt bei rund 124'000 CHF. Die Investitionskosten betrugen rund 120'000 CHF. Damit zahlt sich die Massnahme in wenigen Jahren aus.
Zusätzlich wurden die Massnahmen durch Förderbeiträge unterstützt – unter anderem über ProKilowatt, ein Programm des Bundes.
Analyse elektrischer Antriebssysteme zeigt den Weg
Elektrische Motoren und Antriebssysteme verursachen in Industrieunternehmen einen grossen Teil des Stromverbrauchs. Das betrifft nicht nur Produktionsmaschinen, sondern auch Lüftungen, Pumpen, Kompressoren oder Kälteanlagen.
Die Erfahrung bei Micarna zeigt: Eine fundierte Analyse kann auch dort Potenziale sichtbar machen, wo Anlagen im Alltag zuverlässig funktionieren. Entscheidend ist, den tatsächlichen Energieverbrauch zu messen, die Technik zu beurteilen und wirtschaftliche Massnahmen abzuleiten.
Der nächste Schritt: eigene Anlagen prüfen
Möchten Sie wissen, ob auch Ihre Lüftungsanlagen, Pumpen, Kompressoren oder Motoren zu viel Strom verbrauchen? Die Analyse elektrischer Antriebssysteme von EnergieSchweiz unterstützt Unternehmen beim Einstieg.

