Steigende Energiekosten setzen Fleischfachgeschäfte unter Druck. Die Mujo Metzgerei GmbH in Eriswil zeigt, wo konkrete Einsparungen liegen und wie sich der Energieeinsatz mit einfachen Massnahmen deutlich optimieren lässt.

Kühlung, Warmwasser und Maschinen sorgen in Metzgereien für einen konstant hohen Strombedarf. Entsprechend gross ist das Interesse an praxisnahen Lösungen. Ein aktuelles Pilotprojekt liefert genau solche Ansätze: Die Mujo Metzgerei GmbH in Eriswil wurde im Rahmen einer PEIK-Energieberatung umfassend analysiert. Ziel war es, einen realen Betrieb detailliert zu untersuchen und übertragbare Erkenntnisse zu gewinnen. Die Ausgangslage ist typisch für die Branche. Der Betrieb umfasst rund 600 Quadratmeter für Produktion, Kühlung und Verkauf. Der jährliche Energieverbrauch liegt bei etwa 75 000 Kilowattstunden, die Kosten bei rund 24 000 Franken. Auffällig ist der nahezu vollständige Stromanteil am Energiebedarf. Die Analyse zeigt klar, dass ein grosser Teil des Sparpotenzials im Betriebsalltag liegt. Im Pilotbetrieb wurden mehrere Schwachstellen identifiziert: ein zu hoher Solldruck beim Druckluftkompressor, ein undichtes Sicherheitsventil, unisolierte Heizleitungen, eingeschränkte Luftzirkulation im Kühlraum sowie Wärmeverluste bei Rückkühlern durch offene Fenster. Bereits mit einfachen Anpassungen lassen sich so rund 2000 Franken pro Jahr einsparen.
Verdampfer- und Kühlraum-Situation in der Metzgerei: Falsch platzierte Gegenstände schränken die Luftzirkulation im Kühlraum ein.
Ein zentraler Faktor ist das Benutzerverhalten. Geräte bedarfsgerecht zu betreiben, bietet erhebliches Potenzial. Dazu gehört, Anlagen nicht unnötig früh einzuschalten, gezielt aufzuheizen und nach Gebrauch konsequent auszuschalten. Besonders relevant sind Kühlung, Druckluft und Wärmepumpe. Im Kühlraum des Pilotbetriebs war die Luftzirkulation durch falsch platzierte Produkte eingeschränkt. Dies führte zu vermehrter Eisbildung und höherem Stromverbrauch. Die Lösung ist einfach: freie Luftwege sicherstellen und konsequent einhalten. Auch bei der Wärmepumpe lassen sich durch optimierte Einstellungen jährlich rund 640 Franken einsparen. Beim Druckluftkompressor zeigte sich ebenfalls Potenzial. Eine Reduktion des Solldrucks um 2 Bar senkt den Stromverbrauch um bis zu 15 Prozent. Entscheidend ist dabei die Abstimmung auf die angeschlossenen Verbraucher.
Offenes Fenster beim Rückkühler.
Die PEIK-Analyse empfiehlt ein strukturiertes Vorgehen in drei Schritten: Sofortmassnahmen mit geringem Aufwand, kurzfristige Massnahmen mit schneller Amortisation sowie mittelfristige Investitionen als strategische Entscheide. Dieser Ansatz ermöglicht eine gezielte und wirtschaftliche Planung. Ein besonders wirksamer Hebel ist die Photovoltaik. Der Pilotbetrieb zeigt ein realistisches Potenzial: rund 3800 Franken Einsparung pro Jahr durch eine Dachanlage und zusätzlich etwa 600 Franken durch eine Fassadenlösung. Insgesamt ergibt sich ein Einsparpotenzial von rund 4000 bis 4500 Franken jährlich. Bei Investitionskosten von etwa 35 000 Franken für eine PV-Anlage liegt die Amortisationszeit bei acht bis neun Jahren. Metzgereien profitieren dabei von ihrem konstanten Strombedarf, da ein grosser Teil des produzierten Solarstroms direkt genutzt werden kann. Dennoch bleibt eine vollständige Eigenversorgung unrealistisch, da Kühlanlagen auch nachts laufen und nicht alle Flächen optimal geeignet sind. Überschüsse werden zudem zu tieferen Tarifen eingespeist. Insgesamt lässt sich der Netzbezug jedoch um rund einen Drittel reduzieren. Weitere Abklärungen zeigen, dass das Photovoltaikpotenzial am Standort noch nicht ausgeschöpft ist. Eine grössere Anlage in Kombination mit einem Batteriespeicher könnte den Eigenverbrauch weiter erhöhen. Zudem besteht die Möglichkeit, durch eine Reduktion des Netzbezugs unter relevante Schwellenwerte Blindstromkosten zu vermeiden. Für fundierte Entscheide sind jedoch vertiefte technische und wirtschaftliche Analysen notwendig. Das Pilotprojekt zeigt deutlich, dass viele Einsparungen teilweise ohne grosse Investitionen möglich sind. Energieeffizienz beginnt im täglichen Betrieb und bei den richtigen Stellschrauben. Eine PEIK-Beratung bietet dafür eine fundierte Grundlage mit konkreten Massnahmen, klar bezifferten Potenzialen und strukturierter Entscheidungsbasis. Die fachliche Begleitung wird zudem finanziell unterstützt.
Bereits mit einfachen Anpassungen lassen sich so rund 2000 Franken pro Jahr einsparen
Anlagen nicht unnötig früh einschalten, sondern gezielt aufheizen und nach Gebrauch konsequent ausschalten
Freie Luftwege sicherstellen und konsequent einhalten
Druckluftkompressor: Eine Reduktion des Solldrucks um 2 Bar senkt den Stromverbrauch um bis zu 15 Prozent
Potenzial, mit Solarstrom den Netzbezug um rund einen Drittel zu senken
Sofortmassnahmen mit geringem Aufwand, kurzfristige Massnahmen mit schneller Amortisation sowie mittelfristige Investitionen als strategische Entscheide für eine gezielte und wirtschaftliche Planung
Mit der PEIK-Energieberatung erkennen Sie das Sparpotenzial in Ihrem Betrieb und können Ihre Energiekosten oft um 10 bis 15 Prozent senken – ohne grössere Investitionen. Dank des exklusiven Angebots für Mitglieder des Schweizer Fleisch-Fachverbands SFF ist die PEIK-Energieberatung zum Vorzugspreis von CHF 2105 statt CHF 5405 erhältlich, inkl. MWST.
Dieser Artikel erschien in der Verbandszeitung «Fleisch und Feinkost» (Ausgabe 4 / April 2026) des Schweizer Fleisch-Fachverbands SFF. Fotos: ewb.


