Vernetzung von Trinkwassernetzen für eine effiziente Bewirtschaftung

Vor dem Hintergrund der Energiewende haben die Gemeinden der Region MYénergie die Möglichkeiten einer Vernetzung ihrer Trinkwassernetze geprüft, um ihren Energiebedarf zu senken.

Ein Wasserstrahl fliesst aus einem Brunnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vernetzung der Netze ermöglicht eine Senkung des Energiebedarfs.

  • Schwerkraftlösungen bieten ein erhebliches Einsparpotenzial.

  • Technische und finanzielle Analysen sind unerlässlich.

  • Die interkommunale Steuerung ist ein Schlüsselfaktor.

  • Zusammenarbeit stärkt die Widerstandsfähigkeit der Systeme.

Ein interkommunales Projekt im Dienste der Energieeffizienz

Das von der Energie-Region MYénergie, bestehend aus den zehn Gemeinden des Bezirks Martigny, getragene Projekt hatte zum Ziel, mögliche Synergien zwischen den bestehenden Trinkwassernetzen zu identifizieren. Hauptziel war es, die Wasserflüsse zu optimieren und dadurch den Energiebedarf insbesondere für das Pumpen und die Aufbereitung zu reduzieren.

Zu diesem Zweck wurde eine vertiefte technische Analyse durchgeführt, um das Potenzial für eine Vernetzung der verschiedenen kommunalen Netze zu untersuchen. Dabei konnten geeignete Trassen identifiziert werden, die sowohl technisch als auch finanziell realisierbar sind.

Fundierte technische und finanzielle Analysen

Die durchgeführten Untersuchungen haben mehrere mögliche Verbindungstrassen bestätigt und eine Präzisierung der Kostenschätzungen ermöglicht. Die tatsächlichen Kosten liegen im unteren Bereich der ursprünglichen Schätzungen, was die Realisierbarkeit der Netzverbindungen zusätzlich unterstreicht.

Darüber hinaus wurden mit einzelnen Gemeinden, die ein besonders hohes Kooperationspotenzial aufweisen, gezieltere Analysen durchgeführt. Ein wesentliches Ergebnis ist die Identifikation von Alternativen, mit denen Pump- und Aufbereitungssysteme – beispielsweise mit Ultrafiltration – durch gravitationsbasierte Lösungen ohne Aufbereitung ersetzt werden können. Dies würde erhebliche Energieeinsparungen ermöglichen und die Widerstandsfähigkeit des Netzes stärken, während gleichzeitig die Infrastruktur vereinfacht würde.

Entscheidende politische und organisatorische Herausforderungen

Während bei den technischen Aspekten grosse Fortschritte erzielt wurden, stellt die interkommunale Steuerung eine zentrale Herausforderung dar. Die Einführung eines gemeinsamen Kooperationsmodells zwischen den Gemeinden erfordert politische Zustimmung.

Derzeit laufen weitere Analysen, um die Modalitäten der Zusammenarbeit festzulegen und die wünschenswerten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu bewerten, insbesondere hinsichtlich der Kosten für die Wasserversorgung zwischen den Gemeinden. Diese Grundlagen sind entscheidend, um eine faire Verteilung der Kosten und des Nutzens sicherzustellen.

Ermutigende Ergebnisse

Das Projekt ermöglichte es, die technische Machbarkeit der potenziellen Netzverbindungen zu bestätigen. Vor-Ort-Besichtigungen haben dabei die ursprünglichen Annahmen bestätigt. Zudem konnten verlässliche Kostenschätzungen erstellt werden, die als fundierte Grundlage für die Entscheidungsfindung dienen.

Empfehlungen für andere Regionen

Für andere Gemeinden, die ein ähnliches Projekt initiieren möchten, lassen sich folgende Erkenntnisse ableiten:

  • Aspekte der interkommunalen Steuerung und Zusammenarbeit von Beginn an einbeziehen;

  • technische und finanzielle Analysen kombinieren und die Wasserpreise berücksichtigen, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern;

  • die technischen Verantwortlichen der Gemeinden eng einbeziehen;

  • politische Herausforderungen frühzeitig berücksichtigen, da sie für den weiteren Projektverlauf oft entscheidend sind.

Das Projekt im Überblick

Kosten und Finanzierung

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 70'000 CHF

Zeitdauer

Anfang 2024 bis Ende 2025

Involvierte Akteure

Energie-Region MYénergie: 10 Gemeinden des Bezirks Martigny

Erfolge

Validierung der technischen Entwürfe und zuverlässige Kostenschätzung

Herausforderungen

Interkommunale Steuerung und politische Bestätigung

Nachhaltige Perspektive

Nachhaltige Senkung des Energieverbrauchs durch Schwerkraft- und gemeinschaftlich genutzte Lösungen

Hinweise / Besonderheiten

Analyse von Synergien und Steuerungsmodellen zwischen den Gemeinden

Kontakt

Martine Plomb, Projektleiterin Antenne Région Valais romand Centre de développement régional Rue du Léman 19, 1920 Martigny 027 720 59 17 m.plomb@regionvalaisromand.ch www.regionvalaisromand.ch

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