Allein im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Betriebe aus unterschiedlichen Branchen beraten – von Gastronomiebetrieben über landwirtschaftliche Betriebe bis hin zu Sportzentren. Die Vielfalt zeigt: Energieeffizienz ist ein Thema, das alle betrifft, unabhängig von der Branche.
Viele KMU haben erkannt, dass Energieeffizienz nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch Sinn macht. PEIK liefert dafür die praxisnahen Werkzeuge.
PEIK ist die Energieberatung für kleine und mittlere Unternehmen. Über 200 akkreditierte Energieberaterinnen und -berater stehen schweizweit im Einsatz. Sie analysieren den Energieverbrauch, identifizieren Potenziale und unterstützen Unternehmen bei der Umsetzung von Massnahmen. Eine PEIK-Beratung beginnt in der Regel mit einem kostenlosen Erstgespräch, bei dem die Situation des Unternehmens grob analysiert wird: Welche Bereiche verbrauchen am meisten Energie? Welche Anlagen könnten effizienter betrieben werden? Danach folgt eine detaillierte Vor-Ort-Analyse, die konkrete Empfehlungen und Massnahmen aufzeigt. Diese Analyse wird von EnergieSchweiz mit 50 % der Kosten bis maximal CHF 2‘500 unterstützt. Wer möchte, kann die Umsetzung dieser Massnahmen mit der Unterstützung der PEIK-Beraterinnen und -berater vornehmen – von Offertanfragen über Fördermittel bis hin zur Betriebsoptimierung. Auch diese Umsetzungsbegleitung wird von EnergieSchweiz mit 50 % der Kosten bis zu einem Betrag von CHF 13’000 gefördert. «Unser Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen», erklärt Dylan Battistolo. «Wir wollen Unternehmen Schritt für Schritt begleiten, damit die ersten Massnahmen rasch umgesetzt werden und sichtbare Einsparungen erzielen.».
PEIK im Einsatz: Energieeffiziente Lösungen für den Golfpark Moossee
Der Golfpark Moossee bei Bern, einer der grössten Golfanlagen der Schweiz, zeigt beispielhaft, wie PEIK zu spürbaren Einsparungen beiträgt. Eine Analyse wurde vor Ort durchgeführt, um den Verbrauch besser zu verstehen und konkrete Sparpotenziale aufzuzeigen. Dazu gehörte unter anderem die Analyse des Dieselverbrauchs der Mähmaschinen, des Stromverbrauchs auf dem Gelände und der Nutzung von Heiz- und Druckluftanlagen. Die 33 Loch Anlage nutzt zur Pflege ihrer rund 110 Hektar grossen Rasenflächen bisher etwa 26’000 Liter Diesel pro Jahr. Dank der PEIK-Beratung plant der Betrieb nun, auf elektrische Mähroboter umzusteigen. Diese sollen teilweise mit eigener PV-Stromproduktion geladen werden.
Mit dem Wechsel von Diesel auf Elektroantrieb können wir ungefähr 70 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen.
Diese Einsparung entspricht etwa dem jährlichen CO₂-Ausstoss von 15 Einfamilienhäusern mit Ölheizung. Diese Art von gezielter Beratung zahlt sich aus. Kleine Veränderungen in der Betriebsführung oder in den technischen Anlagen können schnell messbare Einsparungen bringen und sind ein Motivationsschub für jedes Unternehmen.
Quartier du Flon in Lausanne – ein urbanes Energieprojekt
Auch auf Quartier-Ebene zeigt PEIK Wirkung: Das Quartier du Flon in Lausanne ist ein Paradebeispiel dafür, wie Energieeffizienz-Massnahmen grosse Wirkung entfalten können. Das ehemalige Industriegebiet ist heute ein lebendiges Stadtviertel mit Wohnungen, Büros, Restaurants, Geschäften und Freizeitangeboten.

Das Quartier Le Flon in Lausanne: eine ehemalige Industriebrache, die sich – nicht zuletzt dank der Nachhaltigkeitsbestrebungen von Mobimo – zu einem angesagten Quartier gemausert hat.
2019 liess die Immobiliengesellschaft Mobimo den Energieverbrauch von 19 Gebäuden im Quartier durch eine PEIK-Energieberatung analysieren. Dabei wurden 204 Massnahmen zur Verbesserung der Energie-effizienz in den Bereichen Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Beleuchtung und Gebäudehülle identifiziert.
Die technischen Anlagen entsprachen dem Standard der 1990er-Jahre; seither hat sich in diesem Bereich viel getan.
Seit 2023 werden die priorisierten Massnahmen schrittweise umgesetzt. Dazu gehören unter anderem die Optimierung der Heizungsregelung, der Austausch alter Pumpentechnologie durch moderne, energieeffiziente Modelle, die Dämmung von Warmwasserleitungen sowie die Umrüstung auf LED-Beleuchtung in Gemeinschaftsflächen. Dadurch konnte der Energieverbrauch im Quartier um 10 bis 15 % reduziert werden. Das sind über 2 GWh Energie pro Jahr, was dem Jahresverbrauch von rund 180 Vier-Personen-Haushalten entspricht. Le Flon ist damit ein Vorzeigeprojekt für systematische Energieeffizienzsteigerung in urbanen Quartieren. Mit einer fundierten Analyse, praxisnahen Optimierungen und schrittweiser Umsetzung lassen sich sowohl Energieverbrauch als auch Kosten nachhaltig senken.
Die Kraft der Kooperationen
Ein Erfolgsfaktor von PEIK sind die starken Kooperationen. 2025 arbeiteten rund 40 Organisationen mit dem Programm zusammen, darunter Verbände, Kantone, Elektrizitätsversorgungsunternehmen und Finanzinstitute. Diese Netzwerke helfen, das Angebot von EnergieSchweiz im Markt bekannt zu machen, Vertrauen zu schaffen und KMU gezielt zu erreichen.
Kooperationen sind entscheidend. Nur durch die Zusammenarbeit mit Verbänden und Institutionen können wir KMU den Zugang zu unserer Beratung erleichtern.
Im Jahr 2025 wurden neben Projekten wie beim Golfpark Moossee oder dem Quartier Le Flon auch zahlreiche branchenspezifische PEIK-Energieberatungen realisiert:
18 Beratungen im Gastrobereich für Mitglieder von GastroSuisse;
23 Beratungen im Sportbereich gefördert durch den Swiss Olympic Klimafonds;
28 Beratungen bei landwirtschaftlichen Betrieben durch Kooperation mit AgroCleanTech;
Über 50 Beratungen im sozialen Bereich für Mitglieder von ARTISET.

Dylan Battistolo am Energie-Workshop von SwissGolf
PEIK wirkt – messbar und konkret
Mit 263 Energieberatungen, einer Vielzahl umgesetzter Massnahmen und zahlreichen Kooperationen zeigt PEIK eindrücklich: Energieberatung lohnt sich. Unternehmen sparen Energie und Kosten und können langfristig strategisch planen. Gleichzeitig erreichen sie ihre Nachhaltigkeitsziele und positionieren sich gegenüber Kundinnen, Kunden und Mitarbeitenden als zukunftsorientiert.
«PEIK ist ein erster, entscheidender Schritt», fasst Dylan Battistolo zusammen. «Wer sich für eine Energieberatung entscheidet, bekommt eine klare Orientierung, praxisnahe Empfehlungen und die Unterstützung, um die Massnahmen erfolgreich umzusetzen. 2025 hat gezeigt: Dieses Modell funktioniert, vom kleinen Betrieb bis zum Quartierprojekt.». PEIK ist somit ein zentraler Baustein von EnergieSchweiz und unterstützt Unternehmen im gesamten Land dabei, ihre Energieeffizienz zu steigern. Die erzielten Erfolge haben 2025 einen messbaren Höhepunkt erreicht.
Für 2026 stehen bereits neue Kooperationen mit dem Schweizer Fleisch-Fachverband, dem Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verband und dem Verband der Museen der Schweiz an. Das Ziel bleibt bestehen: EnergieSchweiz begleitet KMU und Organisationen praxisnah und macht Energieeffizienz zu einer gelebten Realität.
