Das Wichtigste in Kürze
Bellinzona hat die aktuellen Parkplatznutzungsdynamiken analysiert, um mögliche Verbesserungen zu ermitteln.
Die Studie schlägt einen datenbasierten Ansatz vor, um den durch die Parkplatzsuche verursachten Verkehr zu reduzieren.
Die Analysen bilden die Grundlage für ein künftiges Projekt zur intelligenten Parkraumbewirtschaftung.
Künftig können Informationen zu verfügbaren Parkplätzen über Anzeigetafeln, eine App oder eine Website vermittelt werden und Autofahrenden helfen, unnötige Fahrten zu vermeiden.
Das von EnergieSchweiz unterstützte Projekt zielt darauf ab, Verkehr, Energieverbrauch und CO₂-Emissionen zu reduzieren und ein übertragbares Beispiel für andere Gemeinden zu bieten.
Parkplatznutzung besser steuern, heisst weniger Verkehr und bessere Mobilität
In städtischen Zentren entsteht ein Teil des Verkehrs durch die Suche nach einem freien Parkplatz. Weniger Suchverkehr bedeutet mehr Zeit, weniger Energieverbrauch und Emissionen sowie einen flüssigeren Verkehr. Deshalb hat Bellinzona eine Studie durchgeführt, die vom EnergieSchweiz-Programm «Fortschrittliche Städte und Gemeinden» unterstützt wurde. Ziel war nicht, neue Technologien einzuführen. Bellinzona wollte verstehen, wie die öffentliche Parkplatznutzung funktioniert, und herausfinden, mit welchen Lösungen sich der durch die Parkplatzsuche verursachte Verkehr am wirksamsten reduzieren lässt.
Vertiefte Analyse der Parkplatznutzung
Die Studie untersuchte verschiedene Aspekte der städtischen Mobilität: die wichtigsten Verkehrsziele der Stadt, die durchschnittliche Belegung der Parkplätze, die Zufahrtswege für Fahrzeuge, das Verhalten der Autofahrenden bei der Suche nach einem freien Parkplatz, die bestehende Beschilderung und die Organisation der Parkflächen. Auf Grundlage dieser Analysen wurde ein Bewirtschaftungskonzept entwickelt, das eine effizientere Verteilung der Parkraumnachfrage vorsieht und die möglichen Vorteile hinsichtlich einer Reduktion des Energieverbrauchs und der CO₂-Äquivalent-Emissionen abschätzt.
Grundlagen für ein künftiges Pilotprojekt
Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie ist die Definition der notwendigen Grundlagen für ein Pilotprojekt. In verschiedenen Gebieten der Stadt wurden bereits Vorabklärungen durchgeführt; der Parkplatz «Ex-Mercato» wurde als geeigneter Standort für einen ersten Versuch bestimmt. Die Studie ist damit ein erster Schritt hin zu einer stärker datengestützten Parkraumbewirtschaftung. Die operative Ausgestaltung des Pilotprojekts, etwa die einzusetzenden Technologien oder die Informationsinstrumente für Autofahrende, wird in den nächsten Phasen festgelegt.
Echtzeitdaten für die Wahl des Parkplatzes
Im Pilotprojekt wird geprüft, ob Sensoren eingesetzt werden können, um die Belegung der Parkplätze in Echtzeit zu erfassen. Die gesammelten Informationen können anschliessend über Anzeigetafeln an wichtigen Kreuzungen der Stadt, über eine Smartphone-App oder eine eigene Website vermittelt werden. So sollen Autofahrende zu Bereichen mit höherer Verfügbarkeit gelenkt werden, Zeit sparen und Emissionen sowie Kraftstoffverbrauch reduzieren.
Dynamische Tarifierung für eine bessere Verteilung der Nachfrage
Zu den vorgesehenen Weiterentwicklungen gehört auch die Möglichkeit, variable Preise für die Parkplatznutzung einzuführen. Bei hoher Nachfrage steigen die Parkgebühren, während sie in Zeiten mit geringerer Nachfrage sinken. Ziel ist es, den Tarif als Instrument der Mobilitätssteuerung einzusetzen, die Nutzung weniger ausgelasteter Parkplätze zu fördern und eine ausgewogenere Verteilung der Parkraumnachfrage zu erreichen.
Die dynamische Preisgestaltung kann auf Grundlage der Ergebnisse des Pilotprojekts weiter vertieft werden. Die Projektentwicklung hat gezeigt, dass eine gemeinsame Vision für die Umsetzung und den Erfolg von Smart-Parking-Initiativen entscheidend ist.
Was andere Gemeinden daraus lernen können
Die Studie zeigt, dass eine intelligente Parkraumbewirtschaftung vor allem mit einer guten Kenntnis des Gebiets beginnt. Die Analyse der Verkehrsflüsse, das Verständnis der Gewohnheiten der Nutzerinnen und Nutzer und die Bewertung der Auswirkungen verschiedener Strategien ermöglichen es, wirksamere Massnahmen zu planen und die bestehende Infrastruktur bestmöglich zu nutzen. Der in Bellinzona entwickelte Ansatz ist damit auch ein konkretes Beispiel für andere Städte und Gemeinden, die die städtische Mobilität verbessern und den mit der Parkplatzsuche verbundenen Verkehr reduzieren möchten. Auch Ihre Gemeinde kann mit einer Analyse der Parkplatznutzung starten – noch bevor sie in Technik investiert.
Ein von EnergieSchweiz unterstütztes Projekt
Die Initiative ist Teil des Programms «Fortschrittliche Städte und Gemeinden» und wurde im Zeitraum 2024–2025 entwickelt. Die ausgewiesenen Gesamtkosten belaufen sich auf 122’000 CHF, wovon EnergieSchweiz 48’000 CHF beiträgt. Zu den beteiligten Akteuren gehören die Stadt Bellinzona, AMB (Mehrspartenunternehmen Bellinzona), Evolve SA und comal.ch.
Häufige Fragen
Das Projekt im Überblick
Kosten und Finanzierung | Gesamtkosten: 122'000 CHF Beitrag von EnergieSchweiz: 48'000 CHF (Programm «Fortschrittliche Städte und Gemeinden»). |
Zeitdauer | Zeitraum 2024–2025 |
Involvierte Akteure | Stadt Bellinzona, AMB (Mehrspartenunternehmen Bellinzona), Evolve SA und comal.ch |
Erfolge | Analyse der wichtigsten Verkehrsanziehungspunkte und der Parkraumnachfrage. Untersuchung der Parkplatzbelegung und der Zufahrtswege. Definition eines Konzepts für eine datengestützte Parkraumbewirtschaftung. Schätzung des Potenzials zur Reduktion des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen. Definition der Grundlagen für ein künftiges Pilotprojekt. |
Herausforderungen | Analyse der Parkplatznutzungsdynamiken in einem sich laufend verändernden städtischen Umfeld. Die erhobenen Daten ermöglichten es, einige ursprüngliche Annahmen zur Funktionsweise der Parkplatznutzung zu überprüfen und zu präzisieren. |
Nachhaltige Perspektive | Die Studie bildet die Grundlage für ein künftiges Pilotprojekt zur intelligenten Bewirtschaftung des städtischen Parkraums. Ziel ist es, den durch die Parkplatzsuche verursachten Verkehr, den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen sowie die für die Suche nach einem freien Parkplatz benötigte Zeit zu reduzieren. |
Hinweise / Besonderheiten | Das Projekt beschränkt sich nicht auf die Einführung neuer Technologien, sondern verfolgt einen Ansatz, der auf der Analyse der Parkraumnachfrage und des Mobilitätsverhaltens basiert. Die technologischen Lösungen werden in den nächsten Phasen auf Grundlage der erhobenen Daten entwickelt. |
Kommunikation / Begleitmaterial | Seite des Departements Raum und Mobilität der Stadt Bellinzona: www.bellinzona.ch/Territorio-e-mobilita |
Kontakt
Sabina Egloff Leiterin des Amts für Mobilität Stadt Bellinzona
Paola Bertoni Leiterin des Amts für Gebäudemanagement Stadt Bellinzona

