Biogasanlagen: wie aus Biogas Energie gewonnen wird

Aus Abfall Energie machen – das klingt fast wie Magie, oder? Biogas steckt voller Kraft, sparsam und trotzdem zukunftsweisend. Ob Strom, Wärme oder Kraftstoff – Biogas verwandelt, was wir wegwerfen, in ein echtes Energiewunder. Entdecken Sie, wie diese faszinierende Technologie unseren Alltag revolutionieren kann und warum gerade jetzt der perfekte Zeitpunkt ist, sich mit Biogas zu beschäftigen. Sind Sie bereit, die Energie von morgen mitzugestalten?

Das müssen Sie wissen

447 Biogasanlagen

gibt es insgesamt in der Schweiz im Jahr 2024 (inkl. Klärgasanlagen).

Quelle: Schweizerische Statistik der erneuerbaren Energien (Teilstatistiken)

Was ist Biogas?

Biogas ist ein brennbares Gas, das durch die Zersetzung von nachwachsenden organischen Reststoffen unter Luftabschluss entsteht. Als organisches Material können z. B. Grünschnitt, Bioabfälle, Gülle oder Mist dienen. Die Hauptbestandteile von Biogas sind Methan und Kohlendioxid. Biogas wird in Biogasanlagen produziert. In einem Blockheizkraftwerk kann es in Wärme und Strom umgewandelt werden.

Es kann auch zu Biomethan aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist oder als Treibstoff verwendet werden.

Biogas gehört wie Holz zum Sammelbegriff Biomasse.

Vorteile von Biogas

  • Ob als Strom, Wärme oder Kraftstoff: Biogas ist vielseitig nutzbar.

  • Im Gegensatz zu Windrädern und Solarpanels ist Biogas unabhängig vom Wetter und liefert das ganze Jahr rund um die Uhr verlässliche Energie.

  • Biogas macht die Schweiz unabhängiger von Energieimporten und stärkt die Versorgungssicherheit.

  • Die bei der Biogasproduktion entstehenden organischen Rückstände – sogenannte Gärreste – sind hochwertiger, nahezu geruchsneutraler Dünger und schliessen damit den natürlichen Stoffkreislauf.

Potenzial von Biogas

In der Schweiz dürfen nur Reststoffe vergärt werden, die nicht als Nahrungs- oder Futtermittel verwendet werden können. Die Ressourcen für die Biogasproduktion sind deshalb sehr begrenzt und werden bereits gut genutzt. Substrate, die viel Energie und nur wenige Fremdstoffe enthalten, sind kaum noch verfügbar.

Ein zusätzliches Potenzial bietet der organische Anteil im Hauskehricht. Wenn Abfall besser getrennt wird, stehen mehr vergärbare Stoffe zur Verfügung und so steigt das Potenzial. Auch das Potenzial Abfalltrennung stellt dieser ein interessantes Potenzial dar. Auch das Potenzial von Hofdünger wird nicht ausgeschöpft. Im Vergleich zu anderen Substraten wie z. B. Lebensmittelabfällen liefert Hofdünger weniger Energie. Darum ist es schwierig, mit der Vergärung von rein landwirtschaftlichen Substraten wirtschaftliche Biogas herzustellen.

Wie ökologisch ist Biogas?

Biogas ist zu 100 % erneuerbar, weil es aus organischen Reststoffen gewonnen wird. Diese Rohstoffe sind oft Abfallprodukte. Ausserdem wurde das bei der Verarbeitung der Biomasse freigesetzte CO2 beim Pflanzenwachstum gebunden. Dadurch fällt nur etwas CO2 für die meist kurzen Transportwege und den Bau der Anlagen an.

Ausserdem werden Stoffkreisläufe geschlossen, weil bei der Weiterverarbeitung von Biomasse organisches Material und wichtige Nährstoffe zurückbleiben. Die Rückstände können in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt werden. Zudem entstehen durch die Verarbeitung der Biomasse lokale Arbeitsplätze. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien kann Energie aus Biomasse jederzeit bezogen und sogar gespeichert werden.

Das können Sie tun

Wie funktioniert eine Biogasanlage?

In einer Biogasanlage werden organische Abfälle und Reststoffe wie Gülle, Mist, Bioabfall oder Grüngut in Biogas umgewandelt. Die Biogasproduktion geschieht in mehreren Schritten:

  1. Die Rohstoffe – auch Substrat genannt – werden in einer Vorgrube gesammelt. Das Substrat wird fast nötig zerkleinert oder gemischt, damit die Mikroorganismen es später leichter zersetzen können.

  2. Im gas- und wasserdichten Fermenter zersetzen Mikroorganismen die organischen Abfälle. Dieser Prozess wird anaerobe Vergärung genannt. Bei konstanter Temperatur und regelmässigem Rühren entsteht Biogas. Dieses besteht zu etwa 50–75% aus Methan und zu 25–45% aus Kohlendioxid.

  3. Das entstandene Biogas wird im Gastank gespeichert. Von dort aus kann es in einem Blockheizkraftwerk zu Wärme und Strom umgewandelt werden. Alternativ kann es zu Biomethan aufbereitet werden und ins Erdgasnetz eingespeist oder als Treibstoff verwendet werden.

  4. Die nach dem Gärprozess verbleibenden Gärreste werden in einem Lager gesammelt und werden in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt.

Stories

Entdecken Sie interessante Beispiele rund ums Thema Biogas

image

Wie aus Kuhfladen und Holz eine unabhängige Energie-Region entsteht

Die Agro Energie Schwyz AG verkauft Wärme über den eigenen Fernwärmeverbund.

Wie ein Schwyzer Landwirt seine Biogasanlage wirtschaftlich betreibt

Pirmin Schelbert verwandelt Mist und Gülle von seinem Hof in Biogas, um Strom zu erzeugen und seinen Betrieb sowie zwei Nachbarhäuser zu beheizen.
Zielgruppen

Sprachen
Socialmedia
bundesbanner de