Wärmepumpen: energieeffizient heizen mit einer Wärmepumpenheizung

Wärmepumpen entziehen der Umgebung Energie und erzeugen nachhaltige Wärme zum Heizen und zur Erwärmung von Warmwasser. Gleichzeitig können Wärmepumpen im Sommer auch zum Kühlen eingesetzt werden, indem sie Wärme aus dem Gebäude ableiten. Daher sind Wärmepumpen eine einfache Lösung, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Sie senken langfristig die Kosten und sparen Energie. Heizen mit einer Wärmepumpe lohnt sich.

Wärmepumpe im Keller eines Hauses.

Das müssen Sie wissen

88 %

aller neu installierten Heizungen heizen mit erneuerbaren Energien

21 %

der Gebäude in der Schweiz werden mit Wärmepumpen beheizt. Bei Neubauten liegt der Anteil sogar bei 60 %.

Quelle: Gebäude- und Wohnungsstatistik 2023

CO2-neutral

Wärmepumpen beziehen Wärme CO2-neutral aus erneuerbaren Ressourcen. Wenn die Wärmepumpe zudem mit Strom aus den erneuerbaren Energien betrieben wird, reduziert sich die Belastung der Umwelt nochmals deutlich.

Kombinierbar 

Wärmepumpen sind besonders praktisch, da sie sich an Ihr bisheriges Heizungssystem mit den vorhandenen Heizkörpern, z. B. Radiatoren oder Fussbodenheizung anschliessen lassen.

Funktionsprinzip einer Wärmepumpenheizung

Als Wärmepumpe wird das Gerät bezeichnet, das Wärme aus der Umwelt aufnimmt und nutzbar macht. Wärmepumpenheizung meint hingegen das komplette Heizsystemmodul, das eine Wärmepumpe beinhaltet und die Wärme im Gebäude erzeugt.

Wärmepumpenheizungen funktionieren wie Kühlschränke, aber in die andere Richtung. Der Kühlschrank entzieht seinem Innenraum Wärme und gibt sie nach draussen ab. Die Wärmepumpe nimmt Energie aus der Luft, dem Boden oder dem Wasser und gibt sie an die Heizung ab oder erwärmt Wasser. Die Bezeichnung der verschiedenen Wärmepumpen setzt sich aus der Energiequelle, z. B. Luft und dem Medium zur Wärmeverteilung z. B. Wasser ab. So entsteht die Bezeichnung Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Jede Wärmepumpe wandelt eine Wärmequelle mit tiefer Temperatur in Heizwärme mit höheren Temperaturen um. Die Art der Wärmepumpe widerspiegelt sich im Namen:  die Wärmequelle stellt den ersten Teil, das erwärmte Medium den zweiten Teil des Namens.

Elektrisch angetriebene Wärmepumpen erzeugen aus 20-35 % Strom (Antriebsenergie) und 65-80 % Wärme aus Luft, Wasser (Umgebungswärme) oder Erdreich (geothermische Wärme) 100 % Nutzenergie.

  1. Der Verdampfer gibt Wärme an die Wärmepumpe ab. Ein Kältemittel nimmt die Wärmeenergie auf und transportiert sie. Beim Aufnehmen der Wärme verdampft das Kältemittel und wird gasförmig.

  2. Im mit Strom betriebenen Verdichter, wird das Kältemittel zusammengedrückt. So steigen Druck und Temperatur. Bei einer Fahrrad-Luftpumpe können Sie dies ebenfalls beobachten. Wenn sie mit ihr Luft aufpumpen, erwärmt sie sich. Deshalb heisst es «pumpen» bei einer Wärmepumpe.

  3. Das Kältemittel gibt Wärme ans Heizsystem (z. B. das Wasser der Fussbodenheizung) ab. Es kühlt dadurch ab und wird wieder flüssig. Das passiert im Kondensator mit einem Wärmetauscher. Die Wärme wird im Warmwasser- und Pufferspeicher der Wärmepumpe gespeichert.

  4. Der Druck des Kältemittels wird in einem Ventil wieder herabgesetzt, wodurch es weiter abkühlt bis es seine Ausgangstemperatur erreicht. Das Abkühlen von Flüssigkeiten können Sie auch bei Spraydosen beobachten. Wenn Sie lange sprühen, wird die Dose spürbar kalt.

Typen von Wärmepumpen

Die meisten Häuser sind grundsätzlich geeignet für Wärmepumpen. Auch viele alte Häuser, die nicht saniert sind, können mit Anpassungen effizient mit einer Wärmepumpe beheizt werden. Welche Wärmepumpe sich am besten eignet, hängt von den Gegebenheiten ab. Eine gute Wärmedämmung des Gebäudes ist wichtig für einen effizienten Betrieb. Das Heizsystem sollte für niedrige Vorlauftemperaturen von Fussboden-, Wand- oder grossflächigen Heizkörpern ausgelegt sein.

Vorteile von Wärmepumpen als Heizung

  • Die Betriebs- und Energiekosten sind tiefer

  • Wärmepumpen sind umweltfreundlich und bei der Verwendung von Ökostrom CO₂-neutral im Betrieb.

  • Sie machen unabhängig von fossilen Energiequellen und deren Preisschwankungen.

  • Der Wartungsaufwand ist geringer als bei fossilen Heizungen.

  • Sie steigern den Wert Ihrer Immobilie

Nachteile von Wärmepumpenheizungen

  • Die Effizienz hängt von der Dämmung des Gebäudes und der Art der Wärmeverteilung ab.

  • Bei niedrigen Aussentemperaturen kann ein elektrischer Heizstab zu geschaltet werden, wodurch der Stromverbrauch steigt.

  • Die Investitionskosten sind höher und die Amortisierung dauert länger als bei fossilen Heizungen. Dafür sind die Betriebs- und Energiekosten geringer

Das können Sie tun

Übersicht der Kosten je Wärmepumpentyp und Art des Hauses

Wärmepumpentyp

Einfamilienhaus (Investition inkl. Installation & Speicher)

Mehrfamilienhaus (Investition inkl. Installation & Speicher)

Typische jährliche Betriebskosten (Strom)

Luft-Wasser-Wärmepumpe

ca. 45’000 – 60’000 CHF

ca. 70’000 – 110’000 CHF

1’000 – 1’600 CHF/Einfamilienhaus

3’000–5’000 CHF/Mehrfamilienhaus

Sole-Wasser-Wärmepumpe

ca. 55’000 – 80’000 CHF

ca. 90’000 – 140’000 CHF

800 – 1’400 CHF/Einfamilienhaus

2’500–4’500 CHF/Mehrfamilienhaus

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

ca. 60’000 – 85’000 CHF

ca. 100’000 – 150’000 CHF

700 – 1’200 CHF/Einfamilienhaus

2’000–4’000 CHF/Mehrfamilienhaus

Die Investitionskosten beinhalten Wärmepumpe, Installation, Speicher, Hydraulik sowie Bohrung (bei Erdsonden). Die Werte sind typische Erfahrungsgrössen aus der Schweiz (Stand 2024/25).

Betriebskosten (Strom):

  • Luft-Wasser-WP: am günstigsten in der Anschaffung, etwas teurer im Betrieb (COP 3–3.5).

  • Sole-Wasser-WP: höhere Investition, dafür stabilere Effizienz auch im Winter (COP 4–4.5).

  • Wasser-Wasser-WP: höchste Effizienz (COP 4.5–5), sehr tiefe Stromkosten, aber aufwändig bei Genehmigung/Quellenerschliessung.

Die Kosten für Mehrfamilienhäuser sind grob als Gesamtsystemkosten angegeben. Umgelegt auf Wohnungen ergeben sich pro Einheit meist etwas günstigere Betriebskosten als bei Einfamilienhäusern.

Tools und Rechner

Heizkostenrechner

Berechnen Sie, welches Heizsystem wie viel CO2 ausstösst und was es kostet.

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Die Effizienz steigern dank Qualitätskriterien

Eine gute Planung, Dimensionierung und die fachgerechte Installation haben grossen Einfluss auf den Strombedarf einer Wärmepumpe und die Kosten zu senken.

Das Wärmepumpen-System-Modul WPSM ist ein Label für kleine Anlagen, wie sie in Einfamilienhäusern und kleinen Mehrfamilienhäusern eingesetzt werden. Das Label garantiert eine saubere Planung und eine sorgfältige Installation. In viele Kantone ist das Wärmepumpen-System-Modul eine Voraussetzung für die Förderung von Wärmepumpen. Wärmepumpen nach Wärmepumpen-System-Modul haben eine höhere Energieeffizienz und verbrauchen weniger Strom.

In einigen Kantonen benötigen grössere Wärmepumpen mit einer Leistung von über 15 kW eine Leistungsgarantie. Die Leistungsgarantie ist eine Vereinbarung zwischen Architekten, Planer und Bauherrschaften, um die Dimensionierung und Ausführung optimal umzusetzen. Sie ist auch eine Voraussetzung für das WPSM-Zertifikat. Mehr dazu finden Sie unter Wärmepumpen-System-Modul.

pdf

Leistungsgarantie Wärmepumpen

2019-01-29
Leistungsgarantie Wärmepumpen (Herunterladen)Garantie de performance Pompes à chaleur (Télécharger)Garanzia di prestazione Pompe termiche (Scarica)

Grosse Wärmepumpen als Heizung

Moderne Grosswärmepumpen eignen sich ideal für nicht standardisierte Anwendungsfälle in Gewerbe, Industrie, Quartieren sowie Nichtwohngebäuden. Sie sind eine umweltfreundliche und energieeffiziente Lösung für die wirtschaftliche Erzeugung von Wärme. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Schweiz. Die Leistung von Grosswärmepumpen liegt zwischen 100 Kilowatt und 1'500 Kilowatt mit Temperaturen bis über 200 °C.

Industrielle Wärmepumpen tragen zur verstärkten Einbindung der erneuerbaren Wärmequellen aus Luft, Wasser oder Geothermie bei. Darüber hinaus fördern sie die Nutzung von Abwärme aus Energieumwandlungsprozessen, die in Verbindung mit Fernwärmenetzen geeignete Wärmequellen darstellen können. Im Gegensatz zum bestehenden Standard für Wärmepumpen in Wohnhäusern und kleinere Gewerbebauten, erfordern grosse Wärmepumpen in der Regel eine Optimierung der Temperatur und werden nach den Erkenntnissen einer Pinch-Analyse integriert.

Gute Beispiele zu industriellen Wärmepumpen

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