Alleskönner Biomasse
Aus Biomasse kann Strom, Wärme und Treibstoff produziert werden. Auch im Winter können zuverlässig und flexibel Spitzenlasten abgedeckt werden.
Ob im Rüstabfall von Haushalten, im Hofdünger aus der Landwirtschaft oder in nicht mehr genutztem Holz: In all dieser Biomasse steckt wertvolle Energie, mit der sich Strom, Wärme und Biokraftstoff gewinnen lassen. Die Energie aus Biomasse zählt zu den erneuerbaren Energien und ist CO2-neutral.

Aus Biomasse kann Strom, Wärme und Treibstoff produziert werden. Auch im Winter können zuverlässig und flexibel Spitzenlasten abgedeckt werden.
Rund 9 % des Schweizer Endenergieverbrauchs werden mit Biomasse gedeckt, hauptsächlich durch Holzenergie zur Wärmeerzeugung.
Biomasse ist eine begrenzte Ressource und vielerorts bereits weitgehend ausgeschöpft. Umso wichtiger ist ein gezielter Einsatz dieser Alleskönner- Ressource
Biomasse soll dort eingesetzt werden, wo sie den grössten Nutzen bringt: für Prozesswärme mit hohen Temperaturen, zur Deckung von Spitzenlasten und zur Produktion von Winterstrom.
Biomasse ist ein Oberbegriff für pflanzliche und tierische Erzeugnisse. Dazu zählen zum Beispiel Holz und Holzreste, Pflanzen, organische Reststoffe, etwa Küchen- und Gartenabfälle, Erntereste und Gülle sowie Mist aus der Landwirtschaft.
Ebenfalls zur Biomasse zählen Holz und Biogas. Erfahren Sie mehr zu den beiden Energieträgern:
In der Schweiz gibt es verschiedene Verfahren, um Biomasse energetisch zu nutzen. Die wichtigsten sind:
Verbrennung:
Holz und andere Biomasse werden in Heizkesseln, Holzkraftwerken, Kehricht- und Schlammverbrennungsanlagen verbrannt. Dabei entsteht Wärme, die direkt z. B. für Prozesswärme genutzt oder in einer Wärme-Kraft-Kopplung zur Produktion von Strom und Wärme verwendet werden.
Vergärung:
in Biogasanlagen werden organische Abfälle und Reststoffe zersetzt, wobei Biogas entsteht. Das energiereiche Gas kann in einem Blockheizkraftwerk in Wärme und Strom umgewandelt oder zu Biomethan aufbereitet werden. Biomethan hat die gleiche Zusammensetzung wie Erdgas (aber erneuerbar) und kann ins Gasnetz eingespeist oder als Treibstoff genutzt werden.
Herstellung von flüssigen Brenn- und Treibstoffen:
In verschiedenen Verfahren können aus Biomasse, vor allem Altfetten wie z. B. Frittieröl, flüssige Brenn- und Treibstoffe hergestellt werden. Da in der Schweiz nur kleine Mengen dieser Rohstoffe anfallen, ist die Produktion begrenzt. Flüssige Biotreibstoffe wie Hydrotreated Vegetable Oil sollten deshalb gezielt dort eingesetzt werden, wo es kaum erneuerbare Alternativen gibt, z. B. in der Luftfahrt.
Der Beitrag von Biomasse am Endenergieverbrauch liegt bei rund 9 %. Der grösste Anteil stammt aus Holzfeuerungen und den biogenen Abfällen in Kehrichtverbrennungsanlagen. Während Biogas und flüssige Biokraftstoffe einen kleineren Anteil ausmachen.
Da Biomasse in der Schweiz nur begrenzt vorhanden ist, ist es wichtig sie gezielt dort einzusetzen, wo es fast keine erneuerbaren Alternativen gibt. Dazu zählen industrielle Prozesse mit hohen Temperaturen, die Abdeckung von Spitzenlasten, z. B. in einem Fernwärmenetz, oder die Produktion von Winterstrom. Auf diese Weise leistet Biomasse einen wichtigen Beitrag zur stabilen und klimafreundlichen Energieversorgung der Schweiz.
Aus Biomasse kann nicht nur Strom, sondern auch Wärme und Treibstoff produziert werden.
Im Gegensatz zu
Solar- und Windenergie kann sie zeitlich flexibel eingesetzt werden. So trägt sie zur Versorgungssicherheit bei und kann Spitzenlasten abfedern.
Sie ist erneuerbar, nachhaltig und speicherbar.
Sie schafft lokale Wertschöpfung durch Verarbeitung und Herstellung in der Schweiz.
Durch die Nutzung von Abfällen und Reststoffen werden Emissionen aus unkontrollierter Verrottung vermieden.
Es empfiehlt sich nicht, mit Biogas Wohnräume zu heizen oder Autos zu betanken. Erneuerbares Gas ist in der Schweiz knapp. Es sollte dort eingesetzt werden, wo es fast keine erneuerbaren Alternativen gibt. Das ist vor allem bei Prozesswärme mit sehr hohen Temperaturen und Spitzenlasten der Fall.
Die getrennte Sammlung und Verarbeitung von biogenen Abfällen dient nicht nur der Energiegewinnung, sondern vor allem dem Erhalt der organischen Substanz und der Nährstoffe im natürlichen Kreislauf. Kompost verbessert die Bodenstruktur, erhöht die Fähigkeit Wasser zu speichern und trägt zur langfristigen Bodenfruchtbarkeit bei. Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff bleiben erhalten und können energieintensiv hergestellte mineralische Dünger ersetzen.
Energie aus Biomasse gilt als CO₂-neutral, da bei ihrer Nutzung nur so viel CO₂ freigesetzt wird, wie zuvor beim Pflanzenwachstum gebunden wurde. Eine gute Klimabilanz setzt jedoch voraus, dass Abfall- und Reststoffe genutzt werden, die Transportwege kurz bleiben und die Energie sinnvoll und effizient genutzt wird. In der Schweiz dürfen keine Brenn- oder Treibstoffe aus Biomasse verkauft werden, die noch als Lebens- oder Futtermittel genutzt werden könnten.
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