Energieeffiziente Nutzung von Warmwasser

Wasserverbrauch bedeutet Energieverbrauch! Diesen Zusammenhang vergisst man häufig bei der alltäglichen Nutzung von Wasser. Dabei fallen gerade die Kosten für die Aufbereitung von Warmwasser auf der Energierechnung immer mehr ins Gewicht. Wussten Sie, dass die Aufbereitung von Warmwasser in einem renovierten Gebäude fast gleich viel Energie verbraucht wie die Heizung? Die Warmwassernutzung birgt folglich ein grosses Potenzial zur Effizienzsteigerung.

Das Wasser, welches wir zum Trinken, Kochen, Spülen und Waschen verwenden, ist Trinkwasser und damit ein Lebensmittel. Daher verdient es eine nähere Betrachtung. Diese Seite zeigt, wie Eigentümerinnen und Eigentümer die Energie für das Trinkwasser effizienter nutzen können.

Auch mit kleinen Tipps und Tricks kann man bereits Energie und Geld sparen.

Eco-Armaturen

Mit den richtigen Sanitärprodukten können Sie viel Energie einsparen. Energieetiketten für Sanitärprodukte helfen dabei, die effizientesten Armaturen zu wählen. In der Schweiz sind mehr als 2'600 Sanitärprodukte mit Energieetiketten im Handel. Damit Sie den Überblick nicht verlieren, finden Sie in der Sanitärdatenbank die wichtigsten Informationen über Duschbrausen, Armaturen und Wasserspareinsätze – vom Modell, über den Hersteller bis hin zur Effizienzkategorie.

Die Energieetiketten für Sanitärprodukte zeigen auf einen Blick, wie energieeffizient Duschbrausen, Armaturen, Mischer, Küchenbrause und Wasserspareinsätze sind. Effiziente Produkte haben die Klasse A, weniger effiziente die Klasse G. Das Ziel der Energieetikette ist es, das Bewusstsein zu schärfen für einen effizienteren Umgang mit Trinkwasser, sei es im Bad oder in der Küche. Davon profitieren die Umwelt und das Portemonnaie gleichermassen. Die Verwendung von Energieetiketten für Sanitärprodukte ist für die Hersteller freiwillig.

Bei kurzem Gebrauch, wie z.B. beim Händewaschen, empfiehlt es sich, grundsätzlich kaltes Wasser zu verwenden, da bis zur Aufwärmung des Wassers die Hände bereits sauber sind und danach das ungenutzte, warme Wasser in der Leitung sofort wieder abkühlt (siehe Erklärvideo in der Einleitung). In den meisten Fällen befindet sich der Hebel zur Wasserentnahme aber in der Mittelstellung und liefert dort Mischwasser (warmes und kaltes Wasser). Bei Kurzentnahmen bei kalter Leitung kommt beim Nutzer jedoch nur Kaltwasser an, im Hintergrund wurde dennoch unbewusst Warmwasser bezogen. Viele Hersteller haben dieses Problem erkannt und bieten als Lösung eine Funktion an, die sich mittlerweile bewährt hat: Die Armaturen sind in der Grundeinstellung auf rein kaltes Wasser eingestellt. Bei einem standardmässigen Wasserhahn sieht dies so aus: Bei mittlerer Hebelposition liefert diese Armaturen reines Kaltwasser. Dreht man den Hebel nach links, kommt wie gewohnt Misch- bzw. Warmwasser aus der Leitung.

In einem Pilotprojekt  wurden in insgesamt 16 Haushalten Armaturen mit dieser Funktion auf Wirkung und Akzeptanz untersucht. Die Forscher stellten fest, dass insgesamt rund 800 kWh eingespart wurden, welche ausschliesslich auf die Funktion „Mittelstellung Kaltwasser“ zurückzuführen sind. Ausserdem hatten die Nutzerinnen und Nutzer mit der Funktion „Mittelstellung Kaltwasser“ keine Probleme.

Da diese Funktion technisch äusserst einfach ist, bieten die Hersteller solche Armaturen meist zum gleichen Preis an wie das entsprechende Pendent ohne diese Funktion. Produkte gibt es bereits in jeder Preisklasse.

EnergieSchweiz empfiehlt die Installation solcher Armaturen beim Ersatz oder in Neubauten. In Mietwohnungen ist es wichtig, dass die Nutzerinnen und Nutzer über die Besonderheiten der Armatur informiert werden. Dadurch können Eco-Armaturen ihr volles Sparpotential entfalten.

Mittlerweile sind Eco-Armaturen, die den Durchfluss reduzieren sollen, weit verbreitet. Die meisten Hersteller von Sanitärprodukten haben solche Produkte im Angebot. Im Hinblick auf die jeweils verwendete Technologie gibt es aber Unterschiede. Einige Armaturen funktionieren mit einer Luftansaugung, andere mit einem integrierten Durchflussregler. Eco-Armaturen gibt es sowohl für Duschbrausen wie auch für Wasserhähne.

Mit einfachen Lösungen können Sie etwas verändern. Wie sich das rechnet, zeigt das Beispiel der vierköpfigen Familie Meier:

Die Familie Meier wohnt in einem älteren Einfamilienhaus. Das Warmwasser wird das ganze Jahr über die Ölheizung erwärmt. Zudem sind im Haus noch keine warmwassersparenden Armaturen und Brausen eingebaut.

Dank den Produkten mit der Energieetikette der Klasse A kann die Familie Meier ihren Warmwasserverbrauch reduzieren und somit Energie zur Warmwasserbereitung sparen.

Durch die Einsparung von 120 Litern Heizöl (rund 1200 Kilowattstunden) lässt sich der CO2 - Austoss um 320 Kilogramm pro Jahr verringern.


Eine Übersicht über die verschiedenen Typen energieeffizienter Armaturen, Duschbrausen und Wasserspareinsätze bietet Ihnen unsere Broschüre «Wasserspass - Energie sparen ohne Komfortverlust».

Heizsystem

Für die Warmwasseraufbereitung kann in Mehrfamilienhäusern, vor allem auch durch die kluge Auswahl des Wärmeerzeugers, der CO2-Austoss verringert werden: Je höher der Anteil an erneuerbaren Energien, (z.B. Wärmepumpe oder Solarthermie) desto geringer ist auch der Anteil umweltschädlicher Emissionen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auf der Plattform www.erneuerbarheizen.ch.

Mit jedem Duschen wird Energie für die Aufbereitung des Warmwassers durch den Abfluss quasi ungenutzt wieder an die Umgebung abgegeben. Eine Möglichkeit, das zu verhindern, ist Duschen mit Wärmerückgewinnung. Dazu kann ein Gerät installiert werden, das mit der Wärme des Duschabwassers die Rohre der Frischwasserzufuhr aufheizt. Dadurch hat das Trinkwasser aus dem Wasserhahn oder der Duschbrause bereits eine warme Temperatur. So wird weniger Energie für die Aufbereitung von Warmwasser benötigt, um die gewünschte Duschtemperatur einzustellen.

Abrechnung

Die Verbrauchsabhängige Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung (VEWA) schafft Transparenz, Gerechtigkeit und einen Anreiz für den sorgsamen Umgang mit den Ressourcen. Das Instrument funktioniert nach dem Verursacherprinzip, daher werden sparsame Bewohner mit tieferen Nebenkosten belohnt. Gleichzeitig profitieren Sie als Vermieter durch höhere Transparenz von zufriedenen Mietern. Die Anwendung der VEWA ist nicht verpflichtend, wird aber von EnergieSchweiz empfohlen.


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