EnergieSchweiz

Energieeffiziente Nutzung von Warmwasser

Wasserverbrauch bedeutet Energieverbrauch. Mit verschiedenen Massnahmen können Sie warmes Wasser im Alltag effizienter nutzen und den Energieverbrauch reduzieren. 

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Das müssen Sie wissen

1 Jahr Smartphone

Der Energieverbrauch von Warmwasser ist gross. Die Energie einer 10-minütigen Dusche entspricht der Ladung eines Smartphones für ein Jahr.

140 Liter

In der Schweiz verbraucht jede Person durchschnittlich 140 Liter Wasser am Tag, davon etwa 50 Liter Warmwasser.

Inhalt

Das können Sie tun

Bei kurzem Gebrauch, wie z.B. beim Händewaschen, können Sie kaltes Wasser verwenden, um Energie zu sparen. Beim Öffnen vom Warmwasserhahn fliesst aus der Warmwasserleitung zunächst kaltes Wasser. Bis das Wasser aufgewärmt ist, sind Ihre Hände bereits sauber und das ungenutzte Warmwasser kühlt in der Leitung wieder ab. Mit der Änderung dieser Gewohnheit sparen Sie bei jedem Händewaschen 1.5 Liter Warmwasser, für das Sie sonst ungenutzt bezahlt hätten.  

Weitere Tipps und Tricks zum Warmwassersparen finden Sie auf Save Water.

Mit den richtigen Sanitärprodukten können Sie viel Energie einsparen. Die Energieetikette für Sanitärproduktehilft Ihnen dabei, die effizientesten Armaturen zu wählen. In der Schweiz sind mehr als 5 500 Sanitärprodukte mit Energieetiketten im Handel. Damit Sie den Überblick nicht verlieren, finden Sie in der Sanitärdatenbank die wichtigsten Informationen über Duschbrausen, Armaturen und Wasserspareinsätze – vom Modell, über die Marke bis hin zur Effizienzkategorie.

Weitere Informationen finden Sie auf Save Water und Energieetikette für Sanitärprodukte.

Wenn die Armaturen im Haushalt ersetzt werden müssen oder Sie als Hauseigentümerin oder Hauseigentümer einen Neubau planen, empfiehlt es sich, Eco-Armaturen einbauen zu lassen. Eco-Armaturen, die es für Duschbrausen und Wasserhähne gibt, verfügen über verschiedene Eigenschaften, die den Verbrauch von Wasser und Energie reduzieren. Durch den Einbau von so genannten Durchflussreglern kann der Wasserverbrauch um 30 bis 50 % reduziert werden. 

Bei Wasserhähnen hat sich auch die Grundeinstellung auf kaltes Wasser bewährt, d.h. wenn der Hebel rechts und zusätzlich in der Mitte eingestellt ist, kommt nur Kaltwasser. Erst wenn Sie den Hebel bewusst nach links drehen, kommt Warmwasser aus der Leitung. Diese Grundeinstellung ist beim Kauf des Eco-Wasserhahns bereits gemacht.

Weitere Informationen zu Eco-Armaturen und sparsamen Duschbrausen finden Sie auf Save Water.

Mit jedem Duschen wird die Energie für die Aufbereitung des Warmwassers durch den Abfluss ungenutzt wieder an die Umgebung abgegeben. Eine Möglichkeit, wie Sie dies verhindern können, ist Duschen mit Wärmerückgewinnung. Dazu können Sie eine Duschrinne installieren lassen, die mit der Wärme des Duschabwassers die Rohre der Frischwasserzufuhr aufheizt. Dadurch hat das Wasser, das aus dem Wasserhahn oder aus der Duschbrause herauskommt, bereits eine warme Temperatur. So benötigen Sie weniger Energie, bis Ihre gewünschte Duschtemperatur eingestellt ist. 

Häufige Fragen

Setzen Sie auf effiziente Systeme und erneuerbare Energien, also Warmwasser-Wärmepumpe, thermische Solaranlage, Holzheizung oder Fernwärme. Welches System sich am besten für Ihr Gebäude eignet, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel vom Energieträger Ihrer Heizung, den Platzverhältnissen im Heizungskeller und den Standortbedingungen. Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten. Elektro-Wassererwärmer dürfen bereits heute in vielen Kantonen in Wohnbauten nicht mehr neu installiert werden. Oft ist sogar innerhalb einer Frist der Ersatz vorgeschrieben.

Mit Ihrem Verhalten haben Sie grossen Einfluss auf den Warmwasserverbrauch. Am einfachsten sparen Sie Warmwasser, indem Sie duschen statt baden, beim Einseifen und Zähneputzen den Hahn zudrehen oder kaltes Wasser verwenden, wenn Sie nur kurz Ihre Hände waschen oder die Zähne putzen.

Lassen Sie in einem ersten Schritt separate Warm- und Kaltwasserhahnen durch mechanische oder thermische Mischarmaturen ersetzen. Eine weitere mögliche Massnahme sind Spararmaturen und Durchflussbegrenzer. Sie eignen sich für ältere Installationen an Waschtisch und Dusche. Für Küche, Reinigungsraum oder Bade-Auslaufarmaturen, wo man schnell viel Wasser benötigt, eignen sich fixe Durchflussbegrenzer nicht. In diesen Räumen sind stattdessen Armaturen mit einer Mengenbremse gut geeignet. Für den Normalgebrauch arbeitet sie in einer Sparzone mit 50 bis 70 Prozent Wasserdurchfluss. Diese Sparzone wird durch einen mechanischen Widerstand am Hebel signalisiert. Wird mehr Wasser benötigt, lässt sich dieser Widerstand leicht überwinden und die Armatur bringt die volle Leistung.

Die Begrenzung des Durchflusses kann unangenehme Druck- und Temperaturschwankungen mit sich bringen. Melden Sie die Installation von Wasserspareinsätzen deshalb Ihrer Verwaltung. Bei Einfamilienhäusern sollte eine Sanitärfachperson beigezogen werden. Achten Sie beim Kauf von Spararmaturen und -einsätzen auf die Effizienzklasse. Gute Sanitärprodukte haben die Klasse A.

Kalkablagerungen verschlechtern die Wärmeübertragung auf das zu erwärmende Wasser. Damit erhöht sich der Energieaufwand. Gleichzeitig verringert sich der Speicherinhalt, weil sich der Kalk löst und am Boden des Speichers ansammelt. Entkalken ist auch aus hygienischer Sicht wichtig, da sich im Kalk Mikroorganismen wie zum Beispiel Bakterien bilden können. Ausserdem kontrolliert die Sanitärfachperson beim Entkalken weitere wichtige Elemente wie Schutzanode, Dichtungen, Temperaturfühler oder Sicherheitsthermostat.

In Mehrfamilienhäuser leben Menschen mit unterschiedlichen Gewohnheiten und Lebensrhythmen. Insbesondere Schichtarbeitende duschen auch mitten in der Nacht. Die Zirkulation vorübergehend auszuschalten spart nur dann Energie, wenn in dieser Zeit kaum Warmwasser benötigt wird. Aus diesem Grund empfehlen die geltenden Normen und Richtlinien für Mehrfamilienhäuser den Dauerbetrieb der Zirkulationspumpe. Lohnen kann sich der Ersatz einer alten Zirkulationspumpe oder der Einbau von selbstregelnden Warmhaltebändern, die nur einschalten, wenn ein Wärmebedarf besteht. Im Einfamilienhaus ist im Idealfall das Leitungssystem so kompakt, dass eine Warmhaltung nicht notwendig ist. Wenn doch, liegt die Nachtabschaltung im Ermessen der Nutzerin und des Nutzers und muss für jedes Gebäude individuell betrachtet werden.

Lassen Sie die Trinkwasserinstallation regelmässig von einer Fachperson warten. So sind Sie sicher, dass die korrekten Wassertemperaturen in den verschiedenen Installationsabschnitten (im Speicher und im Verteilnetz) eingehalten werden. Die Wirksamkeit einer zusätzlichen periodischen Erhitzung auf über 60 bis 70°C ist sowohl aus hygienischen wie auch energetischen Gründen umstritten. Solche «Legionellenschaltungen» werden daher heute nicht mehr empfohlen.

Benutzen Sie alle Armaturen regelmässig. Steht die Wohnung länger als eine Woche leer, empfiehlt sich aus hygienischer Sicht, vor der nächsten Nutzung alle Leitungen (Dusche, Waschtisch, Spültisch) zu spülen. Das gilt für warmes und kaltes Wasser. Achten Sie dabei auf Ihren Schutz. Bei Installationen, die kaum genutzt werden, kann ein Rückbau sinnvoll sein.

Wenn bereits ein Elektro-Wassererwärmer vorhanden ist, dann ist es grundsätzlich möglich. Wegen der schlechten Effizienz des Elektro-Wassererwärmers ist dies aber nicht sinnvoll. Ersetzen Sie ihn wenn möglich mit einer Warmwasser-Wärmepumpe, die den Solarstrom effizienter nutzt. Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten, ob sich Ihr Heizungskeller für die Aufstellung einer Warmwasser-Wärmepumpe eignet.

Elektro-Wassererwärmer dürfen bereits heute in vielen Kantonen in Wohnbauten nicht mehr neu installiert werden. Oft ist sogar innerhalb einer Frist der Ersatz vorgeschrieben.

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